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Kulturpolitik

Roters sieht Kultur als Pflichtaufgabe

Von Martin Oehlen, 10.01.10, 21:18h, aktualisiert 10.01.10, 21:22h

Die Chance für eine Grundsatzrede genutzt: Beim Neujahrempfang im Kölner Kunstsalon erklärte Oberbürgermeister Jürgen Roters die Kultur als eine Pflichtaufgabe. Sein oberstes Kulturziel sei das Historische Archiv schnellstmöglich wieder erstehen zu lassen.

Jürgen Roters
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Oberbürgermeister Jürgen Roters. (Bild: dpa)
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Oberbürgermeister Jürgen Roters. (Bild: dpa)
„Kultur ist im Grunde eine Pflichtaufgabe der Kommune“ sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) am Sonntag beim Neujahrempfang im Kölner Kunstsalon. Roters nutzte die Einladung zu seiner ersten kulturpolitischen Grundsatzrede als OB. Die Kultur, sagte er, sei für die Stadt genauso wichtig wie die Politikfelder „Integration“ und „Beschäftigung“. Auch sei ihm während des Wahlkampfs klar geworden, „mit welcher Kampfkraft, Kampflust sich viele für die Kultur einsetzen - das war ein Lehrbeispiel für mich.“

Roters stellte fest, dass der Kulturetat im Vergleich zum Gesamtetat „relativ klein“ sei. Selbst mit den kompletten 132 Millionen Euro wäre das Finanzloch nicht zu stopfen; schön wäre es, habe ihm ein Spötter gesagt, hätte Köln einen so großen Kulturetat, dass mit diesem die Krise zu beheben wäre. An Kämmerer Norbert Walter-Borjans gewandt, der die Schließung des Museums für Angewandte Kunst zumindest nicht ausschließt, sagte Roters: „Mit mir wird es keine Schließung eines Museums geben.“ Es sei immer leicht, Strukturen zu zerstören, aber schwer, sie wieder aufzubauen. Gleichwohl hält Roters es für geboten, über die Verselbständigung der Museen und eine verstärkte Synergie weiter nachzudenken. So werde eine engere Kooperation von Kölnischem Stadtmuseum und Römisch-Germanischem Museum geprüft.

Sein oberstes Kulturziel ist, das Historische Archiv schnellstmöglich wieder erstehen zu lassen. Bis 2015, dem Ende seiner Amtszeit, soll es als Bürgerarchiv für höchste Ansprüche eröffnet werden. Zwei Jahre früher erwartet er die Vollendung der Archäologischen Zone mit dem Jüdischen Museum. Und umgehend will der OB Klarheit haben, wann das Museumsquartier am Neumarkt eröffnet wird: „Es ist höchste Zeit.“

Der anwesenden Schauspiel-Intendantin Karin Beier dankte Roters, dass sie den Ratsbeschluss, ein neues Schauspielhaus zu bauen, trotz ihrer vorangegangenen Kritik nun tatkräftig mittragen wolle. Auch sicherte er zu: „Die Investitionen gehen nicht zulasten des künstlerischen Etats der Bühnen.“

Roters spricht sich für einen Kulturnothilfefonds des Bundes aus. Alternativ schlägt er den Verzicht auf Zahlungen in den Solidarpakt für drei Jahre vor - das brächte jedes Jahr 80 Millionen Euro. In jedem Fall geht der OB davon aus, „dass bestimmte Leistungen zurückgefahren und einige Gebühren erhöht werden“ In diesem Zusammenhang appellierte er an die Kulturszene um Mitwirkung: „Wir müssen die Balance hinkriegen. Da dürfen wir uns nicht auseinander dividieren lassen.“



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