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Keine Entspannung auf AutobahnenDas Rheinland wird auch 2026 im Stau stehen

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Autobahn GmbH Leverkusener Brücke Bild: Ralf Krieger

Die Bauarbeiten für den zweiten Teil der Leverkusener Rheinbrücke laufen auf Hochtouren. Dennoch wird das Bauwerk frühestens im Frühjahr 2027 für den Verkehr freigegeben. Foto: Ralf Krieger

Der zweite Teil der Leverkusener Rheinbrücke wird frühestens im Frühjahr 2027 fertig, die Bonner Nordbrücke für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt.

Nichts deutet darauf hin, dass Nordrhein-Westfalen im neuen Jahr den wenig schmeichelhaften Titel des Staulands Nummer 1 endlich an ein anderes Bundesland abtreten wird. Daran wird auch die Freigabe des ersten Teils der Rahmede-Talbrücke auf der A45 im Sauerland kurz vor Weihnachten nichts ändern. Laut ADAC wird es auch 2026 zahlreiche Baustellen auf den Autobahnen geben.

„Rund 60 Prozent aller baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf Autobahnen befinden sich in NRW“, sagt ein ADAC-Sprecher. Die Lage werde sich eher noch verschärfen, weil 2026 auch die Deutsche Bahn zwei Generalsanierungen von hochbelasteten Strecken plant. Von Februar bis Juni zwischen Köln, Wuppertal und Hagen, im zweiten Halbjahr ab Juli bis Dezember dann auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden.

Noch mehr Pendler im Auto in NRW?

Der ADAC fürchtet, dass deshalb noch mehr Pendler im Rheinland auf das Auto umsteigen werden, räumt aber ein, dass die Bauarbeiten in den meisten Fällen alternativlos seien. Wichtig sei es daher, Großbaustellen auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen bestmöglich aufeinander abzustimmen, damit Ausweichrouten frei blieben. Zudem forderte der Automobilclub eine frühzeitige und umfassende Information der Bevölkerung.

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Doch das ist aus Sicht der Autobahn GmbH Rheinland leichter gesagt als getan, weil vor allem die maroden Brücken immer wieder für negative Nachrichten sorgen.

PRODUKTION - 17.12.2025, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Die Bonner Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke, A565) führt über den Rhein. Ab Mitte Januar 2026 soll die Nordbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt werden. (zu dpa: «NRW droht neues Brücken-Chaos – Kritik an Bund und Land») Foto: Thomas Banneyer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ab Mitte Januar wird die Bonner Nordbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Foto: dpa

Das aktuell größte Sorgenkind ist die Bonner Nordbrücke, die ab Mitte Januar wegen des schlechten Zustands der linksrheinischen 660 Meter langen Vorlandbrücke für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt werden muss, um sie überhaupt noch zu retten. „Die Planungen laufen auf Hochtouren. Wir hoffen, dass wir wenigstens Ausnahmen für Rettungsfahrzeuge und Busse machen können“, sagt eine Sprecherin der Autobahn GmbH Rheinland auf Anfrage. „Wir bekommen selbst große Probleme, wenn wir beispielsweise im Winterdienst die Brücke nicht mehr mit unseren schweren Fahrzeugen nutzen können.“

Bonner Nordbrücke wird zum Sorgenkind

Völlig unklar ist bisher auch, ob der Schienenersatzverkehr, der wegen der Bauarbeiten der Bahn über die Brücke rollen sollte, zu halten ist. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in einem Brandbrief kurz vor Weihnachten darum gebeten, alles zu tun, einen schnellen Neubau der maroden Brücke nach dem Rahmede-Vorbild in Angriff zu nehmen.

Kopfzerbrechen bereitet den Experten auch die Wiehltalbrücke auf der Autobahn 4 zwischen den Anschlussstellen Gummersbach und Wiehl/Bielstein. Mindestens ein Jahr lang muss sie noch durchhalten, bevor die Arbeiten zur Instandsetzung und Verstärkung beginnen können. Bisher ist das für Ende 2026 vorgesehen. Bis dahin unternehme man alles, eine Sperrung für den Lkw-Verkehr oder im schlimmsten Fall für alle Fahrzeuge zu vermeiden, teilt eine Sprecherin der Autobahn GmbH auf Anfrage mit. Ausschließen könne man das aber nicht. Laut Angaben des NRW-Verkehrsministeriums plant der Bund, dort zeitnah eine Schrankenanlage einzurichten, die verhindern soll, dass überladene Lkw trotz des bestehenden Fahrverbots die Brücke nutzen.

PRODUKTION - 17.12.2025, Nordrhein-Westfalen, Wiehl: Blick auf die Wiehltalbrücke, eine Brücke der Autobahn A4. (zu dpa: «NRW droht neues Brücken-Chaos – Kritik an Bund und Land») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Wiehltalbrücke soll mit einer Schrankenanlage ausgerüstet werden, damit schwere Lkw aufgehalten werden können. Foto: dpa

Dagegen ist die Nachricht, dass das zweite Bauteil der neuen Leverkusener Rheinbrücke vermutlich erst im Frühjahr 2027 und damit drei Monate später als geplant für den Verkehr freigegeben werden kann, fast schon positiv zu bewerten. „Ja, wir haben einen leichten Zeitverzug“, bestätigt die Sprecherin der Autobahn GmbH. Lange Hochwasser-Perioden am Rhein könne man sich nicht mehr leisten.

Die Verkehrsleitzentrale Leverkusen der Autobahn GmbH hat die Baustellen mit dem höchsten Staurisiko an Anschlussstellen (AS), Autobahnkreuzen (AK) und Autobahn-Dreiecken für 2026 aufgelistet. Das sind die Top 10:

A1 AS Köln-Niehl: Dort laufen die Arbeiten für den zweiten Teil der Leverkusener Rheinbrücke. Deshalb sind in Fahrtrichtung Dortmund/Leverkusen Engpässe zu erwarten.

A1 AK Dortmund/Unna - Kreuz Kamen: In diesem Bereich werden zahlreiche Brücken neu gebaut. Danach beginnen die Arbeiten zum Ausbau des AK Dortmund/Unna.

A2 AD Bottrop - AK Oberhausen: In diesem Abschnitt wird die gesamte Fahrbahn saniert.

A2 AS Gelsenkirchen-Buer - AK Recklinghausen: Hier werden zwei Brücken neu gebaut. Währenddessen soll der viel befahrene Abschnitt der A2 von drei auf zwei Fahrspuren verengt werden.

A3 AD Köln-Heumar: Hier werden drei Brücken neu gebaut. Danach kann der eigentliche Umbau des Dreieck Heumar beginnen. Der Abschluss des ersten Teilprojekts ist für Ende 2026 vorgesehen.

A3/A40 AK Breitscheid - AK Kaiserberg - AK Oberhausen: Der Ausbau des hochfrequentierten AK Kaiserberg geht weiter – inklusive aller Brücken und Rampen. So soll der sogenannte Spaghetti-Knoten jeweils einen zusätzlichen Fahrstreifen pro Fahrtrichtung bekommen.

A43 AK Recklinghausen - AS Bochum-Riemke: Die A43 wird auf insgesamt sechs Fahrstreifen ausgebaut, außerdem werden mehr als 20 Brücken erneuert. Überdies ist die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal für schwere Lastwagen gesperrt.

A57 Anschlussstelle Krefeld-Oppum - Kreuz Meerbusch: Der Streckenabschnitt wird bis Ende 2027 sechsspurig ausgebaut, einschließlich neuer Lärmschutzwände und Entwässerungsanlagen. Für die Arbeiten sind 2026 und 2027 zeitweise auch Vollsperrungen nötig, die möglichst in die Ferienzeit gelegt werden sollen.

A59 Monheim - Düsseldorf-Süd: Seit Oktober ist die A59 bei Düsseldorf in Richtung Leverkusen für insgesamt acht Monate voll gesperrt. Im Anschluss soll die Gegenrichtung gesperrt werden. Grund ist die Sanierung der Fahrbahn.

A565/A562 Bonn: In und um Bonn sind 2026 gleich mehrere Baumaßnahmen geplant, die Autofahrern Geduld abverlangen. Dazu gehören die Instandsetzung der Rheinbrücke Bonn-Nord auf der A565 und der sechsspurige Ausbau der A565 zwischen dem AK Bonn-Nord und der AS Bonn-Endenich. Zudem wird eine Brücke an der A562 zwischen Bonn-Rheinaue und Bonn-Ost gebaut. (mit dpa)