Die Kölner Stadtdirektorin zeigt sich bestürzt über die Brandtragödie in Crans-Montana. Sie mahnt die Kölner Kneipenbetreiber zu Verantwortungsbewusstsein.
„Besorgniserregende Hinweise“Stadt Köln plant nun doch Kontrollen an Karneval

Kneipenkarneval: Im Mainzer Hof wird ausgelassen gefeiert (Archivild).
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Die Stadt Köln plant nun doch stichprobenartige Kontrollen von Kneipen „in der heißen Phase des Karnevals“. Das teilte Stadtdirektorin Andrea Blome auf Anfrage mit. Zuvor hieß es, Ordnungskräfte kontrollierten an den Tollen Tagen nicht auf Überfüllung von Gaststätten. Die Brandtragödie an Silvester im Schweizer Skiort Crans-Montana hat nicht nur die Frage nach der Sicherheit in Kölner Clubs und Kneipen in Sachen Brandschutz aufgeworfen, sondern auch, wie sicher der Kneipenkarneval ist und ob einzelne Gastronomen möglicherweise zu viele Menschen hereinlassen (wir berichteten).
Über die Katastrophe in Crans-Montana mit 40 Toten und über 100 Verletzten, zeigt sich die Stadtdirektorin betroffen: „Das schreckliche Ereignis in einem Schweizer Club in der Silvesternacht hat uns alle zutiefst bestürzt. Es mahnt uns, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Gäste stets als oberste Priorität zu behandeln – gerade auch in der anstehenden Karnevalszeit.“
Stadtdirektorin Blome glaubt, dass die Mehrheit verantwortungsbewusst handelt
Der Brandschutz und die Einhaltung von Personenobergrenzen in Kneipen und Clubs seien dabei „zentrale Säulen“. Die Stadt Köln führe ganzjährig anlassbezogen Kontrollen in Gast- und Veranstaltungsstätten durch. Angesichts der Vielzahl der Betriebe seien „flächendeckende, permanente Kontrollen“ jedoch nicht möglich.
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Für Versammlungsstätten ab 200 Personen gelten wie berichtet strengere Brandschutzregeln als für Gaststätten für unter 200 Menschen. Beispielsweise müssen Versammlungsstätten ein Brandschutzkonzept vorlegen. Hier finden alle paar Jahre Kontrollen statt, Kneipen dagegen werden, wenn überhaupt, nur nach Hinweisen kontrolliert und müssen kein Brandschutzkonzept haben.

Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome
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Die Verantwortung, dass alles rechtens abläuft, dass Feuerlöscher funktionieren oder die Notausgänge frei und gut beleuchtet sind, obliegt dem Betreiber. „Sie sind verpflichtet, für die Einhaltung der bauordnungsrechtlichen Vorschriften und den Auflagen der Baugenehmigung Sorge zu tragen – jederzeit und aus eigenem Antrieb“, so Blome.
Sie sei überzeugt, dass „sich die überwältigende Mehrheit“ der Kölner Gastronomen und Clubchefs verantwortungsbewusst verhalte und die Sicherheitsvorgaben „gewissenhaft“ umsetze. „Gleichwohl erreichen uns besorgniserregende Hinweise, wonach es einzelne Betreiberinnen und Betreiber geben soll, die an Karneval bewusst zu viele Personen in ihre Lokalitäten lassen. An diese Wenigen richte ich eine deutliche Botschaft: Sollten Sie zu viele Menschen in Ihre Kneipen und Clubs lassen, spielen Sie mit dem Leben Ihrer Gäste und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies ist nicht nur fahrlässig, es ist verantwortungslos. Sollte es zu einem Schadensfall kommen, werden Sie persönlich und in vollem Umfang zur Rechenschaft gezogen.“
Überfüllte Kneipen an Karneval: Die Verantwortung liegt allein beim Betreiber
Kneipen und auch Restaurants dürfen an Karneval oder zu anderen feierlichen Anlässen kurzfristig ihre Betriebsart ohne neue Genehmigung verändern. Das bedeutet, wenn eine Speisegastronomie alle Tische und Stühle für ihre Karnevalsparty wegräumt, mehr Menschen in das Lokal als die in der Baugenehmigung festgelegte Maximalzahl hineinlassen darf.
Wieviele Personen mehr hereindürfen, liegt im Ermessen des Betreibers. Eine festgelegte Formel gibt es nicht. Das bestätigt die Stadt auf Nachfrage. Trotzdem hat sich der Betreiber an „alle Anforderungen, die durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an die jeweilige Räumlichkeit gestellt sind“, zu halten, sagt die Stadtsprecherin: unter anderem Lärmschutz.
Zur Sensibilisierung ihrer Mitglieder plant die IG Gastro ein Seminar zum Thema Brandschutz mit einem Experten. So können sich die Gastronomen Rat holen und sich auf den neuesten Stand bringen. Das teilte Geschäftsführerin Maike Block mit.

