Auch in Brühl-Pingsdorf mussten die Organisatoren des Karnevalszugs intensiv um Helfer werben, ehe die Umsetzung des Sicherheitskonzepts stand.
Helfer fehlenJecken bangen um Start von Karnevalszug in Brühl

Rund 200 kostümierte Jecken ziehen Jahr für Jahr an Rosenmontag durch die Straßen von Brühl-Heide.
Copyright: Kathrin Höhne
Für die Jecken im Brühl-Heide heißt es noch mindestens bis zum Wochenende Daumen drücken. Dann erst wird die Entscheidung fallen, ob wie in den vergangenen Jahren auch am kommenden Rosenmontag (16. Februar), pünktlich um 15 Uhr, ein Umzug durch die Straßen des mit rund 1400 Einwohnern kleinsten Brühler Stadtteils ziehen kann.
„Wir treffen uns am Freitagabend im Vereinsheim von Viktoria Gruhlwerk. Ich hoffe, dass ich danach Entwarnung geben kann. Wenn nicht, wäre das richtig bitter“, sagt Andrea de Jongh, die Vorsitzende der Heider Dorfgemeinschaft, die den Zug ausrichtet. Anlass für Zweifel und Sorgen ist der Mangel an Helfern. Genauer gesagt, an Menschen, die bereit sind, mit ihrem Auto die Zufahrten nach Heide abzusichern.
Diese Maßnahme erfordert das mit der Stadtverwaltung abgesprochene Sicherheitskonzept. Und ohne Einhaltung der Vorgaben kein Umzug. Die Zahl der benötigten Unterstützer hält sich in Grenzen. „Wir müssen zum Glück nur drei Zufahrten absichern. Dort müssen jeweils zwei Wagen stehen, deren Fahrer jederzeit bereit sind, Rettungswagen oder ähnliche Fahrzeuge durchzulassen“, erklärt de Jongh, die selbst als Zugleiterin im Einsatz ist und nicht einspringen kann.
Alles zum Thema Sankt-Martins-Tag
- Helfer fehlen Jecken bangen um Start von Karnevalszug in Brühl
- Blick hinter die Kulissen Unterwegs mit Christoph Kuckelkorn im emotionalen Sessionsalltag
- Neustart In Waldbröl-Eichen wartet viel Arbeit auf die neue Leitung der Bürgergemeinschaft
- Bütt-Check 2026 Über diese Themen lachen die Kölner Jecken in der Session
- Ökumenische Hilfe für Geflüchtete Café International in Troisdorf feiert zehnjähriges Bestehen
- Gewinner, Verlierer, Aufreger Was das Jahr 2025 in Leverkusen geprägt hat
- Weihnachtsfeier Für Alleinstehende hat die Schublade in Much an Heiligabend geöffnet
Eklat beim Martinszug im Herbst wirkt offenbar noch nach
Die Motivation gebremst hat ihrer Einschätzung nach auch ein Eklat beim Martinszug im Herbst. Damals hatten sich Autofahrer vehement über Absperrungen beschwert und die ehrenamtlichen Helfer beschimpft. Nun sei das Konzept aber ein anderes, betont de Jongh, die Absperrungen anders positioniert und es komme auch kein Wohnmobil zum Einsatz. „Wer aus Heide raus will, kann raus“, betont sie und appelliert an ihre Mitbürger, sich zu melden. „Denn wenn wir einmal keinen Zug auf die Beine stellen, wird es schwer, das Projekt wieder zu starten.“
Vor ähnlichen Problemen standen bis vor kurzem auch die Pingsdorfer Jecken. „Vor rund anderthalb Wochen war dann aber klar, dass es klappen würde. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, erklärt der dortige Zugleiter Lars Voigt. Nachdem zum Jahresende die Zahl der Rückmeldungen noch überschaubar gewesen sei, habe man „nochmals alle aktiviert und gesagt, wir brauchen Eure Hilfe, sonst gibt es keinen Zug“, betont er. Es sei jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, Helfer zu gewinnen. In Pingsdorf benötige man angesichts der Verkehrswege sogar ein Dutzend Menschen, die ihre Wagen bereitstellten. Weitere Zufahrten sicherten ein Bauunterunternehmer und ein Landwirt mit großen Fahrzeugen.
Georg Müller, Präsident des Festausschusses Brühler Karneval, hofft, dass nun auch in Heide eine Lösung gefunden wird. „Sollte es nicht gelingen, wäre das absolut traurig“, sagt Müller, der selbst in Heide zu Hause ist. Er empfiehlt allen Zug-Organisatoren der Stadt, rechtzeitig die Initiative zu ergreifen und potenzielle Helfer direkt anzusprechen. „Dann findet man auch Unterstützung“, sagt der Chef des Festausschusses, der den großen Zug in Brühl auf die Beine stellt.
Mit Rat zur Seite stehen, will auch Bürgermeister Dr. Marc Prokop (CDU). Der Brühler Ordnungsdienst könne allerdings nicht selbst die Züge nicht absichern, erklärt er. Dazu fehle es an Kapazitäten.

