Alt-MödrathHallerhofbauer Hans-Jürgen Peters zieht Spargel in der Kiste

In Kisten, die in einer Halle aufgebaut sind, baut Hans-Jürgen Peters vom Hallerhof Spargel an, der noch früher als beheizter Freilandspargel gestochen werden kann.
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Bergheim-Oberaußem – Bücken gehört für die Spargelstecher üblicherweise zum anstrengenden Alltag. Hans-Jürgen Peters kann seine Stangen auch stehend ernten. In einer Halle in Alt-Mödrath hat er das Gemüse erstmals in Kisten angebaut, um künftig mit der Ernte noch früher beginnen zu können.
„Ich hatte die Kisten, die Halle und das Erdreich. Da ist mir die Idee gekommen“, sagt Peters. In den Niederlanden hatte er Ähnliches beobachtet. Die Spargelstangen wachsen im geschlossenen Raum. Sechs bis acht Wochen, nachdem sie samt Kiste aus der Kälte in die 18 Grad warme Halle geholt wurden, sprießt das Frühlingsgemüse aus der Erde.
150 Kisten, jede 1,50 mal 1,20 Meter breit, reihen sich in der großen Halle gegenüber dem Dressurreitstall bei Burg Mödrath. Die 1,30 Meter hohen Holzbottiche benötigt Peters normalerweise für die Lagerung der Esskürbisse. Als die Kürbisse um Weihnachten abverkauft waren, hat er die Behälter je zur Hälfte mit Mutterboden und Torfsubstrat gefüllt und Anfang Februar je Kiste 25 Pflanzen gesetzt. In der Halle, die dank guter Isolation nur bei strengem Frost ein wenig beheizt werden muss, werden die Wurzeln regelmäßig gegossen. „Es gibt keine Unwägbarkeiten mit dem Wetter, kein Dämmebauen, und die Ernte geht viel bequemer“, frohlockt der findige Landwirt. Schließlich treiben die Stangen draußen erst bei zwölf Grad aus und machen in Kälteperioden auch gerne mal Pause.
Gewonnen hat Peters im ersten Jahr nur eine Woche gegenüber der Freilandernte auf beheizten Feldern. „Die Pflanze muss sich bis zum zweiten Jahr entwickeln“, sagt er. „Eigentlich kann man mit dem System immer Spargel anbieten, auch an Weihnachten.“ Das wolle er aber nicht. „Der Spargel gehört für die Kunden zu Sonne und Frühling.“ Den Ertrag schätzt Peters auf zehn Kilogramm pro Kiste. Etwa zwei Wochen lang, schätzt der Landwirt, können seit dem Wochenende täglich rund 100 Kilogramm gestochen werden. Daher konnte schon jetzt der Hofverkauf starten, während Peters’ beheizter Freilandspargel zu Füßen der Niederaußemer Kraftwerkskühltürme noch bis zum Wochenende auf sich warten lässt.
Durch die neue Anbautechnik könne er zudem den Start der Spargelsaison auch für das Restaurant am Hallerhof besser kalkulieren. Ob er das System ausbauen will, will Peters nach dem zweiten Jahr und dem dann bewertbaren Erfolg des Kistenspargels entscheiden.
Der Spargelverkauf beginnt am Wochenende auch auf dem Bergerhof von Michael Bong in Bergheim-Rheidt-Hüchelhoven an der Bundesstraße 477. Geöffnet ist der Hofladen täglich von 8 bis 17.30 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr und sonn- und feiertags von 9 bis 13 Uhr. Der Hofladen auf dem Hallerhof in Oberaußem an der Landesstraße 91 ist ab sofort geöffnet von 9 bis 18.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 13 Uhr.