Im September ereignete sich in der Kölner Innenstadt ein Brandanschlag auf ein Modegeschäft. Jetzt hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt.
In den NiederlandenBrandanschlag in Köln - Verdächtiger in Haft

Im September war auf ein Modegeschäft in der Kölner Innenstadt ein Sprengstoffanschlag verübt worden. (Archivbild)
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Ein halbes Jahr nach einem Brandanschlag auf ein Modegeschäft in der Kölner Innenstadt ist in den Niederlanden ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger ermittelt worden. Bei Durchsuchungen sei am Donnerstag die mutmaßliche Tatkleidung sichergestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mit. Der mutmaßliche Täter sitze bereits wegen einer anderen Sache in einer niederländischen Justizvollzugsanstalt. Ein Auslieferungsverfahren werde geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Deutschen Presse-Agentur.
Der Heranwachsende soll am 18. September vergangenen Jahres früh morgens die Schaufenster eines Modegeschäfts eingeschlagen und dann einen Brandsatz gezündet haben. Es entstand erheblicher Sachschaden. „Es wird dem Verdacht nachgegangen, dass diese Tat im Zusammenhang mit der Durchsetzung bislang nicht näher bestimmbarer Geldforderungen stehen könnte, die sich allerdings nicht gegen den Inhaber des Geschäfts, sondern gegen Personen aus dem Umfeld richtet“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Nach Geiselnahme in Köln gab es bereits Auslieferungen
Die Polizei hatte den Verdächtigen mit Bildern einer Überwachungskamera aus dem Kölner Hauptbahnhof gesucht. Der Gesuchte war nach der Tat zum Hauptbahnhof geflüchtet und war dort in die S-Bahn nach Düsseldorf gestiegen.
Drei niederländische Beschuldigte, die an einer brutalen Geiselnahme in Köln-Rodenkirchen im vergangenen Sommer beteiligt gewesen sein sollen, sind bereits von den Niederlanden ausgeliefert worden. Der letzte von ihnen sei am Donnerstag überstellt worden, teilte Bremer mit.
In dem Verfahrenskomplex „EG Sattla“, in dem es um Auseinandersetzungen im Milieu der organisierten Drogenkriminalität geht, ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile gegen 40 Beschuldigte. Gegen 26 davon sind Haftbefehle erlassen und verkündet worden.
Zudem hat die Staatsanwaltschaft drei Anklagen gegen sieben Beschuldigte erhoben. Die Hauptverhandlungen sollen noch in diesem Monat beginnen. Mindestens sechs weitere Anklagen - unter anderem zum Tatkomplex der Geiselnahme in Rodenkirchen - sind in Vorbereitung. „Der Arbeitsaufwand ist weiterhin sehr hoch, zumal sich aus den Ermittlungen regelmäßig weitere Ermittlungsansätze ergeben“, sagte Oberstaatsanwalt Bremer. (dpa)