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Erneuerbare EnergienSprengung am Kraftwerk Ibbenbüren - Wind statt Kohle

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Die Stadt Ibbenbüren stellte auf ihrer Homepage klar, dass sie zur Sprengung am Kraftwerk keine Veranstaltungstickets anbiete. (Archivbild)

Die Stadt Ibbenbüren stellte auf ihrer Homepage klar, dass sie zur Sprengung am Kraftwerk keine Veranstaltungstickets anbiete. (Archivbild)

Eine Sprengung schafft Platz, um auf dem Gelände des früheren Kohlekraftwerks Ibbenbüren eine Konverterstation zu bauen. Damit soll künftig Offshore-Windstrom ins Stromnetz eingespeist werden.

Kohle geht – Wind kommt: Am früheren Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren im Münsterland soll ein Kesselhaus gesprengt und ein Kühlturm zu Fall gebracht werden. An diesem Sonntag soll die spektakuläre Aktion auch im Beisein von NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) erfolgen, wie die Hagedorn Unternehmensgruppe ankündigte.

Hagedorn ist seit 2023 Eigentümer des ehemaligen Steinkohlekraftwerks in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) nahe der niedersächsischen Grenze. Das Hagedorn-Team ist seitdem im Einsatz, um die Fläche bis zum Sommer 2026 baureif an den Übertragungsnetzbetreiber Amprion zu übergeben.

Stadt bittet von Anfragen Abstand zu nehmen

Die Stadt Ibbenbüren stellte auf ihrer Homepage klar, dass sie zur Sprengung am Kraftwerk keine Veranstaltungstickets anbiete. „Auch erteilt die Stadtverwaltung keinerlei Auskünfte zu möglichen Aussichtspunkten, von denen eine vermeintlich gute Sicht auf das zu sprengende Kesselhaus beziehungsweise den Rückbau des Kühlturms gegeben sein könnte.“

Anfragen in dieser Richtung an die Stadt sollten unterlassen werden. Man werde betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte über Ablauf, die Sicherheitsmaßnahmen und notwendige Vorbereitungen informieren. 

Amprion plant Station für Umwandlung von Windstrom

Auf der Fläche will der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ab Sommer 2026 eine sogenannte Konverterstation bauen. Die Anlage soll Windstrom aus der Nordsee so umwandeln, dass er in das Stromnetz eingespeist werden kann. Die Station gehört zum Offshore-Netzanbindungsprojekt BalWin 2 mit Gesamtkosten von voraussichtlich rund vier Milliarden Euro. Sie soll 2031 in Betrieb gehen.

Das Projekt sieht vor, Wechselstrom aus einem Windpark auf See in einer Konverterplattform zunächst in Gleichstrom umwandeln. Dieser soll dann mit See- und Erdkabeln nach Ibbenbüren ins Tecklenburger Land transportiert und dort wieder in Wechselstrom umgewandelt werden. Über die Umspannanlage Westerkappeln wird der Strom dann in das Übertragungsnetz eingespeist, um zu den Verbrauchern zu kommen. Grundsätzlich zahlen alle Stromverbraucher die Kosten für den Netzausbau über die Netzentgelte.

Die geplante Neunutzung des einstigen Kraftwerksstandorts symbolisiert in gewisser Weise die Energiewende: Weg von der klimaschädlichen fossilen Stromerzeugung hin zur klimafreundlichen Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Eine Konverteranlage wie sie in Ibbenbüren entstehen soll, kostet nach Schätzungen der Netzbetreiber etwa 600 Millionen Euro. (dpa)