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Auffällige NesterAsiatische Hornisse breitet sich in Köln aus

Lesezeit 3 Minuten
Asiatische Hornisse breitet sich auch in Köln aus. Hier ein großes Nest, allerdings in Hilden

Die Asiatische Hornisse breitet sich auch in Köln aus. (Symbolbild)

Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art. Sie ernährt sich besonders gerne von Honigbienen.

Die Asiatische Hornisse breitet sich im Rheinland weiter aus. In Köln gab es im vergangenen Jahr mehrere Sichtungen in Zündorf, Buchforst, Lindenthal und Lövenich. „Im Stadtgebiet Köln können wir davon ausgehen, dass wir eine flächendeckende Besiedlung haben“, erklärt Wespenberater und Imker Thomas Beissel im Gespräch mit „express.de“.

Die Anzahl der Nester für 2024 sei zwar noch als übersichtlich zu bezeichnen, aber, so Beissel: „In den kommenden Jahren ist mit einer weiteren Zunahme der Kolonien zu rechnen.“

Hornissen fressen Honigbienen

Ab Ende März beginnen die Hornissen mit dem Bau sogenannter Primärnester: von der Königin gebaute Gründungsnester. Sie befinden sich meist in Hecken, Büschen, Dachüberständen. Ihre Sekundärnester bauen die Tiere im Sommer. Sie sind deutlich größer, hängen häufig hoch oben in Baumkronen und sind kaum sichtbar.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art. Sie gilt als Allesfresser. Einer französischen Studie zufolge besteht ihre Nahrung in urbanen Bereichen jedoch zu 66 Prozent aus Honigbienen.

Auch für Menschen kann das Tier gefährlich werden – allerdings nicht mehr als die Stiche von heimischen Hornissen. Allerdings gelten die Tiere als aggressiver. Da sich die sogenannten Sekundärnester der Asiatischen Hornisse häufig hoch oben in den Baumkronen befinden, sind sie im Sommer kaum sichtbar. Die Primärnester befinden sich hingegen meist in Hecken, Büschen, Dachüberständen.

Ein Primärnest in einer Hecke auf dem Gelände der Klinik Holweide

Ein Primärnest in einer Hecke auf dem Gelände der Klinik Holweide

Thomas Beissel in Köln selbst bereits sieben Nester entfernt. Eines habe sich auf dem Parkplatz des Klinikgeländes Holweide befunden, zwei Sekundärnester in Chorweiler und jeweils eins in Deutz, Dünnwald, Riehl und Weiden, erzählt er. „Zwei weitere bekannte Nester in der Bayer-Siedlung und in Dellbrück wurden aufgrund des späten Jahreszeitpunktes nicht mehr entfernt. Die Größe der späteren, ausgebauten Nester entsprach dem normalen Bereich.“

Das größte und mit Ende November späteste Nest habe sich in Deutz in der Teutonenstraße befunden. „Die Maße würde ich mit einem Durchmesser von rund 60 Zentimetern und einer Höhe von circa 80 Zentimetern beziffern“, so Beissel.

Für das Jahr 2025 rechnet der Experte mit rund 30 bis 40 Nestern, die gemeldet werden. „Als Dunkelziffer können wir von 50 Nestern ausgehen“, sagte er. „Da Köln klimatisch begünstigt liegt, gehe ich davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren mit einer Koloniedichte von rund sechs bis acht Hornissenvölkern pro Quadratkilometer in Köln zu rechnen ist. Das entspricht etwa 300 Nestern pro Jahr im Kölner Stadtgebiet.“

Einzelne Hornissen sind eher scheu

Die einzelnen Tiere auf Futtersuche seien eher scheu und würden versuchen, bei Störungen zu fliehen. Ein Stich sei nur möglich, wenn das Tier gequetscht werde. „Anders sieht es in Nestnähe aus. Die Asiatische Hornisse verteidigt ihre Kolonie vehement“, warnte Thomas Beissel.

Sollte Kölnerinnen und Kölnern ein Nest auffallen, sei es am einfachsten, es mit einem Fotobeleg per E-Mail an das Umweltamt Köln oder über die Internetseite des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) zu melden.

Thomas Beissel appelliert: „Auf keinen Fall sollte auf eigene Faust versucht werden, die Nester selbst zu entfernen. Die Stiche der Asiatischen Hornisse beinhalten ein Alarmpheromon, das die anderen Hornissen im Nest ebenfalls alarmiert.“