Der Künstler Alexander Dettmar hat zwölf bedeutende romanische Kirchen gemalt. Mit seinem Stil lege er den „persönlichen Charakter“ der Gebäude frei. Die Eröffnung der Ausstellung ist am 17. Dezember in Köln.
Bilder der romanischen Kirchen Kölns„Ein Schatz, der nur darauf wartete gemalt zu werden“
„Auf der Suche nach Einfachheit und malerischer Reduktion sind die mächtigen und kraftvoll reduzierten Sakralbauten des Mittelalters schon immer wichtige Kraftspender gewesen“, sagt Alexander Dettmar, der zu den bedeutenden Pleinairmalern der Gegenwart zählt, also zu den bildenden Künstlern, die unter freiem Himmel arbeiten.
Vor ein paar Jahren kam dem heute 69-Jährigen, der in Freiburg geboren und im Rheinland aufgewachsen ist, in den Sinn, dass in Köln, wo er eine Weile zur Schule ging, ein „einmaliger Schatz von zwölf bedeutenden, wiederaufgebauten romanischen Kirchen nur darauf wartete, von einem Suchenden gemalt zu werden“.
Ausstellung mit 31 Ölgemälden
2019 und 2020 hielt sich der Berliner, untergebracht im Kloster der Benediktinerinnen in Raderthal, mehrfach in der Stadt auf, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Was dabei herausgekommen ist, zeigt der Förderverein Romanische Kirchen Köln anlässlich seines 40-jährigen Bestehens in St. Kunibert. „Reine Formen“ ist der Titel der Ausstellung von 31 Ölgemälden, die am Samstag, 17. Dezember, eröffnet wird.
Vom Dekagon von St. Gereon über die vom Rhein aus gesehene Kirche Groß St. Martin und den Westturm von St. Georg bis hin zur Basilika St. Maria im Kapitol und ihrem Kreuzgang – für ihn als Vorsitzenden des Fördervereins sei dank des Werkzyklus „erneut eine weitere Facette der romanischen Kirchen zum Vorschein gekommen“, schreibt Helmut Haumann im Katalog. Dettmar reduziert die Gestalt der Sakralbauten auf das Wesentliche, vergröbert sie, betont die Flächigkeit und bringt Bewegung in die Bilder, indem er bewusst von den strengen Vertikalen der Baustatik abweicht.
Die Eröffnung wird am 17. Dezember mit einem Gottesdienst gefeiert
Deshalb spricht er zum Beispiel von den „schunkelnden farbigen Häusern“ vor Groß St. Martin, die ihm als erstes Motiv dienten; zum Schluss malte er drei weiße Krypta-Bilder. Vorwiegend aber hat er Erdtöne verwandt. Künstlerseelsorger Josef Sauerborn schreibt, Dettmar nähere sich den Kirchen wie Lebewesen und spüre „ihre Individualität und atmosphärische Kraft“ auf. Mit ihrer organisch anmutenden Formgebung lege seine Malerei die „skulpturale Physiognomie“ der Kirchen und so ihren „persönlichen Charakter“ frei.
Zur Eröffnung der Ausstellung wird am Samstag, 17. Dezember, ab 15 Uhr ein Festgottesdienst in St. Kunibert, Kunibertsklostergasse 2, gefeiert. Gegen 16.15 Uhr beginnen die Ansprachen von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Helmut Haumann und Prälat Josef Sauerborn. Die Ausstellung ist bis zum 22. Februar 2023 zu sehen.