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Demos auf Deutzer WerftCDU fordert nach 900-Knöllchen-Chaos besseren Anwohnerschutz

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Ein mit einer kurdischen Fahne behangener Mann spaziert im Zuge des kurdischen Neujahrsfests durch Deutz, ein Auto im Hintergrund parkt halb auf dem Gehweg.

Ein mit einer kurdischen Fahne behängter Mann spaziert am Tag des kurdischen Neujahrsfests durch Deutz, ein Auto parkt auf dem Gehweg.

Mehrere Zehntausend Besucher hatten die Straßen rund um die Deutzer Werft zugeparkt. Anwohner ärgern sich über die ständige Belastung.

Zugeparkte Hauseingänge und Grünflächen, die Deutzer Brücke und angrenzende Straßen gesperrt, Müll, Wildpinkler, Beleidigungen, 900 Knöllchen, 14 abgeschleppte Fahrzeuge – das Chaos, das mehrere Zehntausend Besucher des kurdischen Neujahrsfestes Newroz am vergangenen Samstag im Umfeld der Deutzer Werft angerichtet haben, hat viele Anwohnerinnen und Anwohner frustriert.

Eine Anwohnerin sprach gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ von „einer Invasion an Menschen und Autoschlangen, mit den entsprechenden Belastungen und Einschränkungen für Menschen und Umwelt hier in Deutz“. Sie stellte auch die Frage: Warum muss es bei Demos am Wochenende immer die Deutzer Werft sein?

Tatsächlich ist die Deutzer Werft als einer der wenigen innenstadtnahen Plätze, auf der so viele Menschen unterkommen können, immer wieder Ort großer Versammlungen. Erst eine Woche vor dem kurdischen Neujahrsfest, zu dem wohl zwischen 40.000 und 50.000 Menschen angereist waren, hatten etwa 20.000 Menschen nach einem Aufruf der IG Metall für den Erhalt der Industrie in Deutschland demonstriert. „Warum nicht mal ein hübsches Gewerbegebiet, gerne linksrheinisch?“, fragte die Anwohnerin angesichts der ständigen Demonstrationen vor ihrer Haustür augenzwinkernd.

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Innenstadt/Deutz fordert in einem Antrag jetzt eine Initiative für einen besseren Anwohnerschutz. So soll Bezirksbürgermeister Andreas Hupke gebeten werden, „zeitnah einen Runden Tisch einzuberufen, in dem die Verkehrs-, Sicherheits- und Sauberkeitssituation bei Demonstrationen in Deutz erörtert und in einer offenen Runde Lösungsvorschläge zu einem Anwohnerschutzkonzept gemacht werden“ sollen. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner sollen ebenso zum Runden Tisch eingeladen werden wie die Bürgervereinigung Deutz, Deutzer Initiativen, die Bezirksvertretung und die zuständigen Behörden.

Zudem fordert die CDU in ihrem Antrag die Bezirksvertretung dazu auf, bei Demonstrationen mit großem Zulauf eine Anlauf- und Beschwerdestelle für Anwohnerinnen und Anwohner einzurichten.

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, er werde den Antrag unterstützen und mit allen Beteiligten das Gespräch suchen. Er habe in der Vergangenheit immer mal wieder Beschwerden zum kurdischen Neujahrsfest bekommen, aber jetzt sei eine Dimension erreicht, wo es definitiv kein Weiter-so mehr geben dürfe. „Die Gehwege waren so zugestellt, dass Menschen nicht mehr aus ihren Schrebergärten gekommen sind“, sagte Hupke. „Die Freiheit der Menschen in Deutz wurde extrem eingeschränkt.“

Hupke stellte darüber hinaus infrage, ob das Fest „Newroz“ überhaupt noch als Demonstration gewertet werden könne, wenn es doch inzwischen einen Festivalcharakter habe. Im Rhein-Energie-Stadion kämen regelmäßig 50.000 Menschen unter, vielleicht sollten die Veranstalter es im kommenden Jahr anmieten, statt erneut die Deutzer Werft zu belegen, schlug Hupke vor.