Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

JugendpolitikDie Lindenthaler Bezirksvertretung beteiligt Jugendliche an der Politik

Lesezeit 3 Minuten
Jugendliche und Erwachsene sitzen in einem Sitzungssaal an Tischen zusammen.

Im Sitzungssaal des Bezirksrathauses Lindenthal hat sich eine große Runde zusammengefunden.

Die Bezirkspolitik will beschließen, dass eine Jugendvertretung bei Entscheidungen für junge Menschen mitreden und Anträge stellen darf.

Zehn Teenager und fünf Bezirkspolitiker sowie -politikerinnen haben sich im Bezirksrathaus zusammengesetzt. Sie beratschlagen über einen neuen Schritt, den sie zusammen gehen möchten: Die Jugend soll künftig in die Bezirkspolitik eingebunden sein.

Ab Juni sollen zwei Vertreter der Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen im Stadtbezirk Lindenthal regelmäßig bei den Sitzungen der Bezirksvertretung (BV) anwesend sein, zu den die Jugend betreffenden Themen gehört werden und selbst Anträge stellen können. Die Politik möchte jetzt den entsprechenden Beschluss fassen.

Die Jugendlichen kamen mit konkreten Ideen

Im Vorfeld hat sie alle weiterführenden Schulen im Stadtbezirk angeschrieben und mit den ersten jungen Menschen, die sich daraufhin gemeldet haben, das Auftakttreffen vereinbart. Dazu brachten sie bereits einige Ideen mit, auch konkrete Verbesserungsvorschläge: „Wir sollen an der Kreuzung nahe der Schule einen Kreisverkehr bekommen“, sagt Henry von der Siebenbrückenschule, einer neuen Gesamtschule in Lövenich. „Es gab es auch schon einen Beschluss“.

Sein Mitschüler Johann ergänzt: „Aber der ist wohl in einem Senkloch der Bürokratie verschwunden.“ Zwei Schüler vom Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium haben auch ein Anliegen: Die Gebäude der Schule seien sehr alt, die Akustik so miserabel, dass niemand auf dem Pausenhof spielen könne, wenn Unterricht stattfindet, die Räume erwärmten sich schnell, die Luft sei schlecht. Sie würden gerade Unterschriften sammeln, um eine Generalsanierung anzustoßen.

Marie von der Liebfrauenschule wünscht sich mehr Sitzmöglichkeiten auf dem Schulhof und seine Verschönerung. Ihr Schulkamerad Niklas weist darauf hin, dass die alte Sporthalle der Schule und der daran angeschlossene Schultrakt sanierungsbedürftig seien und eigentlich bereits vor Jahren abgerissen und neu gebaut werden sollten. Weil man auf den Neubau warte, würden die kaputten Schlösser der Türen nicht ausgetauscht. Die Schülerinnen und Schüler könnten daher ihre Handys nicht dort liegenlassen, ohne dass sie Gefahr liefen, dass sie entwendet werden. Aber nichts geschehe.

Erste Tipps und ein nächster Termin

Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp (Grüne) weiß Rat: „Da könnten wir einmal einen Termin mit Fachleuten von der Stadtverwaltung organisieren“, sagt sie. „Dann erfahren wir, wo es hapert.“ So lernen schon beim ersten Treffen beide Seiten voneinander.

Weitekamp gibt Tipps für die Organisation: Die Schülerinnen und Schüler sollten miteinander regelmäßige Treffen vereinbaren und sich als Jugendvertretung der BV Lindenthal eine Satzung geben. Sie verabredeten zunächst das erste weitere Treffen, am Dienstag, 6. Mai, um 18 Uhr im Bezirksrathaus. Dann sollen möglichst noch Vertreterinnen und Vertreter weiterer Schulen dabei sein und Einblicke in die Bezirkspolitik erhalten. „Und vielleicht“, sagt die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Ferker (CDU), „wird dann einer oder eine von Euch später auch einmal für die Bezirksvertretung kandidieren.“


Die kommende öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal, findet am 23. März, um 16 Uhr im Bezirksrathaus, an der Aachener Straße 220, statt.