Die Niehler Ahmadiyya-Gemeinde lud das Veedel zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Die Gemeinschaft legt viel Wert auf Integration.
Ramadan-EmpfangAhmadiyya-Gemeinde in Niehl lud zum Fastenbrechen ein

Impressionen vom Empfang der Ahmadiyya-Gemeinde anlässlich des Ramadan in ihrer Moschee in Niehl.
Copyright: Mahmood Ahmed Malhi
Kurz vor dem Start der Zusammenkunft anlässlich des Ramadan-Monats füllte sich die Bait-un-Nasr-Moschee an der Eichhornstraße 2–4 immer mehr. Rund 80 Personen, darunter sehr viele nicht-muslimische Gäste aus der Nachbarschaft sowie Vertreter anderer Religionen, waren zum Empfang der Kölner Ahmadiyya-Gemeinde mit gemeinsamem Iftar, dem traditionellen gemeinsamen Essen zum abendlichen Fastenbrechen, gekommen.
Nach einer kleinen Feierstunde mit Ansprachen sowie Berichten von der Gemeinde-Arbeit ging es kurz vor 19 Uhr im Gebäude eine Etage höher, wo die Tische bereits üppig gedeckt waren. Bis weit nach 21 Uhr saßen die Gäste gemeinsam an der Tafel, aßen und tauschten sich aus.
Ramadan: Herausforderungen und Wandel durch den Mondkalender
Der islamische Fastenmonat, der sich in diesem Jahr vom 1. bis zum 30. März erstreckte, ist immer eine ganz besondere, stimmungsvolle Zeit im Jahr, wie der Gemeinde-Imam Mahmood Ahmed Malhi erzählt. Der Anfang sei immer wieder eine Herausforderung. „Am Anfang ist es schon schwer mit dem Fasten, aber nach einigen Tagen gewöhnt man sich an den Rhythmus.“
Weil der Zeitpunkt des Ramadan sich nach dem Mondkalender richtet, findet der Termin Jahr für Jahr rund zehn bis zwölf Tage früher statt. Da sich der Fastenmonat momentan in Richtung Winter bewegt, werde das Fasten in den nächsten zehn bis zwölf Jahren immer ein Stück leichter – denn die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang, in der am Fasten teilnehmende Personen weder essen noch trinken dürfen, wird kürzer. Zudem fällt gerade der Verzicht aufs Trinken bei kühleren Bedingungen leichter als in sommerlicher Hitze.
Auf der Feierstunde berichtete Imam Malhi zudem von den jüngsten Aktivitäten der Kölner Ahmadiyya-Gemeinde, die seit 2011 ihr Quartier in Niehl hat und sehr viel Wert auf Integration und interreligiösen Dialog legt. So startete am 3. Oktober 2023 aus den Reihen der Gemeinschaft der muslimische Fahrradclub „Muslime für Frieden“, der beispielsweise Friedensfahrten zu Moscheen, Kirchen und Synagogen unternimmt; Menschen mit Sehbehinderung fahren beim Club als Beifahrer im Tandem mit.
Gemeindemitglieder veranstalteten zum Jahreswechsel 2023/24 eine demonstrative Menschenkette am Kölner Dom, als dieser als mögliches Ziel eines islamistischen Anschlags eingestuft wurde, und beteiligten sich im November 2024 an einem Schweigemarsch gegen Antisemitismus. In nächster Zeit wolle man beginnen, sich bei den Freiwilligen Feuerwehren einzubringen. Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde 1889 in Indien gegründet; deren Gründer Mirza Ghulam Ahmad wird als Reformer und Messias verehrt. „Liebe für alle – Hass für keinen“ ist ihr weltweites Motto.