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WahlMaternus-Schule in Nippes stimmt über Wechsel zu Gemeinschaftsschule ab

Lesezeit 3 Minuten
Gebäude und Einfahrtstor Maternus-Grundschule

An der Maternus-Grundschule stimmen die Eltern ab, ob die bislang katholische Schule zur Gemeinschafts-Grundschule wird.

Die bislang katholische Maternus-Grundschule in Nippes könnte zur Gemeinschafts-Grundschule werden. Hierüber stimmen bei einer Wahl die Eltern ab. 

An der Maternus-Grundschule in Nippes wird es spannend: In der kommenden Woche entscheidet die Elternschaft in geheimer Wahl, ob die Schule von einer Katholischen Grundschule (KGS) in eine Gemeinschafts-Grundschule (GGS) umgewandelt wird. Im Vorjahr hat die Stadt bereits ein Verfahren zu der möglichen Umwandlung gestartet, nachdem genügend Eltern hierzu einen Antrag gestellt hatten.

Am Montag bis Mittwoch, 24. bis 26. März, hat das Wahllokal in der Schule an der Bülowstraße 90 jeweils für zwei bis drei Stunden geöffnet. Wahlberechtigt sind jene Erziehungsberechtigten, deren Kinder am Stichtag 10. Januar 2025 diese Schule besucht haben; pro Kind kann jedoch nur ein Stimmzettel abgegeben werden.

Die Umwandlung kommt zustande, wenn sich eine absolute Mehrheit aller Eltern hierfür ausspricht; mindestens 50 Prozent müssten also aktiv zustimmen. Ergibt die Wahl zwar eine Mehrheit für die Umwandlung, die jedoch nicht mindestens die Hälfte der Anzahl der an der Schule angemeldeten Kinder umfasst, bleibt es beim Status quo – ebenso natürlich, wenn die Umwandlung mehrheitlich abgelehnt wird.

Vier Kölner Grundschulen wandelten sich in jüngerer Zeit um

Dass Grundschulen ihre Ausrichtung umstellten, gab es in Köln mehrfach in jüngerer Zeit: Im Sommer 2023 hatte sich die vormals katholische Grundschule Forststraße in Rath/Heumar zur Gemeinschaftsschule erklärt, ebenso wie die Grundschule Langemaß in Mülheim. Ein Jahr später folgten die Peter-Lustig-Schule in Ossendorf und die Michael-Ende-Schule in Ehrenfeld. 

Die Maternus-Grundschule ist die einzige katholische im Stadtteil Nippes, neben fünf weiteren im Bezirk (Sternsinger- und Marienschule in Longerich, Lukasschule und Osterather Straße in Bilderstöckchen sowie Otfried-Preußler-Schule in Riehl). Die übrigen drei Nippeser Grundschulen – Steinbergerstraße, Mathilde-von-Mevissen-Schule und IOGS Kretzerstraße – sind allesamt Gemeinschafts-Grundschulen. 

Ziel sei es, „dass sich alle Familien weiterhin unabhängig von Konfession, Herkunft, sexueller Orientierung oder privaten Lebensentwürfen an unserer Schule willkommen fühlen“, heißt es von der Elterninitiative für die GGS. Darüber hinaus wolle man, dass die Konfession bei Stellen-Neubesetzungen sowie bei der Schulplatzvergabe keine Rolle mehr spiele, sondern ausschließlich Qualifikation beziehungsweise Wohnortnähe.

Zudem seien an der Schule, laut der Elterngruppe, nur noch 26,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler selbst katholisch. Auch nach einer möglichen Umwandlung wolle man aber weiter christliche Traditionen pflegen, wie Martinszug, Adventsfeiern, Weihnachts- und Ostergottesdienste. Die Schule selbst, mit dem derzeitigen kommissarischen Schulleitungs-Team, steht der Umwandlung positiv gegenüber.


Infobox?

Von den 151 Kölner Grundschulen, mit insgesamt rund 36.000 Schülerinnen und Schülern, sind 97 als Gemeinschafts-Grundschule (GGS) organisiert. Es gibt 43 katholische Grundschulen (KGS) sowie, in Rodenkirchen, eine evangelische. Hinzu kommen zehn Förder-Grundschulen, bei denen es die Unterteilung so nicht gibt. Im Bezirk Nippes sind unter den 19 Grundschulen elf Gemeinschaftsschulen, sechs katholische sowie zwei Förderschulen (August- und Brehmstraße). In Riehl (Garthestraße), Longerich (Altonaer Straße) und Bilderstöckchen (Alzeyer Straße) teilen sich je eine KGS und GGS das Grundstück, teils sogar das Schulhaus.

Bei einer KGS agiert die katholische Kirche als Partner und Unterstützer der jeweiligen Schule, jedoch nicht als Träger oder Finanzier. An katholischen Schulen muss die Schulleitung katholisch sein; bei der Auswahl von Lehrkräften kann die Konfession zu den Kriterien gehören. Bei Platzmangel haben dort Kinder aus katholischen Familien Vorrang vor näher wohnenden, jedoch nicht katholischen Kindern. Für jene ist ein Besuch zwar möglich, aber die Eltern müssen zustimmen, dass ihr Kind nach katholischen Werten erzogen wird. Im Schulalltag gibt es an einer KGS in der Regel nur katholischen Religionsunterricht; Gottesdienste oder christliche Feiertage sind fester Teil des Schullebens. Dies können sie auch an einer GGS sein, jedoch nicht auf verpflichtender Basis. (bes)