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Kultur verbindetStudie: Kultur spielt für Mehrheit eine große Rolle

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Kultur spielt laut einer Umfrage für die Mehrheit der Menschen eine wichtige Rolle (Symbolbild).

Kultur spielt laut einer Umfrage für die Mehrheit der Menschen eine wichtige Rolle (Symbolbild).

Wie wichtig ist den Menschen Kultur? Ist dafür in Zeiten von Krisen und großen Herausforderung Platz? Eine Umfrage ergibt ein klares Bild.

Eine Mehrheit der Bevölkerung misst der Kultur laut einer Umfrage eine wichtige Rolle für die Gesellschaft zu und hält sie auch im eigenen Leben für bedeutend. Das hat eine repräsentative Befragung von Forsa im Auftrag der Liz Mohn Stiftung unter gut 3.500 Erwachsenen zu gesellschaftlicher Akzeptanz und Nutzung von Kulturangeboten ergeben.

„Relevanzmonitor Kultur 2025“ schaut auf Kultur und Demokratie

Zu Relevanz, Rolle und Wirken von Kultur zeigte sich demnach eine weit verbreitete positive Einschätzung: Rund 87 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „Kultur ist eine wichtige Stütze in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft“ entweder „voll und ganz“ oder „eher“ zu. Die große Mehrheit von 92 Prozent nannte es zutreffend, dass Kultur „wertvolle Gemeinschaftserlebnisse“ ermögliche. 

Und aus Sicht von 80 Prozent der Bevölkerung fördern Kulturangebote Toleranz und Verständnis. Ebenso stimmten 81 Prozent der bundesweit Befragten „voll und ganz“ oder „eher“ zu, dass Kulturangebote - etwa Kino, Musicals, Ausstellungen, Oper oder auch Konzerte aller Art - zu kritischem Denken sowie zu „Diskussionen und eigenständiger Meinungsbildung“ anregen.

Rückhalt für staatliche Förderung

Kultur bringe Menschen zusammen und baue Brücken, bilanzierte die Vorstandsvorsitzende Liz Mohn. Sie werde von vielen als eine wichtige gesellschaftliche Konstante in Krisenzeiten gesehen. 

Trotz multipler Krisen bleibe der Rückhalt für staatliche Kulturförderung hoch. Knapp zwei Drittel der Befragten sehen Kultur als ebenso förderungswürdig an wie andere öffentliche Bereiche, betont die Stiftung, die schon 2023 einen Monitor vorgelegt hatte.

Besonders unter jungen Menschen wachse die Erwartung, dass kulturelle Einrichtungen eine aktivere Rolle in gesellschaftlichen Debatten übernehmen. Vor allem unter 30-Jährige schätzen laut Analyse Kultur als Inspirationsquelle und kreativen Raum, der neue Sichtweisen eröffne. Sie wünschten sich niedrigschwellige, auch experimentelle Formate, mehr Veranstaltungen in lockerer Atmosphäre.

Kultur als zentraler Standortfaktor

Auch bei der Attraktivität eines Wohnortes spielt Kultur eine Rolle: Sechs von zehn Befragten sehen ein vielfältiges Kulturangebot als einen zentralen Faktor für Lebensqualität. In Großstädten bewerten fast neun von zehn Menschen ihr Kulturangebot als gut, in kleineren Gemeinden sagt das hingegen mit fünf von zehn nur die Hälfte. 

Damit Kultur die Rolle „als zentraler Bestandteil einer funktionierenden Demokratie“ weiter ausfüllen könne, müssten Angebote alle Menschen erreichen – unabhängig von Alter, Wohnort oder auch Einkommen, mahnte die Kulturexpertin der Stiftung, Dorothea Gregor. Das Stadt-Land-Gefälle bleibe eine Herausforderung. 

Zudem sollten Politik und Träger von Kulturinstitutionen niedrigschwellige Formate schaffen, die besonders junge Leute und einkommensschwache Gruppen stärker einbeziehen, rät die Stiftung. Kulturinstitutionen könnten noch stärker zu Orten der Auseinandersetzung und Wertevermittlung werden - und Kultur solle wieder stärker in schulische und universitäre Bildung einfließen. (dpa)