In Myanmar sind möglicherweise tausende Menschen gestorben. Auch Thailand traf das Erdbeben hart.
ErdbebenVerstörende Videos von überschwappenden Pools in Bangkok

Vom Erdbeben beschädigtes Gebäude in Bangkok.
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Nach dem verheerenden Erdbeben, das Freitag Teile von Südostasiens erschüttert hat, sind die Folgen noch immer nicht ganz klar. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 7,7 lag in Myanmar. Hier sollen nach offiziellen Angaben mindestens 1644 Menschen gestorben sein, mehr als 3000 wurden verletzt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Opferzahl weitaus höher ist. In Myanmar regiert eine Militärjunta, Teile des Landes sind nur schwer zugänglich. Infrastruktur und die öffentliche Gesundheitsversorgung sind zerrüttet und vielfach nicht mehr funktionsfähig.
Der US Geological Survey schätzt laut CNN, dass die Zahl der Todesopfer in Myanmar bei über 10.000 liegen könnte. Besonders schwere Zerstörungen gab es Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars. Dutzende Häuser stürzten dort ein. Die kulturelle Hauptstadt des Landes mit mehr als 1,7 Millionen Einwohnern liegt nahe des Epizentrums des Bebens. Es wird von schlimmen Zuständen berichtet: Mit bloßen Händen und in Flipflops versuchen Menschen, Trümmer zu beseitigen und Verschüttete zu befreien. Erschwert werden die Bedingungen durch Stromausfälle.
In Bangkok stürzt ein Hochhaus ein
Auch im Nachbarland Thailand richtete das Beben schwere Schäden an. Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, sagte, in der Millionenstadt seien rund zehn Todesfälle bestätigt, die meisten davon in einem eingestürzten Hochhaus nahe dem auch bei Touristen beliebten Chatuchak-Markt.
Im Internet verbreiteten sich direkt nach dem Beben zahlreiche Videos vom Einsturz des State Audit Office in Bangkok. Das 30-stöckige Gebäude befand sich noch im Bau, zahlreiche Arbeiter wurden verschüttet. Knapp 50 von ihnen wurden am Samstag immer noch vermisst, nur von wenigen gab es Lebenszeichen. Angehörige berichteten Medienvertretern von unbeantwortetem Telefonklingeln und verzweifeltem Warten.
Hochhäuser in Bangkok mit schweren Schäden
Aus Bangkok gibt es zahlreiche weitere spektakuläre Bilder, welche die Auswirkungen des Bebens vor allem auf die Hochhäuser zeigen. Von Swimming Pools auf Skyscraper-Dächern stürzte das Wasser teilweise tonnenweise in Kaskaden Richtung Erde. Dieses Video scheint zudem noch eine Explosion am Fuß des Gebäudes zu zeigen:
Bei diesem Gebäude, dessen Infinity-Pool ins Schwappen gerät, soll es sich angeblich um das Athenee Hotel handeln:
Andere Videos und Bilder zeigt die Zerstörung einer Brücke zwischen zwei Zwillings-Hochhäusern. Es handelt sich offenbar um das Park Origin Building im Stadtteil Sukhumvit.
Nicht bei allen Videos und Bildern lässt sich klären, ob sie tatsächlich aus Bangkok stammen. Die Vermutung liegt aber nahe, da die thailändische Metropole mit ihren mittlerweile mehr als 10 Millionen Einwohnern einen Boom erlebt hat. Hier sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Hochhäuser mit Luxusapartments oder Hotels entstanden, von denen viele einen Rooftop-Pool besitzen. In Bangkok gibt es mittlerweile knapp 160 Gebäude, die höher als 150 Meter sind. (cme, mit dpa/afp)