Trotz Explosionsgefahr kletterte ein Senior auf den toten Buckelwal „Timmy“. Seine uneinsichtige Erklärung sorgt nun für Entsetzen.
„Ist er heilig? Nein!“Senior klettert auf toten Wal „Timmy“
Trotz eindringlicher Warnungen vor Krankheitserregern und akuter Explosionsgefahr hat ein älterer Mann für erhebliche Empörung gesorgt, als er auf den Kadaver des gestrandeten Buckelwals „Timmy“ kletterte. Das Tier liegt seit dem 14. Mai im seichten Wasser vor der dänischen Insel Anholt, etwa 70 Meter vom Strand entfernt.
Däne klettert auf Walkadaver
Ein Video der Nachrichtenagentur News5 zeigt den Senior dabei, wie er unbeeindruckt auf den verwesenden Meeressäuger steigt, um sich von einem Begleiter fotografieren zu lassen. Angesprochen auf die Aktion, zeigte der Mann keinerlei Reue: „Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Gelegenheit, auf einen Wal zu klettern. Er ist ein totes Tier. Ist er heilig? Nein!“

Der tote Wal „Timmy“ liegt vor der dänischen Insel Anholt.
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Die Behörden reagierten fassungslos. Jane Hansen von der dänischen Umweltschutzbehörde hatte bereits vorab appelliert, einen strikten Sicherheitsabstand einzuhalten. Experten warnen vor den biologischen Risiken sowie vor den Verwesungsgasen, die sich im Inneren des Körpers anstauen und den Kadaver im schlimmsten Fall explodieren lassen können.
Todesursache steht noch nicht fest
Der Wal war zuvor wochenlang durch die Medien gegangen. Die genaue Todesursache steht noch nicht fest. Meeresbiologe Fabian Ritter vermutet, dass Fischernetze, die bei einer früheren Strandung in „Timmys“ Maul gesichtet wurden, der entscheidende Faktor für die Entkräftung des Tieres waren.
Klarheit könnte nur eine Obduktion bringen, die Ritter auch fordert, um den zukünftigen Umgang mit gestrandeten Walen zu verbessern. Die Behörden in Deutschland und Dänemark streiten unterdessen über die Zuständigkeit für den Kadaver.

Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, steht in seinem Büro.
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Die kostspielige Rettungsaktion von Buckelwal „Timmy“ sorgt im Nachgang auch für politischen Zündstoff in Mecklenburg-Vorpommern. Die CDU wirft Umweltminister Till Backhaus (SPD) vor, das Drama um das Tier als reine Wahlkampf-Inszenierung und PR-Aktion genutzt zu haben, bei der politischer Aktionismus über fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt wurde.
Per Kleiner Anfrage fordert die Opposition nun eine lückenlose Aufklärung über die Zuständigkeiten sowie die entstandenen Millionen-Kosten. Für zusätzliche Debatten sorgt derweil ein neuer Vorschlag von Backhaus: Er möchte eine lebensgroße Bronze-Skulptur des Wals als Denkmal errichten lassen, was bei Kritikern auf großes Unverständnis stößt. (jag)
