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„Dinner“-Woche endet mit HindernissenGäste sind „richtig enttäuscht“

Lesezeit 4 Minuten
Sarah inspiziert ihr Millefeuille: Wo ist denn da der Blätterteig?
 (Bild: RTL)

Sarah inspiziert ihr Millefeuille: Wo ist denn da der Blätterteig? (Bild: RTL)

Mit hohen Erwartungen muss Stefan (61) am Finaltag von „Das perfekte Dinner“ (VOX) im Bergischen Land umgehen. Obwohl beim Lesen des Menüs so einigen erst mal der Appetit vergeht, können die ersten beiden Gänge punkten. Doch dann kommt der Nachtisch ...

Karsten (links) überwacht jeden Arbeitsschritt und gibt Stefan genaue Anweisungen. 
 (Bild: RTL)

Karsten (links) überwacht jeden Arbeitsschritt und gibt Stefan genaue Anweisungen. (Bild: RTL)

„Ich habe ein strammes Programm heute. Ich hoffe, dass mir das auch gelingt“, geht Dentaltechniker Stefan in Wuppertal motiviert ans Werk. Zum Glück steht ihm sein Mann Karsten (53) bei: „Der hat 2007 schon mal 'Das perfekte Dinner' gewonnen.“ Deshalb glauben die Gäste, dass Stefan einen gewissen Vorteil hat. Gewinnen ist aber gar nicht das Ziel des 61-Jährigen: „Ich möchte gerne mit meinen Leuten hier einen schönen Abend verbringen.“ Karsten gibt Stefan tatsächlich ziemlich genaue Anweisungen und hat immer ein Auge auf seine Handgriffe. „Er ist der bessere Koch von uns beiden“, ist Stefan froh, ihn an seiner Seite zu haben. Heute stehen folgende drei Gänge auf dem Menü:

Vorspeise: Marinierte Rinderfiletscheiben mit Thunfisch-Limonen-Creme und Salat von Pfifferlingen und Aprikosen Hauptspeise: Pochiertes Kalbsfilet in Wildkräutern mit Morcheln, dazu Kartoffelblinis und Sauce périgordine Nachspeise: Schokoladen-Millefeuille

Kunstvoll dekoriert Stefan die marinierten Rinderfiletscheiben mit Thunfisch-Limonen-Creme auf die Teller.
 (Bild: RTL)

Kunstvoll dekoriert Stefan die marinierten Rinderfiletscheiben mit Thunfisch-Limonen-Creme auf die Teller. (Bild: RTL)

„Der arme Stefan hat es wirklich schwer, weil die Erwartungshaltung ist dermaßen hochgeschraubt“, meint Gabi (61). Seda (42) tendiert in eine Richtung: „Ich erwarte irgendwas aus der französischen Küche.“ Heikos (34) Erwartungen sinken hingegen beim Lesen der Karte: „Das Menü holt mich nicht ab. Ich habe auch das Problem, dass da zu viele Komponenten drin sind, die ich nicht unbedingt mag.“ Zum Beispiel Fisch: „Bei der Thunfisch-Limonen-Creme bin ich raus. Würde mein Interesse nicht wecken.“ Sein Fazit zum Menü: „Es ist zu hoch für mich.“

Entgegen Heikos Erwartung schmeckt die Thunfisch-Creme

Die Blinis bereiten Stefan am meisten Probleme, dabei sind die ja nur sättigendes Beiwerk der Hauptspeise.
 (Bild: RTL)

Die Blinis bereiten Stefan am meisten Probleme, dabei sind die ja nur sättigendes Beiwerk der Hauptspeise. (Bild: RTL)

Zur Vorspeise ließ sich Stefan von Dieter Müller inspirieren: „Das war unser erstes Zusammentreffen mit der Sterneküche.“ Heiko stellt gleich die wichtigste Frage: „Inwiefern hat der Karsten dir dabei geholfen?“ Stefan gesteht: „Der Karsten ist schon eine extreme Hilfe. Der hat auch schon mit abgeschmeckt.“ Heiko vermutete ohnehin, dass Stefans Mann heute weit mehr als nur Schnibbelhilfe war. Trotzdem muss er ein Kompliment machen: „Dieses Gericht, hervorragend!“ Und das, obwohl er Thunfisch nicht mag.

Nach dem Blini-Stress kann endlich gespeist werden, von links: Heiko, Sarah, Stefan, Gabi und Seda.
 (Bild: RTL)

Nach dem Blini-Stress kann endlich gespeist werden, von links: Heiko, Sarah, Stefan, Gabi und Seda. (Bild: RTL)

Die Sauce périgordine kann niemand aussprechen. „Ich hoffe, das ist keine Innereien-Sauce“, hat Seda eine Vorahnung. „Wenn die Innereien irgendwo in der Sauce verschwunden sind, vielleicht hat die Sauce auch ein bisschen Lebergeschmack, dann hätte ich da ein Problem mit“, ist auch Gabi abgeneigt. Was sich wirklich dahinter verbirgt: Geflügelleber, Morchel, Kalb.

Probleme mit den Blinis

Obwohl sich Gabi die ganze Woche auf Platz eins gesehen hat, hat sie mit dem Wochensieg nicht gerechnet. 
 (Bild: RTL)

Obwohl sich Gabi die ganze Woche auf Platz eins gesehen hat, hat sie mit dem Wochensieg nicht gerechnet. (Bild: RTL)

Derweil hat Stefan in der Küche Probleme mit den Blinis. Dann kommt auch noch die leicht beschwipste Gabi in der Küche vorbei und will anstoßen. „Er war extrem gestresst. Und ich glaube, der Karsten hat ihm gefehlt“, bemerkt sie die angespannten Schwingungen. Stefan wird an der Pfanne nervös: „Die werden nix.“ Die erste Ladung landet im Müll. Auch die zweite will nicht anbraten. Stefan flucht: „Das habe ich mir nicht so vorgestellt.“ Die spontane Lösung: Ei in den Teig. Und schon läuft's.

„Is da Leber in der Sauce?“, fragt Sarah (27). Sie findet es jedenfalls: „Lecker!“ Auch Gabi kann den Hauptgang genießen. Aber: „Die Blinis schmecken nicht nach russischen Blinis.“ Stefan weist darauf hin: „Das ist ein Rezept von Dieter Müller.“ Seda findet: „Die Blinis haben mir zu stark nach Ei geschmeckt, auch nach Ei gerochen. Das ist so überhaupt nicht meins.“ Die getrockneten Morcheln fallen bei Heiko komplett durch: „Ich fand die sch...e.“

Millefeuille führt in die Irre

Die Millefeuille sind anders als erwartet keine Blätterteigschnitten, sondern Vanille-Eis, Schoko-Mousse und aufgefächerte Schokoladenplättchen. Sarah wundert sich: „Dadurch, dass mir der Nachtisch als Schokoladen-Millefeuille angekündigt wurde, war ich ein wenig enttäuscht, dass da keine Art von Blätterteig zu sehen war.“ Gabi stimmt zu: „Ich war tatsächlich von dem Nachtisch auch richtig enttäuscht.“ Außerdem fummelt sie mit dem Löffel in Sedas Teller herum, was die etwas merkwürdig findet. „War das der Alkohol?“, lacht Gabi. Ihr Dessert lässt sie gleich ganz stehen. Seda findet hingegen lobende Worte: „Das Eis kann man nicht übertreffen. Das war wirklich erste Klasse. Fast besser als beim Italiener.“

Wie schon die Abende zuvor sieht sich Gabi nach der Woche auf dem ersten Platz. Und tatsächlich: 35 Punkte reichen ihr zum Sieg. Den Gewinn spendet sie direkt einer wohltätigen Organisation. Obwohl Seda Stefan eine glatte 10 gibt, sammelt er nur 32 Punkte ein. (tsch)