An Tag 4 der Bremen-Woche gehen die Gäste nach dem „Dinner“-Abend hungrig nach Hause, denn Nico (39) geizt mit den Portionen. Obendrein serviert er statt dem geplanten Dessert nur ein paar Apfelschnitze, die er als Mallorquinische Spezialität anpreist ...
„Erbärmlich“„Dinner“-Gastgeber irritiert mit lieblosen Speisen - und lügt seinen Gästen dreist ins Gesicht

Vier kleine, braune Apfelstücke aus dem Ofen: Das Dessert wirft Fragen auf. (Bild: RTL)
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Während Micha im Burrata-Topf rührt, hadert Nico mit dem selbstgemachten Tofu. Sollte der nicht fest werden? (Bild: RTL)
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„Ich bin kein guter Koch, nehme die Herausforderung aber gerne an“, schätzt Nico seine Küchen-Skills realistisch ein. In Osterholz-Scharmbeck bei Bremen hat es sich der Party-Schlagersänger mit seiner Familie gemütlich gemacht. Auf Mallorca tritt er zusammen mit seinem Kumpel Micha (63) jede Woche im Oberbayern auf und lebt damit seinen Traumberuf aus.
Die bisherige „Dinner“-Woche zeigte sich Nico eher mäkelig, weil ihm vieles nicht schmeckte: „Ich habe mir gewünscht, dass wir auch vielleicht Fleisch bekommen, oder eher in die Richtung, dass es mal einen leckeren Braten gibt.“ Doch bisher musste er viel Veganes ertragen. Trotz der Abneigung gegen Fleischloses gibt er für Veganerin Zeynep (34) sein Bestes: „Wir probieren heute mal, den Tofu selber zu machen.“ Es gibt:

Wenigstens lässt sich der Burrata schön in Knödel formen und die Tagliatelle sind professionell zum Trocknen aufgehängt. (Bild: RTL)
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Um 17.11 Uhr fehlt noch jede Spur von der Crema catalana. „Die dauert eigentlich viel zu viel Zeit“, überlegt sich Nico eine spontane Planänderung. Stattdessen will er einfach Äpfel servieren, „und ich hab den ganzen Stress nicht“.
Hat Nico etwa eine Strategie?

In der Party-Limousine dürfen Elena, Charlotte, Zeynep und Philip (von links nach rechts) schon mal vorglühen. (Bild: RTL)
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Charlotte, Zeynep und die anderen Gäste sind von der Vorspeise ein wenig irritiert. (Bild: RTL)
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Nico ging die vergangenen Tage sehr sparsam mit der Vergabe der Punkte um, hielt sich dafür mit Kritik nicht zurück. Ob er dafür heute die Quittung bekommt? „Ich bin seit gestern am Überlegen, ob er das wirklich so als nicht perfekt genug empfindet, oder ob das so ein bisschen Strategie sein kann“, weiß Zeynep nicht, was sie von Nico halten soll. „Er ist manchmal sehr mutig mit seinen Aussagen“, fiel Charlotte (72) die Kritikfreude ebenfalls auf.
Die erste Überraschung des Abends wartet am Bahnhof: Nico lässt die Gäste mit einer Limousine abholen, Getränke inklusive. Das macht schon mal Eindruck. Derweil steht Nico noch immer in der Küche: „Vieles hat ja heute nicht geklappt, mir ist richtig die Zeit weggelaufen.“ Deshalb zieht er sich gar nicht mehr um. Als Nico die Gäste im Profi-Kochoutfit empfängt, ahnen die vier, wo der Abend hingeht. Zeynep lacht: „Teil der großen Nico-Reality-Show.“
Zermatschte Tomaten als Vorspeise

Ein paar Nudelfäden und ein paar Bröckchen Lachs ergeben die Hauptspeise, von der weder Philip noch Elena satt werden. (Bild: RTL)
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„Also, ich habe mir was anderes vorgestellt“, gesteht Philip (23) beim Blick auf die Vorspeise. Für Charlotte ist der Frischkäseknödel, wie er auf dem Teller liegt, „keine Burrata“. Das begründet Nico mit der langen Herstellungszeit, weswegen er die schnelle Variante gewählt hat. Elena (31) stellt die berechtigte Frage: „Aber warum hast du dich dann für einen Burrata selbstgemacht entschieden?“ Nico bleibt bei seiner Idee: „Ich wollte ihn selber machen.“ Elena rechnet ihm die Mühe an, findet die Vorspeise aber insgesamt „echt unbefriedigend“, vor allem weil die Tomaten-Variationen einfach nur verschiedene zermatschte Tomaten-Sorten sind.
„Was ich sicherlich kann, das ist Fisch“, gibt sich Angler Nico beim Hauptgang selbstbewusst. Den Lachs kauft er vom Markt und würzt ihn mit seiner Geheimmischung, die Nudeln macht er immerhin selbst. Nach der verpatzten DIY-Aktion bekommt Zeynep nun ein lieblos angebratenes Stück gekauften Tofu auf einem kleinen Häuflein Nudeln. „Ich war irritiert“, fehlen ihr die Worte. Nachdem Nico die vergangenen Tage jammerte, nicht satt geworden zu sein, fällt die Hauptspeise sehr überschaubar aus. Philip beschreibt es so: „Für mich war die Portion erbärmlich.“ Für Charlottes Hunger reicht die Mahlzeit ebenfalls nicht aus: „Hast du noch Nudeln?“ Über die Portion kann sie nur den Kopf schütteln: „Das war ein Happs, ein Zwischengang.“
„Mallorquinischer Apfel“ soll was Besonderes sein
Die absolute Krönung des Abends sind vier kleine Apfelstückchen, die Nico den Gästen als „Bratapfel“ verkauft. „Ich habe mir da was Besonderes für euch überlegt“, kündigt er den Nachtisch an. „Ist ein Mallorquinischer Apfel.“ Auf Philips Frage, ob ihm die Idee dazu erst heute gekommen sei, lügt ihm Nico ins Gesicht: „Hatte ich gestern schon.“ Elena empört sich über das bisschen Obst: „Er hat ein paar Stückchen Apfel gebacken und ein bisschen Zucker mit dem Bunsen-Burner karamellisiert.“ Vor allem durchschaut sie die Lüge: „Was ich dabei am schlimmsten finde, ist, wie er dann darüber geredet hat und uns andrehen wollte, dass das ein besonderer Apfel aus Mallorca war.“
Philips Fazit zum Menü: „Es wurde als mehr verkauft, als es eigentlich ist. Und das fand ich halt schade. Mich hat es dann enttäuscht am Ende.“ Überraschend wohlwollend fällt dafür die Bewertung von 25 Punkten aus. (tsch)