Als Kind sei Martin Rütter „wahnsinnigem Psychoterror“ durch seine eigene Mutter ausgesetzt gewesen. Bei RTL sprach der Hundeprofi nun darüber, weshalb der Kontaktabbruch zu seinen Eltern für ihn „lebenswichtig“ gewesen sei.
Martin Rütter findetEltern haben „nicht das Recht, geliebt zu werden“

Martin Rütter hatte eine schwere Kindheit. Heute habe der Hundeprofi „Frieden geschlossen“. (Bild: RTL / Mina TV)
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„Nur, weil meine Eltern meine Eltern sind, muss ich sie nicht lieben“, findet Martin Rütter. Gemeinsam mit seinen Freunden und TV-Kollegen Ilka Bessin und Detlev Steves spricht der Hundeprofi in seiner neuen Show „Am Lagerfeuer mit Martin Rütter“ (abrufbar bei RTL+) offen über das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern.
„Mein Vater ist Vater geworden, da war der so 19, und meine Mutter 24. Mein Vater war ein Baby im Kopf. Der wollte Fußball spielen und mit den Jungs rausgehen. Und dann sind die irgendwie aus Versehen schwanger geworden“, erzählt Rütter. „In der Generation war das so: Ring drauf, heiraten, aus die Maus.“ Als er ein Säugling gewesen sei, habe sich häufig seine sechs Jahre ältere Schwester um ihn gekümmert, während seine Eltern „einfach ganz entspannt die ganze Nacht weg“ gewesen seien. Sein Vater sei schlichtweg „nicht reif“ genug gewesen, sich seiner Verantwortung zu stellen, erklärt Rütter. Seine Mutter sei hingegen „total biestig“ gewesen.
„Die hätten mich fertiggemacht“
„Meine Mutter war so überfordert mit der Situation, dass die völlig gewalttätig durchknallte“, erinnert sich der TV-Star. Dadurch sei er als Kind einem „wahnsinnigen Psychoterror“ ausgesetzt gewesen: „Man muss sich vorstellen: Klein Martin ist sechs Jahre alt, wird nachts um drei Uhr wach und die Mutter steht über dem Bett und schreit heulend: 'Jetzt bringen wir uns um!' Dann packt sie mich ins Auto, fährt mit mir heulend durch den Wald und schreit: 'Ich fahr vor den Baum!'“
Sein Vater habe „nicht eine Sekunde das Gefühl“ gehabt, seine Kinder „beschützen“ zu müssen. „Ich bin dann mit 17 ausgezogen und habe mich bereits mit 20 komplett von meinen Eltern abgenabelt“, erinnert sich Rütter. „15, 20 Jahre lang“ habe kein Kontakt bestanden. Heute habe der 54-Jährige „Frieden geschlossen“; seine Mutter sei inzwischen verstorben.
Liebe empfinde Rütter für seine Eltern nicht: „Ich darf auch sagen: Ich lehne das völlig ab, was ihr macht, und ich möchte mich davon abgrenzen. Bei mir war das lebenswichtig. Die hätten mich fertiggemacht.“ Aus diesem Grund halte es der Hunde-Experte, der selbst Vater ist, für „schwierig, zu sagen: 'Nur, weil es Mama und Papa sind, haben die alles recht der Welt, geliebt zu werden.'“ Rütter findet: „Nein, haben die nicht, ehrlich gesagt.“ (tsch)