Wie bitte? Horst Lichter dachte kurz, er hätte sich verhört, als die „Bares für Rares“-Expertin Dr. Bianca Berding einen Begriff nannte. Der war eine spontane Wortschöpfung und trieb ihr auch gleich die Röte ins Gesicht.
„Bares für Rares“Schlüpfrige Wortschöpfung lässt Expertin vor Scham erröten

Bei der Expertise von Bianca Berding traute Horst Lichter seinen Ohren kaum. (Bild: ZDF)
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Die beiden Verkäuferinnen hatten zwei Kerzenständer mitgebracht. (Bild: ZDF)
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Vor Begeisterung über die Raritäten fiel der „Bares für Rares“-Expertin Dr. Bianca Berding ein Fachbegriff nicht ein. Also improvisierte sie mit einem Wort, bei dem Horst Lichter dachte, sich verhört zu haben ... „Toll sind die“, bewunderte der Moderator die beiden Kerzenleuchter. „Die habe ich seit über zwanzig Jahren. Die habe ich von meiner Mutter geerbt“, erzählte Anette aus Neuss, die von ihrer Freundin Gisela begleitet wurde. „Die wurden gut gepflegt“, stellte Lichter fest. „Die sehen ja immer noch wie neu aus.“ Entsprechend angetan war die Expertin Dr. Bianca Berding von der Silberware. „Du hast auch einen Glanz in den Augen“, überließ Lichter ihr das Wort.
„Ich bin begeistert, denn wir haben nicht nur einen, wir haben auch noch zwei davon“, begann Berding. Früher wurde diese Form des Kandelabers auf dem Tisch gebraucht, um ohne elektrischen Strom beim Essen überhaupt etwas zu sehen. „Hier haben wir den Barockstil vorliegen. Ganz klassisch haben wir hier diese Balusterform im Schaft“, beschrieb sie den Aufbau. „Wir haben den Fuß, der in sich hineingezogen ist mit diesem wunderbaren Voluptus, sage ich jetzt mal ...“

Weil sie die Kerzenständer mit der Form eines Voluptus (englisch: üppige oder kurvenreiche Figur einer Frau) charakterisierte, wurde Bianca Berding rot. (Bild: ZDF)
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„Voluptus???“, fragte Horst Lichter und kicherte. „Ein tolles Wort! Wow!“ Das hatte er ja noch nie gehört! Bianca Berding lachte über ihre eigene Wortschöpfung: „Jaaa, das kam jetzt aus mir heraus! Um ehrlich zu sein: Mit ist der richtige Terminus technicus gerade nicht eingefallen, deshalb habe ich Voluptus gesagt.“
„Mir wird ganz heiß“: Expertin wird nach Einschätzung von Unikat rot

Den Händlern um Fabian Kahl (links) und Markus Wildhagen gefielen die Kerzenständer. (Bild: ZDF)
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„Aber jeder weiß, was ich meine?“, rechtfertigte sie den Begriff, während ihr die Röte ins Gesicht stieg. „Jetzt wird mir ganz heiß.“ Schließlich umschreibt der englische Begriff „voluptuous“ die üppige oder kurvenreiche Figur einer Frau. Lichter kriegte sich vor Lachen kaum mehr ein: „Haben Sie auch einen Kerzenleuchter mit Voluptus?“ Doch dann ging die Expertise sachlich weiter und Bianca Berding schätzte den Wert der Kerzenleuchter von Koch & Bergfeld aus der Zeit zwischen 1915 und 1933 auf 3.000 bis 4.000 Euro.

Julian Schmitz-Avila waren sie 3.300 Euro wert. (Bild: ZDF)
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„Die sind in einem sehr guten Zustand. Die haben ein paar Kratzer, aber ansonsten sind sie ja wirklich tadellos gepflegt“, fiel Lisa Nüdling auf. Auch bei den Händlerkollegen war das Interesse groß. „Lässt sich immer gut verkaufen sowas“, meinte Fabian Kahl. „Der Silberpreis ist gerade sehr gut“, bot auch Markus Wildhagen mit. Am Ende gab Julian Schmitz-Avila mit 3.300 Euro das höchste Gebot ab und bekam den Zuschlag. „Ich hätte sie Ihnen allen gegönnt“, verabschiedete sich die Verkäuferin vom Händlerteam. „Aber wer das meiste bietet, ist klar, der bekommt es.“
Von wegen Antiquität: Horst Lichter schickt Verkäufer nach Hause
Ebenfalls verkauft wurde eine Kette mit Anhänger und passendem Ring mit brasilianischen Amethysten aus den 1960er-Jahren. Beides hatte einen Wert von 850 bis 950 Euro. „Das ist wirklich tolle Handarbeit“, fand Lisa Nüdling und bezahlte dafür sogar 1.100 Euro. Weniger Erfolg hatte der Verkäufer eines Schaukastens mit Karussell-Memorabilien. Bei der Expertise stellte sich heraus: Das Objekt war trotz der Optik weder eine Rarität noch eine Antiquität. „Dafür darf ich leider keine Händlerkarte geben“, schickte Horst Lichter den Verkäufer wieder nach Hause.
Ein Spiegel im Eisengussrahmen aus den 1860er-Jahren hatte einen Wert von 500 bis 800 Euro. „Eine absolute Seltenheit“, stellte Lisa Nüdling fest, dass kaum jemand Spiegel verkaufen will. Für 350 Euro gab die Verkäuferin ihre Rarität an Fabian Kahl ab. Die Universalwaage aus den 1920er-Jahren inklusive Zubehör wurde auf 100 Euro geschätzt. Markus Wildhagen gab 90 Euro aus: „Ich könnte es mir als Requisite vorstellen.“ (tsch)