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Handball-OberligaTV Palmersheim geht mit einem Trainerduo in die kommende Saison

Lesezeit 4 Minuten
Vorstandsmitglieder und künftiges Trainerduo des TV Palmersheim stehen auf der Tribüne nebeneinander.

Palmersheims künftiges Trainerteam und der Vorstand haben die Weichen für die Zukunft gestellt: Guido Schmidt (Vorsitzender, v.l.), Marco Mayer, Peter Trimborn, Anika Dreifke (Kassenwartin) und Norbert Bung (stellvertretender Vorsitzender).

Palmersheims Trainer Peter Trimborn erhält im Sommer Unterstützung durch Marco Mayer, dem derzeit verletzten Spieler des Handball-Oberligisten.

„Abschied ist ein scharfes Schwert, das auch so tief ins Herz dir fährt.“ So sang es der britische Sänger Roger Whittaker in seinem 1984 erschienenen Song. Im Sommer 2026 könnte dieser Hit eine epochale Auferstehung feiern – zumindest im Raum Palmersheim. Dann nämlich soll Schluss sein für Trainer Peter Trimborn, der von der Bank des Oberligisten auf die Tribüne wechseln will und gleichzeitig in die Funktion als Sportlicher Leiter schlüpfen soll, als Bindeglied zwischen Vorstand und Mannschaft.

Eine erfolgreiche Ära wird dann „nach zehn schönen, aber auch arbeitsintensiven“ Jahren, so Trimborn, enden. Aus dem einstigen Kreisligisten ist ein gestandener Oberligist geworden. Einer, der einen guten Ruf am Mittelrhein und darüber hinaus genießt. Und dieser Erfolg ist eng mit Peter Trimborns Engagement verbunden.

Palmersheim strebt einen weiteren Aufstieg in den nächsten Jahren an

Der Trainer tritt aus mehreren Gründen bewusst in das zweite Glied zurück. „Wir wollen mit der Mannschaft versuchen, noch einen weiteren Sprung nach vorne zu machen“, so der 54-Jährige: Soll heißen: Der TVP peilt in den nächsten Jahren einen weiteren Aufstieg an. Dazu stellen die Palmersheimer die Weichen für die Zukunft und leiten in der nächsten Saison einen fließenden Übergang ein. Ein Abschied auf Raten sozusagen. Während der Hinrunde war bei Trimborn der Entschluss gereift, etwas verändern zu müssen.

Der neue Mann auf der Trainerbank ist ein „alter“ Bekannter, wenn man das von einem 24-Jährigen behaupten darf, mit dem nur die wenigsten auf dieser Position gerechnet haben dürften: Marco Mayer, derzeit verletzter Spieler der ersten Herrenmannschaft und in der Vorsaison Trainer der A-Junioren. Mayer und nicht René Lönenbach? „Ja, das stimmt, denn René hat klar signalisiert, dass er sich in der kommenden Saison noch einmal zu 100 Prozent als Spieler sieht und frei im Kopf voll angreifen will“, sagt Trimborn.

Die Spielerkarriere von Marco Mayer hängt am seidenen Faden

Aber warum Mayer? „Marco ist ein sehr wissbegieriger junger Mann, der den Handballsport lebt, der die Mannschaft und das Umfeld kennt und hier einen hohen Stellenwert genießt“, so Trimborn. Dass Mayer wegen seines Alters vielleicht nicht dem zu erwartenden Trainertyp entspricht, hat auch damit zu tun, dass seine Spielerkarriere aktuell am seidenen Faden hängt. „Ich wurde vorletzten Freitag noch einmal operiert, und da wurde mir das Kreuzband entfernt, sodass es derzeit unsicher ist, ob ich weiter Handball spielen kann“, sagt er.

Im Herbst folgt eine weitere Operation. Der junge Mann will, egal wie es ausgeht, dem Handball auf jeden Fall erhalten bleiben und plant, mit Unterstützung des TVP noch in diesem Jahr mit seiner Trainerausbildung zu beginnen.

Organisatorische Dinge rückten mehr und mehr in den Vordergrund

Peter Trimborn und Marco Mayer werden somit in der kommenden Saison als Trainerduo fungieren und wollen sich da ergänzen, wo Bedarf besteht. Sei es im Trainingsalltag, der Spielvorbereitung, dem Coaching im Spiel oder aber auch bei der Kaderzusammenstellung, die bereits im vollen Gange ist.

Dass es darüber hinaus zusätzlich viele organisatorische Dinge gibt, ist der zweite Hauptgrund Trimborns, in den Hintergrund zu rücken. „Das wurde in den letzten Jahren immer mehr, und ich habe das Gefühl bekommen, dass ich das Trainerdasein alleine nicht mehr so ausführen kann, wie es vielleicht sein sollte“, so der Frauenberger, der mittlerweile fast 50 Jahre aktiven Handball, davon knapp 25 Jahre als Spieler und Trainer des TVP, hinter sich hat.

Trimborn ist nämlich mehr als nur Trainer. Er kümmert sich um die Sponsorenakquise und -pflege, dass jemand bei den Heimspielen das Spiel filmt, dass genügend Wischerkinder und Ordner da sind, dass die Schiedsrichter Getränke bekommen und vieles mehr.

Peter ist, wie wir auch, total TVP-verrückt.
Norbert Bung

Der Mannschaft hat der Coach seinen Entschluss bereits mitgeteilt. Und wenn es auch für den ein oder anderen schwer war, das zu verarbeiten, ist Trimborn davon überzeugt, dass alle weiterhin Vollgas geben werden. „Ich bin 2026 ja nicht weg, sondern bekleide dann nur einen anderen Posten und übernehme die Aufgaben, die ein Trainer nicht unbedingt machen sollte“, so der Palmersheimer Erfolgstrainer.

Auch für den Vorstand ist dieses Vorgehen in Ordnung. „Peter ist, wie wir auch, total TVP-verrückt, und wir haben unheimliches Glück gehabt, dass er 2016 als Trainer für den Neuaufbau zugesagt hat und so viel, vor allem im Hintergrund, für den Verein getan hat“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Norbert Bung, der froh ist, dass im Verein mit Ruhe und Bedacht an Lösungen gearbeitet wird und dass Peter Trimborn dem Klub verbunden bleibt. Das Schwert des Abschieds ist also nicht ganz so scharf, wie eingangs erwähnt, aber es wird sicherlich seine Spuren hinterlassen.