Der Kreis Euskirchen legt die neuen Zahlen zum Grundstücksmarkt vor. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 2294 Käufe.
GrundstückeViele wollen im Kreis Euskirchen bauen – wenn sie nur wüssten wo

Im Kreis Euskirchen wollen viele bauen, leider mangelt es an entsprechenden Grundstücken.
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Baugrundstücke im Kreis Euskirchen sind immer noch sehr nachgefragt. Es gibt nur zu wenige davon. Wie bereits in den vergangenen Jahren mangelt es auch aktuell immer noch an Baugebieten. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses des Kreises hervor. Exakte Zahlen von Interessenten für Baugrundstücke sind darin zwar nicht erfasst. Doch in einigen Kommunen werden Wartelisten geführt, etwa in Mechernich. Anfang Februar hatte Stadtplaner Thomas Schiefer informiert, dass diese Liste rund 400 Einträge habe.
Die geringste Anzahl mit je sieben Verkäufen pro Gemeinde wurden in den Gebieten Dahlem und Weilerswist registriert.
Beim Verkauf von Grundstücken und Immobilien im Kreis Euskirchen war demzufolge im Jahr 2024 ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 2294 Kauffälle wurden dem Ausschuss vorgelegt, das sind 5,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei wurden 560,8 Millionen Euro umgesetzt (plus 30 Prozent). Der Blick in die einzelnen Teilmärkte:
Baugrundstücke: 217 Baugrundstücke für Wohnhäuser wechselten 2024 die Besitzer, 93 Prozent davon gingen an Privatpersonen. Im Vergleich zu 2023 stieg die Zahl der Verkaufsfälle um 26 Prozent.
Die meisten Baugrundstücke wurden in Mechernich (39), Bad Münstereifel und Zülpich (jeweils 36) verkauft. Es folgen Euskirchen (29), Hellenthal (17), Nettersheim (15), Schleiden (12), Blankenheim (10) und Kall (9). „Die geringste Anzahl mit je sieben Verkäufen pro Gemeinde wurden in den Gebieten Dahlem und Weilerswist registriert“, heißt es in dem Bericht.
Die Preise für Grundstücke im Kreis Euskirchen sind etwa konstant
Die Preise der Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienwohnhäuser waren gleichbleibend bis leicht gestiegen. Die höchsten Bodenrichtwerte für Baugrundstücke des individuellen Wohnhausbaus wurden zum Stichtag 1. Januar 2025 im Stadtgebiet Euskirchen mit 410 Euro pro Quadratmeter verzeichnet.
Es folgen Zülpich mit 370 und Weilerswist mit 360 Euro. „In Einzelfällen wurden in guten bis sehr guten Wohnlagen dieser Gemeinde- und Stadtgebiete Kaufpreise gezahlt, die erneut über den Bodenrichtwerten lagen“, stellen die Gutachter in ihrem Bericht fest. Eine große Spanne weist der südliche Teil des Kreises auf: Hier lagen die Preise von 30 bis mehr als 100 Euro je Quadratmeter.
„Baugrundstücke in aktuell vermarkteten Neubaugebieten“, so die Gutachter, „weisen im Vergleich zum bereits bestehenden Umfeld weiterhin ein durchschnittlich höheres Preisniveau auf und werden insbesondere auch in den zum Köln/Bonner Raum gelegenen Orten nachgefragt.“
288 Eigentumswohnungen wechselten im Kreis Euskirchen die Besitzer
Neue und gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser: 1006 Verkaufsfälle, das sind elf Prozent mehr als 2023, wurden registriert. Die Preise sind geringfügig gestiegen.
Eigentumswohnungen: 288 Eigentumswohnungen wurden verkauft, darunter waren 83 Erstverkäufe. Das ist ein Anstieg um 12 Prozent. Die Preise im Weiterverkauf sind im Schnitt geringfügig um zwei Prozent gesunken. Für neue Eigentumswohnungen wurden durchschnittlich rund 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlt.

Der Verkauf von Eigentumswohnungen ist 2024 im Kreis Euskirchen um 12 Prozent gestiegen.
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Landwirtschaftlich genutzte Grundstücke: Im Jahr 2024 sind im Kreis Euskirchen rund 249 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen in 173 Kauffällen (plus zwei Prozent) veräußert worden. Die Preise sind in weiten Teilen des Kreises gleichbleibend bis leicht gestiegen.
Bei einer Bodengüte von rund 70 (der beste Boden in Deutschland befindet sich in der Magdeburger Börde und hat die Bodengüte 100) lag der durchschnittliche Kaufpreis in den Kommunen Euskirchen, Weilerswist und Zülpich für Ackerflächen zwischen 6,25 und 9,40 Euro pro Quadratmeter.
In weiten Teilen des südlichen Kreisgebietes mit 30 bis 35 Bodenpunkten wurden überwiegend Grünlandflächen zu Durchschnittspreisen von 1,45 bis 3,25 Euro gehandelt.
Informationen zum Grundstücksmarkt sind im Internet frei zugänglich. (mit thw)