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BenefizkonzerteUkrainer auf Tournee in Oberberg

Lesezeit 3 Minuten
Zwei Musiker.

Sie musizieren für die Ukraine: Viktor Kharenko am Klavier und Volodymyr Vedorov am Cello. 

Zwei ukrainische Musiker geben am Sonntag ein Konzert für die Lindlarer Partnergemeinde Radomyschl. Am Samstag treten sie bereits in Volkenrath auf.

Klassische Musik genießen und dabei noch eine gute Sache unterstützen, das geht am Sonntag, 6. April, um 17 Uhr im Kulturzentrum Lindlar am Wilhelm-Breidenbach-Weg. Der Förderverein für Musik und Lindlar-Kultur veranstalten ein Benefizkonzert für Radomyschl, die ukrainische Partnergemeinde von Lindlar.

Mit dem Pianisten Viktor Kharenko und dem Cellisten Volodymyr Vedorov wirken zwei Musiker mit, die beide aus Charkiw im Osten der Ukraine stammen. „Wir haben dort zusammen studiert und gemeinsam viel Kammermusik gemacht“, erzählen die beiden 34-Jährigen. Sie schwärme vom lebendigen Musikleben, das es in der Stadt gegeben habe. „Es gab dort vier Orchester“, berichten sie.

Zuflucht in Gummersbach

Doch seit dem russischen Überfall auf die Ukraine liegt Charkiw unter ständigem Bombardement der russischen Armee, Leid und Zerstörung sind Alltag geworden. Viele Menschen sind geflohen, in den Westen des Landes oder nach Westeuropa.

Viktor Kharenko kam mit seiner Frau und den Kindern vor drei Jahren aus der Ukraine nach Gummersbach. „Das war anfangs nicht leicht“, erzählt er in sehr gutem Deutsch, „ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Sprache.“ Doch mithilfe anderer Ukrainer und der Gemeinde hat sich die Familie gut eingelebt. Viktor Kharenko arbeitet als Klavierlehrer an einer privaten Musikschule in Engelskirchen. Über eine seiner Schülerinnen kam der Kontakt zu Lindlar-Kultur zustande.

Auch Volodymyr Vedorov hat Charkiw verlassen, er hat in den Niederlanden, in der Nähe von Antwerpen, eine neue Heimat gefunden und ist Mitglied des dortigen Sinfonieorchesters. Für das Lindlarer Konzert haben sich die beiden Freunde ein besonders Programm ausgedacht. Sie spielen das Stück „Kol Nidrei“ Opus 47 von Max Bruch, nach jüdischen Melodien. „Es handelt sich um ein Gebet“, erklärt Kharenko, „und Beten ist im Krieg sehr wichtig“. Außerdem spielen sie die Sonate in e-Moll für Cello und Klavier von Johannes Brahms. „Wir haben uns bewusst für deutsche Komponisten entschieden, als ein Dankeschön an Deutschland“, sagt Kharenko.

Bei dem Benefizkonzert im Kulturzentrum spielt zudem der Lindlarer Pianist die zweite Ballade in F-Dur von Frederic Chopin und die Waldstein-Sonate von Ludwig van Beethoven.


Konzerte in Volkenrath und Lindlar

Das Konzert am Sonntag, 6. April, im Kulturzentrum Lindlar am Wilhelm-Breidenbach-Weg beginnt um 17 Uhr.  Karten für 15, ermäßigt zehn Eurogibt es bei Spielwaren Pfeifer in Lindlar, im Edeka-Markt Braun in Lindlar-Schmitzhöhe und an der Tageskasse.

Bereits am Samstag, 5. April,  18 Uhr, gibt es ein Kammerkonzert der Familie Kharenko in der evangelischen Kirche in Reichshof-Volkenrath, Volkenrather Straße 7. Viktor Kharenko, Alina Kharenko und Volodymyr Vederov sowie die Jugend-musiziert-Preisträger Margarita und Georg Kharenko spielen Werke von Brahms, Bruch, Bortkiewicz, Bach und Popmusik. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine Spende für die Ukrainehilfe wird gebeten.