LandtagskandidaturVera Werdes tritt für die SPD an

Siegerin Vera Werdes (links, Wahlkreis 21) mit Kreis-Parteichef Robert Winkels und der Kandidatin für den Wahlkreis 22, Heike Engels.
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Bergisch Gladbach/Rösrath – Als kurz vor 22 Uhr der Applaus im Hoffnungsthaler Bürgerforum aufbrandete, schien es die Siegerin erst gar nicht fassen zu können: Bei der Landtagswahl im kommenden Jahr wird Vera Werdes aus Bergisch Gladbach für die SPD im Wahlkreis 21 (Bergisch Gladbach/Rösrath) antreten. Im zweiten Wahlgang setzte sich die 37-Jährige gestern Abend mit 36 Stimmen deutlich gegen den früheren Gladbacher Bürgermeister Klaus Orth (19 Stimmen) sowie den aktuellen Vize-Bürgermeister der Kreisstadt, Michael Zalfen (33 Stimmen), durch.
Weniger mit fertigen Konzepten und langjähriger politischer Erfahrung als vielmehr mit zupackendem Kampfgeist und Engagement hatte die studierte Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin, Politikwissenschaftlerin und Soziologin zuvor die 88 stimmberechtigten SPD-Mitglieder aus Gladbach und Rösrath überzeugt.
Das Gegenteil von Holger Müller
„Als junge berufstätige Mutter bin ich genau das Gegenteil von Holger Müller“, hatte sie auf die Frage geantwortet, wie sich die einzelnen Bewerber um die SPD-Kandidatur gegenüber dem Kandidaten der CDU absetzen wollten.
Seit 2014 engagiert sich Werdes als Sachkundige Bürgerin für die SPD im Gladbacher Stadtrat, seit Anfang 2016 ist sie Geschäftsführerin und Pressesprecherin der SPD-Fraktion. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau hatte sich Werdes ihr Studium durch die Arbeit bei der Sparkasse KölnBonn finanziert. Bereits vor ihrem Umzug nach Bergisch Gladbach im Jahr 2009 war sie in der Kölner SPD aktiv gewesen.
„Besonders das Thema soziale Gerechtigkeit liegt mir am Herzen“, bekannte die 37-Jährige gestern Abend in ihrer Vorstellungsrede und nannte unter anderem die komplette Elternbeitragsfreiheit für die Betreuung in Kindertagesstätten als ein Ziel. Darüber hinaus sprach sich die zweifache Mutter für mehr bezahlbaren Wohnraum, gegen das Abitur nach zwölf Schuljahren und gegen den zunehmenden Fluglärm rund um den Airport Köln/Bonn vor allem in den Nachtstunden aus.
Souveräner Sieg
Nachdem sie im ersten Wahlgang, in dem die Hälfte der Stimmen für einen Sieg nötig gewesen wäre, lediglich 28 Stimmen geholt hatte (Zalfen 33, Orth 27), setzte sie sich im zweiten Wahlgang, in dem eine einfache Mehrheit ausreichte, souverän durch.
Erfreut zeigte sich auch die scheidende SPD-Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath, die vor der Kandidatenkür eine positive Bilanz ihrer Zeit in Düsseldorf gezogen hatte. Die Gladbacherin, die 2012 das Direktmandat gegen Holger Müller geholt hatte, hatte im Frühjahr angekündigt, 2017 nicht erneut anzutreten. Ihrer Nachfolgerin gab sie mit auf den Weg, dass auch sie 2017 das Direktmandat holen solle.
Werdes zeigte sich überwältigt: „Ich freue mich total über das Ergebnis und darauf, dass wir alle gemeinsam einen super Wahlkampf machen.“