Die Stadt Rösrath kündigt einen fertigen Wärmeplan bis Ende 2025 an. Ihr Infoabend zur Kommunalen Wärmeplanung stieß auf großes Interesse.
Energieversorgung in RösrathStadt kündigt fertigen Wärmeplan bis Ende 2025 an

Rund 130 Interessierte kamen in die Mensa des Freiherr-vom-Stein-Schulzentrums, um sich über die Kommunale Wärmeplanung in Rösrath zu informieren.
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Klarheit über die künftige Wärmeversorgung in Rösrath und die dafür anstehenden Weichenstellungen will die Stadt Rösrath schaffen – für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Unternehmen im Stadtgebiet. Dazu dient die Kommunale Wärmeplanung, die nun angelaufen ist. Ziel ist, bis Ende 2025 ein fertiges Konzept zu erarbeiten, den „Kommunalen Wärmeplan“. Er soll die notwendigen Schritte aufzeigen, um in Rösrath bis 2045 die Klimaneutralität bei der Wärmeversorgung zu erreichen.
Zum Auftakt des Planungsprozesses lud die Stadt zu einem Infoabend in die Mensa des Freiherr-vom-Stein-Schulzentrums ein, der auf reges Interesse stieß: Rund 130 Bürgerinnen und Bürger, auch viele Personen aus dem öffentlichen Leben, nutzten das Angebot – in der Mensa waren fast alle Plätze besetzt. Mit der Durchführung der Wärmeplanung beauftragt sind die Stadtwerke Rösrath, das hat die Kommunalpolitik im Vorjahr entschieden. Und federführend bei den Stadtwerken ist dabei Johann Stumpf, tätig als „Projektingenieur Erneuerbare Energien“. Öffentlich bekannt ist Stumpf bereits durch sein Engagement in der Rösrather Bürgerenergiegenossenschaft BEReG, wo er seit ihrem Start im Vorstand aktiv ist. Unterstützt bei der Wärmeplanung werden die Stadtwerke durch den in der Thematik erfahrenen Dienstleister Greenventory, der insbesondere die digitale Aufbereitung der Materie übernimmt.
Klarheit statt aktueller Unsicherheiten
„Ein Wärmeplan für Rösrath wird uns am Ende auch die Unsicherheiten nehmen, die es rund um das Heizen gibt“, erklärte Bürgermeisterin Bondina Schulze(Grüne) zu Beginn des Infoabends in der Mensa, bei dem Guido Wagner, Redaktionsleiter dieser Zeitung, moderierte. „Wir starten in einen Prozess“, sagte Schulze. Über die Fortschritte sollen sich Interessierte auf weiteren öffentlichen Veranstaltungen informieren können. Stadtwerke-Vorstand Christoph Schmidt zeigte sich überzeugt, dass das kommunale Unternehmen mit seinen „detaillierten Kenntnissen der örtlichen Gegebenheiten und Strukturen“ das nötige Know-how für die Wärmeplanung mitbringe.
Die einzelnen Schritte der Wärmeplanung erklärte Johann Stumpf in einem Referat für die Interessierten in der Mensa. Zu Beginn erfolge eine „Bestandsanalyse“, also die Beschaffung detaillierter Informationen zur aktuellen Wärmeversorgung, zu den genutzten Energiequellen, zu den vorhandenen Gebäuden und ihrem Alter, das Schlüsse auf den Wärmeverbrauch zulässt. Auch der Verbrauch insgesamt sei zu klären, so Stumpf. Darauf aufbauend erfolge im nächsten Schritt die „Potenzialanalyse“: Dabei zu ermitteln seien mögliche nutzbare Energiequellen und Wärmespeicher. Zu betrachten seien Photovoltaik und andere Wärmequellen, außerdem Abwärmepotenziale und die Möglichkeiten zur Energieeinsparung, insbesondere durch Gebäudesanierung. Den Energieverbrauch zu reduzieren, sei erfolgversprechend.

Johann Stumpf ist als „Projektingenieur Erneuerbare Energien“ bei den Stadtwerken Rösrath tätig und dort federführend bei der Kommunalen Wärmeplanung.
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In einem weiteren Schritt seien genauere Ziele bestimmen – neben der klimaneutralen Wärmeversorgung ab 2045 sei auch die Erhöhung der lokalen und regionalen Wertschöpfung zu nennen und eine Erhöhung der Krisensicherheit bei der Wärmeversorgung. Ein „Zielszenario“ solle Mitte 2025 vorliegen, ein fertiger Wärmeplan bei Ende 2025.
Nach Stumpfs Beitrag konnte das Publikum viele Fragen stellen. Eine wichtige Rolle spielte die Frage, was Verbraucher mit einer in die Jahre gekommenen Heizung tun sollten: Sollten sie eine Wärmepumpe einbauen lassen oder abwarten, ob womöglich ein Nahwärmenetz nutzbar sei? Stumpf stellte klar, die Haushalte könnten „frei entscheiden“, wesentlich sei aber, was wirtschaftlicher sei. Fachbereichsleiterin Kerstin Frey von der Stadtverwaltung machte klar, dass Nahwärmenetze meist nur in Neubaugebieten „Sinn“ hätten. Im Gespräch war auch eine „Flusswärmepumpe“ mit Sülzwasser, Stumpf fand es aber „zu früh“, dazu eine Aussage zu machen.
Auf das Potenzial von kalter Nahwärme, die auch Gebäude kühlen könne, wies Energieexperte Wolfgang Lieth (Grüne) hin, sie sollte in die Planung einbezogen werden. Ein weiteres Thema war der Ausbau des Stromnetzes: Es werde bereits „laufend ausgebaut“ sagte Stumpf, dies sei aber „eventuell zu beschleunigen“. Den Ausbaubedarf bestätigte Stadtwerke-Vorstand Schmidt.
Fragen an die Stadtwerke per E-Mail
Als Ansprechpartner für Fragen, die aktuell noch nicht mit Sicherheit zu beantworten sind, steht Projektingenieur Johann Stumpf bei den Stadtwerken Rösrath zur Verfügung. Privatleute und Unternehmen können ihn am besten per E-Mail unter Johann.Stumpf@roesrath.de erreichen. Telefonisch ist er unter (02205) 92 50 524 ansprechbar. Stumpf empfahl Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Heizung erneuern lassen wollen, eine Energieberatung. Ob Nahwärme nutzbar sei, könnten sie bei den Stadtwerken erfragen.