Die Stadt richtet bis zu den Sommerferien für 43.000 Euro einen Bustransfer zu anderen Hallen ein – Neue Halle soll im August 2028 fertig sein.
Gesperrte TurnhalleEltern in Frechen-Königsdorf kritisieren die Situation des Schulsports

Eltern der Johannesschule bemängeln die Situation des Sportunterrichts für ihre Kinder - die marode Sporthalle ist wieder wegen Sicherheitsmängeln geschlossen.
Copyright: Alexa Jansen
„Aus unserer Sicht ist die aktuelle Situation des Schulsports in Königsdorf inakzeptabel und zeigt ein Versagen der städtischen Planung und der Reaktion auf dringende Bildungsbedürfnisse. Die unbenutzbare Sporthalle an der Johannesschule hat dazu geführt, dass rund 500 Grundschüler keinen qualifizierten Sportunterricht erhalten“, mit deutlichen Worten kommentiert die Elterninitiative „Schulturnhalle Johannesschule“ die aktuelle Situation ihrer Kinder.
Mehr als einhundert Eltern sind Mitglied der Initiative, eine WhatsApp-Gruppe zu dem Thema hat mehr als 160 Teilnehmer. Die Johannsschule gilt als eine der größten Grundschulen in Nordrhein-Westfalen.
Frechen: Statiker ordnete wegen Einsturzgefahr die sofortige Sperrung der Halle an
Der Hintergrund: Die marode Sporthalle der Schule, die immer wieder wegen Sicherheitsmängeln gesperrt werden musste, ist seit September vergangenen Jahres erneut geschlossen. Ein Statiker hatte wegen der Durchbiegung der Deckenkonstruktion und damit verbundener Einsturzgefahr die sofortige Sperrung der Halle angeordnet.
Sie gilt bis April, weitere Untersuchungen sollen im März abgeschlossen sein, dann soll es eine Neubewertung geben. Mit einer Wiedereröffnung wird allerdings nicht gerechnet. Auch die zweite Sporthalle in Königsdorf, die Gerhard-Berger-Halle, ist wegen der Nutzung als Unterkunft für Geflüchtete seit März 2022 geschlossen.
Der Bau einer mobilen Halle als Zwischenlösung soll geprüft werden
Die Stadtverwaltung hat nun parallel Pläne zum Neubau einer Sporthalle angestoßen, mit dem Baustart wird im September 2026, mit der Inbetriebnahme im August 2028 gerechnet. „Warum haben die Pläne dafür so lange in den Schubladen gelegen, die Probleme sind altbekannt“, kritisiert ein Vater. Er sei selber auf der Schule gewesen und hätte in der wohl rund 75 Jahre alten Turnhalle Sportunterricht gehabt: „Es ist alles genauso aus wie früher, der gleiche Geruch, die gleichen Baustellen.“
Die CDU-Fraktion hat zwischenzeitlich den Antrag gestellt, die Einrichtung einer mobilen Sporthalle in Königsdorf zu prüfen, um den Schul- und Vereinssport zu sichern. Dies wurde vom Schul- und Bauausschuss einstimmig beschlossen. Diese Vorstöße werden von den Eltern positiv bewertet, allerdings finden sie „es traurig, dass Eltern erst Eigeninitiativen starten müssen, um Lösungen für die Verfehlungen der Politik zu finden“.
Frechen: Zusätzlicher Bustransfer für rund 43.000 Euro
Die Stadt bietet jetzt den Kindern, die nun seit Monaten in der Aula und in den Klassenräumen „Bewegungsangebote“ erhalten, ab Montag, 10. Februar, einen zusätzlichen Bustransfer mit elf Fahrten wöchentlich für 13 Klassen für den Sportunterricht in anderen Hallen (Franz-Brück-Halle und Edith-Stein-Schule) in Frechen an. Er soll die bereits vorhandenen Fahrten zum Schwimmen ins Fresh-open und an die Edith-Stein-Schule ergänzen.
Die Aufträge für den Transfer wurden Anfang dieser Woche an zwei Busunternehmen vergeben – die ersten beiden Ausschreibungen waren wochenlang erfolglos geblieben. Der Auftrag läuft nach Angaben der Stadt zunächst nur bis zum 11. Juli, da im April zunächst über die weitere Vorgehensweise bezüglich der gesperrten Halle der Johannesschule entschieden würde. Der zusätzliche Busverkehr bis zu den Sommerferien kostet laut Stadt rund 43.000 Euro.

Die Sporthalle an der Johannesschule ist wieder wegen Sicherheitsmängeln geschlossen, da Einsturzgefahr besteht. Unter anderem sind auch die Glasbausteine mit Spanplatten gegen das Herausfallen gesichert.
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„Wir nehmen das positiv auf“, kommentiert eine Mutter, „aber können wir wirklich auf einen zuverlässigen Busverkehr vertrauen?“ Die Eltern fürchten den Ausfall des Busshuttle durch erkrankte Fahrer und kritisieren auch die Zeit, die die Kinder in den Bussen verbringen müssen. „Die Fahrzeiten gehen doch vom Sportunterricht oder auch von den Pausen ab“, fürchtet ein Vater. Er bezweifelt, dass die drei Wochenstunden Sport aus dem Lehrplan auch wirklich voll eingehalten werden können.
„Was ist das überhaupt für ein großer, logistischer Aufwand, über 500 Kinder für die nächsten drei, vier Jahre mit dem Bus durch Frechen zu fahren?“, fragt die Initiative weiter. Ihre Mitglieder fürchten zudem, dass nach den Sommerferien die nächste Ausschreibung auch wieder nur mit Verzögerung vergeben werden könne: „Dann geht wieder alles von vorne los!“