Rhein-Erft10.000 Euro teure Tanne vor dem Kreishaus darf nicht geschmückt werden

So sieht die Tanne vor dem Kreishaus aktuell aus.
Copyright: Dennis Vlaminck
Rhein-Erft-Kreis – Kein Lichterglanz, keine Weihnachtsstimmung: Splitterfasernackt steht die acht Meter hohe Nordmanntanne vor dem Kreishaus. Vor einem Jahr noch strahlte sie gülden dank Lichterketten und spendete im Auftrag des Landrats Trost in den düsteren Zeiten der Pandemie. Schmucke 10.000 Euro hatte sich der Kreis den Hoffnungsschimmer-Baum kosten lassen, klimaneutral per Lastwagen aus dem Emsland an die Erft geholt. Ein Licht in der Dunkelheit.
Und heute, ein Jahr später? Das Virus steckt noch immer an, und der nadelnde Baum ist selbst zum Patienten geworden. Trübe Tasse statt toller Tanne. Nicht einmal mit den leichten LED-Lichterkettchen dürfen die dürren Äste behängt werden. „Mit dem Schmücken würde der Baum Stress ausgesetzt, und es besteht die Gefahr von Astbrüchen, was zum Eingehen des Baumes führen kann“, heißt es dazu aus dem Kreishaus.
Tannenbaum vor Bergheimer Kreishaus muss geschont werden
Stress für die Tanne? Astbruch? Baumsterben? Das will ja nun wirklich niemand. Frühestens im nächsten Jahr darf die Tanne also wieder leuchten und Hoffnung spenden.

Die Tanne vor einem Jahr: stattlich und kostspielig.
Copyright: Dennis Vlaminck
Wenn sie es denn schafft. Denn der Baum ist noch nicht über den Berg. Zwei Jahresringe soll die Gesundung dauern. Dafür gibt es laut Kreis die nötige Pflege. Vermutlich, was man als Baum dieser Edelklasse halt so benötigt: Wurzelbehandlung, Lichttherapie, Stammzellenspende, Zapfenstreicheln.
Das könnte Sie auch interessieren:
Ironische Nadelsticheleien ziemen sich hier nicht. Ein wenig Mitgefühl wäre angebracht. Wenn jeder, der sich im vorigen Jahr vom Anblick des stattlichen Weihnachtsbaums hat aufmuntern lassen, nun für die Tanne eine Kerze ins Fenster stellt, dann leuchtet der Kreis auch dieses Jahr ein bisschen.