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Kriegsende 1945Eitorf gedenkt der Bombenangriffe vor 80 Jahren

Lesezeit 2 Minuten
Schwarz-Weißfoto, zerstörte Gebäude nach einem Bombenangriff.

Nur Trümmer blieben übrig vom alten Turm, nachdem Eitorf im März 1945 das Ziel zweier Bombenangriffen war.

Am 8. und am 17. März 1945 starben insgesamt 234 Menschen, weite Teile der Ortsmitte wurden zerstört.

Fast der gesamte Ortskern wurde vor 80 Jahren zerstört, als in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zwei Bombenteppiche Eitorf in Schutt und Asche legten; 234 Menschen starben. Zunächst gab es am 8. März 139 Tote und viele Verletzte, beim zweiten Angriff amerikanischer Bomber am 17. März waren noch einmal 95 Toten und zahlreiche Verletzte zu beklagen.

Industrie und Raketenrampe machten Eitorf zum Ziel der Angriffe

Eitorf galt damals mit seiner Industrie, den beiden Bahnhöfen und den Siegbrücken sowie der Abschussrampe für die V1-Raketen als strategisches Ziel. Auch der alte Turm und das Rathaus wurden beim zweiten Angriff zerstört. Allein im Turm starben 25 Menschen. Weitere 19 Eitorfer kamen durch die Bomben auf die Bauster Mühle, den Damm des Mühlenteiches und das Getreidesilo der Bäckerei ums Leben. 80 Jahre später lädt der Heimatverein für Montag, 17. März, zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer ein.

Schon während des ersten Angriffs wurden mehr als 30 Häuser zerstört, viele weitere schwer beschädigt. Wie der 2015 gestorbene Eitorfer Bürgermeister Heinz-Josef Nüchel als Augenzeuge einmal berichtete, waren nach den Bomben an jenem 8. März die Asbacher Straße, Cäcilienstraße, Leienberg und Hospitalstraße nur noch ein Trümmerfeld.

Schwarz-Weiß-Foto einer zerstörten Brücke; die Fahrbahnteile liegen im Fluss.

Zerstört war auch die Siegbrücke nach Kelters.

Auch das Krankenhaus war zerstört, das Gewölbe über dem Altar der Patriciuskirche war herabgestürzt. Wie die Augenzeugen Nüchel und Josef Ersfeld weiter berichteten, versuchten die Überlebenden überall im Ort, unter den Trümmern Verschüttete zu retten, oft mit bloßen Händen.

Um 17.45 Uhr läuten die Glocken von Eitorfer Kirche

Das Erinnern beginnt am Montag, 17. März, um 17.45 Uhr mit dem Glockengeläut der Kirche St. Patricius. 80 Schläge sollen erklingen, ein Schlag für jedes Jahr, das seit dem Krieg vergangen ist. Um 18 Uhr folgt ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Kirche, musikalisch begleitet vom Cäcilien-Pfarrchor und dem evangelischen Kirchenchor. Eine kurze Ansprache des Heimatvereins soll anschließend ein Zeichen der Erinnerung und Mahnung für kommende Generationen setzen.

Bei einem gemeinsamen Gang zum Marktplatz wird am Gedenkstein des „alten Turms“ ein Kranz niedergelegt. Dieser Gedenkstein war 1992 auf dem Marktplatz errichtet worden. Der Ökumenische Gedenkgottesdienst kann im Livestream online verfolgt werden.