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Denkmal in KönigswinterSteinschlag an der historischen Chorruine in Heisterbach

Lesezeit 3 Minuten
Die Chorruine, Rest einer ehemaligen Abteikirche, hinter einem Bauzaun

Ein Bauzaun umgibt die bekannte Chorruine auf dem Gelände des Klosters Heisterbach.

Die Marienborn gGmbH hat die Chorruine in Heisterbach wegen Steinschlags durch einen Bauzaun abgeriegelt. Eine gründliche Inspektion ist geplant.

Nach einem Steinschlag an der Chorruine des Klosters Heisterbach ist das Denkmal sicherheitshalber durch einen Bauzaun abgesperrt worden. „Der Schaden ist bei der täglichen Begehung der Chorruine aufgefallen und als Präventionsmaßnahme wurde umgehend ein Bauzaun errichtet“, teilte die Marienborn gGmbH mit.

Die Stiftung der Cellitinnen ist Eigentümerin der Klosterlandschaft Heisterbach und betreibt durch die Marienborn gGbmH auf dem historischen Gelände unter anderem das Wohn- und Pflegeheim Kloster Heisterbach sowie die Klosterstube.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Siebengebirge

Die Chorruine ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Siebengebirge und war beliebtes Motiv schon von Künstlern der Rheinromantik. Wie die Stiftung mit dem jüngsten Steinschlag umgeht, ist zunächst offen. Eine gründliche Inspektion und Begutachtung des Schadens durch Fachpersonal sei erst möglich, wenn ein Gerüst um die Chorruine errichtete sei.

Das werde zeitnah geschehen. Erst nach der Detailanalyse der betroffenen Stellen könnten die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden. Das passiere in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Stadt Königswinter.

Steinschlag ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko

So sei sichergestellt, dass alle Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten unter Beachtung des Denkmalschutzes durchgeführt würden. „Dabei wird stets darauf geachtet, dass der historische Wert der Chorruine erhalten bleibt und gleichzeitig die Sicherheit und der Schutz der umliegenden Bereiche gewährleistet sind“, so die gemeinnützige Gesellschaft.

Der Steinschlag sei ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko. Um mögliche Schäden an dem historischen Gemäuer frühzeitig zu erkennen, finde eine tägliche Begehung statt. „Insbesondere nach stürmischen oder regnerischen Tagen wird verstärkt auf mögliche Schäden und Gefahren geachtet.“

Zudem werde die Chorruine jedes Jahr mit einem Hubsteiger gründlich inspiziert. Dabei werde auch „unerwünschter Grünwuchs“ beseitigt, der sich im Laufe der Zeit auf den Mauerflächen ansiedelt. „Grünbelag wie Moos oder Kletterpflanzen kann die Bausubstanz schädigen, indem  Feuchtigkeit in die Mauern zieht und so den Verfall beschleunigt.“ Bei der jährlichen Untersuchung werde die Ruine auch von Fachleuten begutachtet.

Die Chorruine ist das eindrucksvolle „Überbleibsel“ der einstigen Klosterkirche, mit deren Bau durch Zisterziensermönche 1202 begonnen und die 1237 vollendet und geweiht wurde. „Mit 88 Meter Länge übertraf dieser Bau, der zisterziensische und niederrheinische Bauelemente vereint, alle romanischen Kirchen Kölns, außer dem damaligen romanischen Dom“, heißt es auf der Homepage der Stiftung Abtei Heisterbach.

Millioneninvestitionen im Zuge der Regionale 2010

Sie setzt sich für den Erhalt der einstigen Abtei ein und organisiert in der Zehntscheune unter anderem die Reihe Klassik in der Scheune. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abteikirche 1809 auf Abbruch verkauft. Ab 1820 ließ der Graf zur Lippe-Biesterfeld das Gelände zum englischen Park umgestalten, unter Einbeziehung der Chorruine. 1919 übernahmen die Cellitinnen nach der Regel des heiligen Augustinus die Klosteranlage.

Im Zuge der Regionale 2010 wurde die Klosterlandschaft zuletzt umgestaltet und aufgewertet. Rund 5,8 Millionen Euro investierten das Land NRW (80 Prozent) sowie der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Königswinter (zusammen 20 Prozent) in das Projekt. Eines der Ziele: Sichtbar und erlebbar machen, wie die Mönche gelebt haben.