Der Südstadt-Klub verabschiedet sich aus dem Aufstiegsrennen. Die Spielpause dürfte dem Team sehr gelegen kommen.
Verletzungen und fehlende EffizienzFortuna Köln zwischen Enttäuschung und Erholung

Fortuna-Trainer Matthias Mink im Spiel gegen den SV Rödinghausen
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Nach kräftezehrenden englischen Wochen kann Fortuna Köln eine dringend benötigte Pause einlegen. Zeit zum Erholen, Kräfte sammeln und Auskurieren von Verletzungen. Am Mittwochabend unterlag die Mannschaft von Trainer Matthias Mink im Nachholspiel beim SV Rödinghausen mit 0:1 – eine Niederlage, die nicht nur unnötig, sondern auch schmerzhaft war. Mit Arnold Budimbu und Stipe Batarilo verletzten sich zwei weitere Spieler, während die Fortuna zwei unterschiedliche Hälften zeigte: eine schwache erste Halbzeit ohne echte Offensivaktion und einen engagierten zweiten Abschnitt, in dem es jedoch an der Effizienz vor dem gegnerischen Tor mangelte.
Fortuna Köln hadert mit Verletzungsmisere
Durch die Niederlage in Rödinghausen verpasste Fortuna Köln nicht nur den Sprung auf Tabellenplatz zwei, sondern wohl auch die letzte Chance, noch einmal in den Aufstiegskampf einzugreifen. Tabellenführer Duisburg dürfte nun außer Reichweite sein. Sollte der Spitzenreiter in Rödinghausen (29. März) gewinnen, würde der Rückstand der Fortuna auf zwölf Punkte anwachsen, bei sieben noch zu spielenden Partien ein Szenario, welches die Südstädter endgültig aus dem Rennen um Platz eins katapultieren würde. Die Fortuna spielt an jenem Wochenende nicht, da der Gegner Türkspor Dortmund gewesen wäre. Aufgrund des Rückzugs des Vereins aus der Regionalliga West entfällt das geplante Spiel aber.
Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, warum sich die Fortuna in der Lage befindet. Die Ergebnisse blieben hinter den eigenen Ansprüchen zurück – nicht unbedingt, weil die Mannschaft spielerisch unterlegen war, sondern weil sie zu oft die Kontrolle über ihre eigenen Spiele verlor. Immer wieder gingen die Südstädter in Führung, um dann durch hektische, unstrukturierte Spielphasen den Faden zu verlieren. Die mangelnde Konstanz sowie die von Mink häufig angesprochene fehlende Effizienz vor dem Tor kosteten wertvolle Punkte, gerade in Duellen mit direkten Konkurrenten.
Angesichts des immer größer werdenden Lazaretts war das aber fast zweitrangig. Die Ausfälle von Adrian Stanilewicz, Julius Biada und Joshua Eze wiegen schwer. Und trotz der Rückschläge spielt Fortuna noch immer eine starke Saison, ein Platz unter den Top-Drei bleibt weiterhin in Reichweite – dennoch dürften sich die Verantwortlichen ärgern, die Patzer der Konkurrenz nicht konsequenter ausgenutzt zu haben.
Trainer Matthias Mink lobt das Team
„Wir haben es in der Hinrunde genossen, wissen aber, wie wir unsere Situation einordnen müssen. Und so tun wir es jetzt auch“, erklärte Mink vor der Partie beim SV Rödinghausen. „Unsere personelle Situation wird wöchentlich schwieriger, daher orientieren wir uns nicht unbedingt an der Tabelle.“ Daran dürfte sich auch nach der Niederlage wenig ändern. Denn dass die Ergebnisse zuletzt nicht ideal waren, akzeptiert auch der Trainer, doch die allgemeine Entwicklung der Mannschaft bewertet er positiv: „Wir haben zu viel Unentschieden gespielt, das wissen wir selbst. Aber ich bin mit dem, was die Mannschaft macht, wie sie arbeitet und sich präsentiert, vollkommen einverstanden. Junge Spieler entwickeln sich und genau das ist unser Maßstab.“
Wir haben zu viel Unentschieden gespielt. Das wissen wir selbst
Neben dem Ligabetrieb hat Fortuna eine weitere Chance auf Erfolg: Im Landespokal Mittelrhein steht das Team im Halbfinale gegen Alemannia Aachen (16. April). Ein Sieg würde den Einzug ins Finale bedeuten, wo entweder Viktoria Köln oder Teutonia Weiden warten. „Viele vergessen das, aber für uns hat der Wettbewerb eine hohe Wertigkeit“, betont Mink. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass das in den Hintergrund gerät. Da würde ich mir mehr Wertschätzung und Respekt wünschen – auch gegenüber der Mannschaft.“
Die kommenden zwei Wochen bieten Fortuna Köln die Gelegenheit, sich zu regenerieren, Verletzungen auszukurieren und sich gezielt auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten. Die nächste Pflichtpartie folgt am 4. April bei Rot-Weiß Oberhausen.