Weniger als ein Jahr nach der Grundsteinlegung war in Ossendorf Richtfest. Die Bauzeit wird nur zweieinhalb Jahre betragen.
Gesamtschule OssendorfRichtfest nach Rekordbauzeit – Deutschlands größte Schule aus Holz

Richtfest auf der Baustelle der Gesamtschule Fitzmauricestraße in Ossendorf mit Architekt Juan Pablo Molestina, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Schulleiterin Birgit Specht und Schuldezernent Robert Voigtsberger (v.l.)
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Es ist Kölns Schulbau der Superlative: Die neue Gesamtschule Fitzmauricestraße in Ossendorf ist nicht nur Deutschlands größter Schulbau in Holz-Hybridbauweise. Es ist auch der bislang schnellste Schulbau Kölns: Weniger als ein Jahr nach der Grundsteinlegung feierte die Schulgemeinschaft nun gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker, dem Architekten Juan Pablo Molestina und vielen geladenen Gästen Richtfest. „So ein Tempo habe ich in Köln im Schulbau noch nie erlebt“, würdigte Reker in ihrer Rede. Wenn auf der Baustelle so weiter geht, wird die Gesamtschule hier am Rande des ehemaligen Kasernengeländes „Butzweiler Hof“ im nächsten Sommer 2026 planmäßig nach einer Rekordbauzeit von zweieinhalb Jahren einziehen.
Derzeit ist die Schule noch in einem Interim in Vogelsang im Snake-Gebäude am Wassermann untergebracht. Knapp 1300 Schülerinnen und Schüler sollen in dem großzügigen Neubau einmal lernen. Dass das so schnell ging, ist einerseits der Realisierung durch General- und Totalunternehmer zu verdanken, andererseits der Holzhybridbauweise aus Holz und Zement. Das komplette Tragwerk ist aus Holz, ebenso der Innenausbau.
Zwei Sporthallen auch für den Vereinssport
Architekt Molestina verwies darauf, dass im derzeitigen Zustand die „strukturelle Essenz des Baus und die DNA des Entwurfs“ besonders gut sichtbar seien: Beton steht neben den großen warmen Holzflächen, die im weiteren Bauverlauf allerdings aus Brandschutzgründen noch von außen verklinkert werden. Schulleiterin Birgit Specht berichtete, dass die Schülerinnen und Schüler stolz seien, dass diese tolle Schule für sie gebaut werde. Sie wünsche sich allerdings gerade angesichts der schönen Außenanlagen eine offene Schule, die auch während der Ferien oder außerhalb der Schulzeit von den Kindern und Jugendlichen des Viertels in der Freizeit genutzt werden könne.

Der Richtkranz für die neue Gesamtschule wird hochgezogen.
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Die Gesamtschule Ossendorf soll Vorbild werden für zahlreiche weitere Kölner Schulen, die in den nächsten Jahren in dieser besonders nachhaltigen Holzhybridbauweise entstehen werden. Die Schule besteht aus vier miteinander verbundenen Lernhäusern in Clusterbauweise. In der Mitte gibt es einen Innenhof, in dessen Mittelpunkt ein Baum steht. Außerdem gibt es eine zweigeschossige Turnhalle mit einer Zweifachturnhalle im Erdgeschoss und einer Dreifachhalle in der ersten Etage. Diese soll auch für den Vereinssport genutzt werden.
Auch ökologisch setzt der Bau neue Maßstäbe: Das Dach der vier miteinander verbundenen Lernhäuser wird begrünt und soll als Schwamm fungieren. Das heißt, das Regenwasser wird nicht abgeführt, sondern soll als Beitrag zum Klimaschutz auf dem Dach versickern und verdunsten. Hinzu kommt eine Rundumbegrünung der Fassade sowie Photovoltaikanlagen.
Oberbürgermeisterin Reker schlug in ihrer Ansprache aber auch den Bogen zur Bundespolitik und äußerte klare Erwartungen: Köln benötige in den nächsten Jahren noch zahlreiche weitere neue Schulen. „Wir hoffen auf viel Geld für den Schulbau aus dem nun beschlossenen Infrastrukturpaket“, erklärte sie. Es dürfe nicht von der Finanzkraft einzelner Kommunen abhängen, wieviel jeweils in den Schulbau investiert werden könne. Sie werde dies der kommenden Bundesregierung auch schriftlich kommunizieren.