Zu einem dramatischen Feuerwehr-Einsatz ist es am Dienstagabend in Humboldt-Gremberg gekommen. Ein Mann flüchtete vor den Flammen mit einem Sprung aus dem Fenster.
Falschparker behindert EinsatzBewohner springt bei Feuer in Köln aus Fenster – drei Menschen verletzt

Die Kölner Feuerwehr war am Dienstagabend in Humboldt-Gremberg im Einsatz.
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Wie die Feuerwehr Köln auf Anfrage berichtet, ist sie am Dienstagabend (25. März) um 21.37 Uhr von einem Notruf alarmiert worden. Anwohner der Wattstraße in Humboldt-Gremberg meldeten einen Wohnungsbrand im Gebäude gegenüber. Der Einsatzort lag in der Nähe der Bahnhaltestelle Trimbornstraße.
Im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses brannte es im Wohnzimmer. Doch die Feuerwehr konnte das Gebäude zunächst nicht erreichen: Wegen eines Falschparkers in einer Kurve sei das Drehleiterfahrzeug nicht bis zum Einsatzort durchgekommen. Die Anfahrt wurde massiv verzögert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
Feuerwehr Köln muss wegen eines Falschparker zu Fuß zum Brand laufen
Erste Feuerwehr-Einsatzkräfte machten sich zu Fuß zur Rettung auf. Dann sahen sie, dass ein Mann in der brennenden Wohnung nur noch an einem Fenstersims hing. Über das Sprungpolster sei der Bewohner gerettet worden, so der Feuerwehr-Sprecher. Schwer verletzt durch Verbrennung wurde er von einem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Merheim gebracht.
Währenddessen retteten weitere Einsatzkräfte eine Frau aus dem Hausflur. Als das Drehleiter-Fahrzeug endlich bis zum Feuer durchgekommen war, sei auch ein Bewohner aus dem dritten Obergeschoss aus der Wohnung direkt über der Brandwohnung gerettet worden, berichtete die Feuerwehr weiter. Beide kamen leicht verletzt ins Krankenhaus.
Feuerwehr Köln rettet Verletzte bei Brand in Humboldt-Gremberg
Über den Notruf habe sich dann eine Frau aus dem Nachbarhaus gemeldet: der Rauch war bis zu ihr in die Wohnung gelangt. Auch sie begleiteten Einsatzkräfte ins Freie. Bei dem Einsatz habe sich bereits zu Beginn auch ein Feuerwehrmann an der Hand verletzt. Wie schwer und wodurch, konnte der Feuerwehr-Sprecher am Morgen nicht sagen.
Insgesamt betreuten die Helfer sechs Menschen an dem Feuerwehr-Bus. Binnen einer halben Stunde war das Feuer unter Gewalt, gegen Mitternacht konnte die Einsatzkräfte abrücken. Das betroffene Wohnzimmer sei komplett ausgebrannt und die Wohnung unbewohnbar, sagte der Sprecher.
Polizei Köln übernimmt Ermittlungen – Feuerwehr wird psychosozial betreut
In der Nacht durfte auch von den übrigen Bewohnern niemand mehr zurück ins Haus. Nach Angaben der Feuerwehr kamen alle bei Freunden oder Familienangehörigen unter. Jetzt ermittelt die Polizei die Ursache des Brandes.
„Auf Grund der dramatischen Bilder der ersten Einsatzphase wurden die Einsatzkräfte durch ein gesondert geschultes Team der Feuerwehr einer psychosozialen Unterstützung zugeführt“, heißt es im Lagebericht der Feuerwehr. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 68 Einsatzkräften und 27 Fahrzeugen im Einsatz.
Falschparker behindert Feuerwehr Köln bei Einsatz in Humboldt-Gremberg
Bis zum Ende des Einsatzes war der Falschparker übrigens nicht weggefahren. Erst nach langwierigem Rangieren konnte die Feuerwehr bis zum Gebäude vorfahren. Dabei zählt bei Brandeinsätzen jede Sekunde. Wer sein Fahrzeug so abgestellt hat, dass die Einsatzkräfte behindert werden, muss mindestens mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen, möglich ist aber auch ein Punkt in Flensburg.
Polizei und Staatsanwaltschaft könnten darüber hinaus Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufnehmen, so der Feuerwehr-Sprecher. Das müsse im Einzelfall entschieden werden.