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Glasverbot, Uniwiese, SperrungenDas ist neu an Weiberfastnacht in Köln

Lesezeit 4 Minuten
Jecken auf der Zülpicher Straße

Die Stadt erwartet zum Straßenkarneval wieder Tausende Jecken.

Die Stadt erwartet von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch wieder Tausende Jecken. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Die Vorbereitungen der Stadt Köln für den Straßenkarneval seien „auf der Zielgeraden“, sagte Ordnungsamtsleiter Ralf Mayer am Dienstagmittag. Gemeinsam mit Dagmar Niederlein, Leiterin des Jugendamtes, und Martin Lotz, Leitender Polizeidirektor und Einsatzleiter an Weiberfastnacht, informierte er über die Maßnahmen für ein möglichst sicheres Feiern in der Stadt.

Was ist dieses Jahr neu beim Straßenkarneval?

Im Wesentlichen vertrauen Stadtverwaltung, Polizei und Rettungsdienste auf die ihrer Ansicht nach bewährten Konzepte aus den Vorjahren. Aber es gibt auch Neuerungen: So wird etwa die Glasverbotszone auf den Inneren Grüngürtel ausgeweitet und es werden mehr mobile Toiletten aufgestellt, insgesamt 1000 an den Hotspots, davon 670 im Kwartier Latäng.

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Martin Lotz, Ralf Mayer, Dagmar Niederlein

Martin Lotz, Ralf Mayer und Dagmar Niederlein (v.l.)

Hat die Polizei nach dem Attentat in München das Sicherheitskonzept angepasst?

„Die Sicherheitslage ist angespannter als in den Vorjahren“, sagte der Leitende Polizeidirektor Martin Lotz. Das Sicherheitskonzept sei noch einmal genau überprüft und die Einsatzkräfte seien sensibilisiert worden. Mehr Einsatzkräfte wird die Polizei aber nicht einsetzen können: „Alles, was wir irgendwie bekommen können, geht schon auf die Straße.“ Fast 1500 Polizistinnen und Polizisten seien zusätzlich zu denen, die an einem normalen Tag im Einsatz sind, an Weiberfastnacht unterwegs. An Rosenmontag seien es ähnlich viele, an den anderen Karnevalstagen etwas weniger.

Glasverbot im Inneren Grüngürtel

Ist das Zülpicher Viertel wie in den Vorjahren abgesperrt?

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird die Stadt den Bereich um die Zülpicher Straße sperren. Eingänge für Feiernde befinden sich im Bereich der Unimensa und an der Roonstraße/Ecke Beethovenstraße. Für Anwohnende, Gewerbetreibende, deren Beschäftigte und Karteninhaber von geschlossenen Gesellschaften wird es separate Eingänge geben.

Wird die Uniwiese erneut als Ausweichfläche genutzt?

Die Uniwiese wird auch an Weiberfastnacht als Ausweichfläche genutzt, wenn das Zülpicher Viertel zu voll wird. Allerdings soll es das letzte Mal sein, Ziel der Stadt ist es, sie am 11.11.2025 nicht mehr zu nutzen (wir berichteten). Wie schon beim vergangenen Sessionsauftakt soll außerdem kein Alkohol ausgeschenkt werden und statt eines DJ wird es nur Musik vom Band geben. „Wir wollen eine gewisse Aufenthaltsqualität bieten, aber keine Partylocation schaffen“, erklärte Ordnungsamtschef Ralf Mayer. Die Fläche wird erneut mit Platten abgedeckt.

Zuletzt feierten auch viele Jecken im Hiroshima-Nagasaki-Park am Aachener Weiher. Wie soll das Grüngelände geschützt werden?

Wie in den Vorjahren setzt die Stadt auf Bauzäune, um die Wäldchen links und rechts des Hügels in der Mitte für Feiernde abzusperren. Aber: „Was wir am 11.11. am Hiroshima-Nagasaki-Park erlebt haben, soll sich nicht wiederholen“, sagte Mayer. Deshalb wurde außerdem die Glasverbotszone auf den Inneren Grüngürtel ausgeweitet. Zwischen Luxemburger und Aachener Straße sind Glasflaschen hier an Weiberfastnacht von 10 bis 20 Uhr und von Freitag bis Rosenmontag von 11 bis 21 Uhr nicht erlaubt.

Das sind die Sperrbereiche beim Straßenkarneval 2025.

Das sind die Sperrbereiche beim Straßenkarneval 2025.

Wo gilt noch Glasverbot?

Auch in der Altstadt und im Zülpicher Viertel gilt Glasverbot. Im Kwartier Latäng wurde dieses zeitlich ausgeweitet und gilt nun an Weiberfastnacht von 8 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag, Karnevalsfreitag von 15 Uhr bis Samstag um 8 Uhr, am Samstag von 12 Uhr bis Sonntag um 8 Uhr und an Rosenmontag von 15 Uhr bis 8 Uhr am Dienstag.

Wie will die Stadt gegen Bestechung von Ordnern vorgehen?

Neben den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsamts sind auch rund 1200 Sicherheitskräfte eines privaten Unternehmens an den Karnevalstagen im Einsatz. Am 11.11.2022 und an den Karnevalstagen 2023 sollen solche Sicherheitskräfte Geld von Jecken für den Einlass ins Zülpicher Viertel genommen haben. Die Staatsanwaltschaft Köln hat die Ermittlungen gegen die Beschuldigten jedoch kürzlich eingestellt, weil ihnen keine Bestechlichkeit vorgeworfen werden könne. Dafür hätten sie Amtsträger oder „amtsgleiche Personen“ sein müssen. Nach Einstellung der Ermittlungen prüfte die Stadt, ob ein entsprechender Passus in den Vertrag mit aufgenommen werden kann, damit Ordner in solchen Fällen zukünftig strafbar wären. Für Weiberfastnacht war dies jedoch nicht möglich, sagte Mayer am Dienstag. Wie in den Vorjahren sollen die Sicherheitskräfte aber von der Stadt kontrolliert werden, außerdem tragen sie Westen mit Nummern, um sie eindeutig identifizieren zu können.

Im Zülpicher Viertel feiern jedes Jahr auch viele Jugendliche. Was tut die Stadt, um sie zu schützen?

Wie schon am 11.11. wolle die Stadt den Jugendschutz stärker mit in den Fokus nehmen. Erneut sind dafür bis zu 22 Streetworker an den Hotspots im Einsatz. Außerdem sind 20 pädagogische Fachkräfte unterwegs, um die Eltern von Minderjährigen zu kontaktieren, die beim Alkohol- oder Drogenkonsum auffallen. Dagmar Niederlein, Leiterin des Jugendamtes, appellierte an die Eltern, vorab mit ihren Kindern über Alkohol und die Risiken des Konsums zu sprechen und für den Notfall erreichbar zu sein. Um den Verkauf von Alkohol an Minderjährige zu verhindern, informieren Mitarbeitende von Ordnungsamt und Jugendamt vor und während der Karnevalstage Kioskbetreiber und Gastronomien über die Jugendschutzgesetze. Es werden auch erneut Testkäufe in Kiosken getätigt. Auch die Polizei wird wieder Kontrollen zum Jugendschutz durchführen.