Es gibt Anschlagsdrohungen gegen den Kölner Karneval. Oberbürgermeisterin Reker reagiert entschlossen.
Kölns OB Reker„Es wird niemandem gelingen, uns Kölnerinnen und Kölner einzuschüchtern“
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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Prinz René sind sich einig: „Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten.“
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Angesichts von islamistischen Anschlagsdrohungen im Internet hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Entschlossenheit der Karnevalisten herausgestellt. „Es wird niemandem gelingen, uns Kölnerinnen und Kölner einzuschüchtern“, sagte die parteilose Politikerin unter starkem Applaus im Historischen Rathaus. „Wir lassen uns unser Lebensgefühl nicht von Terroristen oder Islamisten nehmen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir den Fastelovend haben.“
Prinz René I. sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe absolutes Vertrauen in das Sicherheitskonzept der Polizei. „Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten“, sagte er. „Wir müssen weiterfeiern, ob das Straßenfeste sind, ob das der Karneval ist, ob das Weihnachtsmärkte sind. Das ist Teil unserer Freiheit, das ist Teil der Demokratie.“
Kölner Prinz: Feiern als Teil von Freiheit und Demokratie
Seit geraumer Zeit gebe es eine durchaus angespannte, aber immer noch abstrakte Sicherheitslage, sagte der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns der dpa. „Seit Montag wissen wir, dass auf X ein Post veröffentlicht wurde, wo man konkret auch zu Anschlägen in Köln aufgerufen hat.“ Solche Posts kenne man aber auch aus anderen Zusammenhängen, sie dienten der Verunsicherung der Bevölkerung. „Deshalb bin ich froh: Nach meinem Gefühl lassen die Kölner sich nicht einschüchtern.“ Die Polizei tue alles Menschenmögliche, um die Feiernden zu schützen, sagte Hermanns. „100 Prozent Sicherheit gibt es nicht, aber wir haben alles getan, damit heute alle friedlich feiern können.“
Mitglieder einer Frankfurter Busreisegruppe, die zum Kölner Karneval gefahren sind, erzählten, dass einige aus der Gruppe aus Angst vor Anschlägen abgesagt hätten. Sie habe sich jedoch anders entschieden, sagte Petra: „Wir haben festgestellt, wenn wir jetzt kneifen, können wir nirgendwo mehr hingehen.“ Jutta bestätigte: „Wenn man sich davon die Lebenslust nehmen lässt, dann ist man in so einem Gefängnis, dass man überhaupt keinen Spaß mehr hat.“ (dpa)