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Vorverkauf gestartetDas sind die Highlights der lit.pop

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Ciani Sophia Hoder

Ciani-Sophia Hoeder

Das Programm für die dritte Ausgabe der lit.pop wurde vorgestellt. Das sind die Highlights des jungen Literaturfestivals. 

Auch in diesem Jahr wird der Kölner Stadtgarten wieder für ein Wochenende zum Hotspot für junge Literatur, aber auch für Musik, Theater und Diskussionen. Denn dort findet zum mittlerweile dritten Mal die lit.pop statt. Nach einem erfolgreichen Debüt 2023 wurde der junge Ableger der lit.Cologne im vergangenen Jahr von einem auf zwei Festivaltage ausgebaut, und auch jetzt dürfen sich junge Literaturfans wieder auf zwei volle Programmtage mit insgesamt 16 Veranstaltungen auf zwei Bühnen freuen – darunter ein Gastspiel des Schauspiel Köln und eine Partynacht am Samstag.  

Auf der lit.pop bekommen die Themen junger Menschen eine Bühne

Von Anfang an hat das Festival die aktuellen gesellschaftlichen Themen aufgegriffen, die junge Menschen betreffen. Dass auch ihre Lebensrealitäten eine Bühne bekommen und diskutiert werden, ist vielleicht wichtiger denn je. Eingeladen werden junge Autorinnen und Autoren, von denen sich viele auch in den sozialen Medien einen Namen gemacht haben. Auf dem Programmplan stehen auch zahlreiche Debütromane.

Zum Beispiel der von ‚Toxische Pommes‘, Pseudonym der österreichischen Satirikerin Irina, die sich auf TikTok und Instagram humorvoll und kritisch mit gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzt. In „Ein schönes Ausländerkind“ schreibt sie über eine Familie zwischen zwei Identitäten, Kulturen und Sprachen und zeigt auf, wie sich Migration auf oft schmerzhafte Weise in die Biografien geflüchteter Familien einschreibt. Geboren in Jugoslawien floh die Juristin als Zweijährige mit ihren Eltern vor dem Jugoslawienkrieg nach Österreich – das Buch erzählt also in Teilen auch ihre eigene Geschichte. Auf der lit.pop spricht Irina darüber mit Moderatorin Miriam Zeh.

Von Migrationsgeschichten, Klassismus und Scham

Ebenfalls am Samstag diskutieren die Journalistinnen Ciani-Sophia Hoeder und Tessniem Kadiri über die Chancenungleichheiten in unserer Klassengesellschaft. „Wohlstand entsteht nicht durch Arbeit. Wohlstand entsteht durch Wohlstand“, das schreibt Hoeder in ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Buch „Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher“. Mit 14 Jahren ging sie das erste Mal mit ihrer Mutter zur Berliner Tafel. Lange erzählte sie niemandem davon – Armut gilt als Symbol persönlichen Versagens. Erst viel später wurde ihr bewusst, dass sozialer Aufstieg in Deutschland längst nicht so leicht möglich ist, wie oft suggeriert wird. Dieses Leistungsversprechen dekonstruiert sie in ihrem Buch und zeigt dabei, wie Geld, Macht und Scham zusammenhängen.

Warum die Scham überhaupt heute wieder an Macht gewonnen hat, in einer Gesellschaft, in der doch eigentlich fast alles erlaubt ist, darüber schreibt Matthias Kreienbrink in seinem neuen Buch und spricht mit Stephanie Rohde auch über die Rolle, die soziale Medien dabei spielen. Neben vielen weiteren Gesprächen über Protestkultur, Einsamkeit, weiblichen Schmerz und Lust, lädt die Kölner Autorin und Journalistin Yasmin M'Barek auch zu einer Live-Ausgabe ihres Buchclubs ein.


Die „Lit.Cologne Pop“ findet am 15. und 16. März im Stadtgarten Köln statt. Das Festival ist eine Kooperation mit dem Schauspiel Köln und der c/o pop. Das Tagesticket kostet je 50 Euro, bzw. 45 Euro ermäßigt. Der Vorverkauf startet am 14. Februar, 12 Uhr, auf www.litcologne.de.