Schauspieler Ernst Hilbich ist kurz vor seinem 94. Geburtstag verstorben. Das Multi-Talent erlag den Folgen einer Lungenentzündung.
„Vorher hat er noch ein Kölsch getrunken“Schauspieler Ernst Hilbich gestorben

Ernst Hilbich als Adamski in der WDR-Serie „Die Anrheiner“. (Archivbild)
Copyright: WDR / Melanie Grande
Ernst Hilbich ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Schauspieler, Kabarettist und Hörspielsprecher war über Jahrzehnte eine feste Größe in Film, Fernsehen und Theater. Bekannt wurde er unter anderem mit seinen Auftritten in „Diese Drombuschs“ und „Die Anrheiner“ sowie in Kinofilmen wie „Trubel um Trixie“ und „Geld oder Leber!“. Seine Familie bestätigte seinen Tod der Deutschen Presse-Agentur, nachdem zuvor „Bild“ darüber berichtet hatte.
Ernst Hilbich: Kölner Schauspieler und Kabarettist Ernst Hilbich mit 93 Jahren gestorben
Hilbich starb bereits am vergangenen Donnerstag in seinem Haus in Köln-Marienburg an den Folgen einer Lungenentzündung. „Mein Onkel ist friedlich eingeschlafen. Vorher hat er tatsächlich noch ein Kölsch getrunken“, sagte seine Nichte Miriam Krekel der „Bild“. Sie erklärte weiter: „Er hat seine Lotti schon sehr vermisst. Von daher bin ich, bei aller Trauer um diesen wunderbaren Menschen, dankbar, dass die beiden nun wieder zusammen sein dürfen.“
Geboren wurde Hilbich am 23. März 1930 in Siegburg. Seine Schauspielkarriere begann am Rheinischen Landestheater in Neuss, wo er nebenbei als Requisiteur und Chauffeur arbeitete. In den 1950er-Jahren wurde er Mitglied des Düsseldorfer Kom(m)ödchens. „Das, was ich da machen konnte, war toll. Außerdem bin ich rumgekommen: Wir waren zweimal in New York“, erinnerte er sich später.
Hilbich war der Witwer von Lotti Krekel
Hilbich war auch als Sprecher tätig und vertonte Figuren der „Augsburger Puppenkiste“. Besonders bekannt wurde er als Wildschwein Baby Hübner in „Katze mit Hut“ und als das Sams. „Um mir zu helfen, haben sie mir immer meine Puppe an den Mikroständer gehängt“, erzählte er einmal. Einem breiten Publikum blieb er vor allem durch seinen Auftritt im „Blauen Bock“ mit dem Lied „Heut ist Karneval in Knieritz an der Knatter“ in Erinnerung.
Seit den 1960er-Jahren wirkte Hilbich regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen mit. Er stand mit Größen wie Rudi Carrell, Heinz Erhardt und Harald Juhnke vor der Kamera. In den 1970er-Jahren war er fester Sketch-Partner in „Am laufenden Band“. Seine Parodie auf Willy Brandt mit der markanten Begrüßung „Liebe Berrrliner und Berrrlinerinnen“ wurde legendär.
Seine Ehefrau, die Schauspielerin Lotti Krekel, mit der er über Jahrzehnte eine glückliche Beziehung führte, starb 2023. „Ich hatte immer wahnsinniges Glück, ich bin immer weitergereicht worden“, sagte Hilbich einmal über seine Karriere. (jag/dpa)