Kassen zahlen die Darmkrebsvorsorge für Frauen seit April 2025 fünf Jahre früher. Die Vorsorgeleistungen gilt automatisch. Warum sie sich lohnt.
Neue Regelung im AprilKassen zahlen Darmkrebsvorsorge nun auch für Frauen ab 50

Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er oft heilbar. Deshalb sollte man die Angebote zur Vorsorge in Anspruch nehmen.
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Bei allen Krebsarten gilt: Je früher sie entdeckt werden, desto höher stehen die Heilungschancen. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Sie hilft, den Krebs zu entdecken, bevor er gefährlich wird oder überhaupt richtig entsteht. Darauf weist das Bundesgesundheitsministerium hin.
Doch oft spüren Betroffene lange nichts: keine Schmerzen, keine Beschwerden, bis eine Routineuntersuchung plötzlich den Verdacht auf Krebs ergibt. Auch bei Darmkrebs verhält es sich so. Folgt die Diagnose, kann das ganze Leben auf den Kopf gestellt werden.
Darmspiegelung für Frauen ab 50 ab April
Für Frauen ist die Vorsorge nun schon ab einem früheren Alter eine Krankenkassenleistung. Was bisher nur Männern ab 50 angeboten wurde, gilt ab April 2025 auch für sie: der Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Bisher war dies erst ab 55 Jahren möglich.
Damit haben alle gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren nun den gleichen Zugang zu den wichtigsten Früherkennungsmaßnahmen - entweder durch eine Darmspiegelung (und eine weitere im Abstand von zehn Jahren) oder durch einen Stuhltest alle zwei Jahre.
Wer sich für den Stuhltest entscheidet, erhält ihn in der Arztpraxis, nimmt ihn mit nach Hause und gibt ihn dort wieder ab. Der Test sucht nach verstecktem Blut im Stuhl, das auf mögliche Veränderungen im Darm hinweisen kann. Wird etwas gefunden, übernimmt die Krankenkasse die weitere Abklärung durch eine Darmspiegelung.
Vorsorge: Es braucht kein Einladungsschreiben
Der Anspruch auf die Vorsorgeleistungen gilt automatisch - unabhängig davon, ob man ein Einladungsschreiben von der Krankenkasse erhalten hat oder nicht.
Hintergrund: Alle Versicherten werden mit Erreichen des 50. Lebensjahres von ihrer Krankenkasse postalisch zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening eingeladen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) erklärt. Weitere Briefe folgen, wenn Versicherte 55, 60 und 65 Jahre alt werden und dem Einladungsverfahren nicht widersprechen.
Darmkrebs: Vorsorge je früher, desto besser
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, ist aber bei frühzeitiger Diagnose gut heilbar. Bei einer Darmspiegelung können gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen, direkt entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln. Die Untersuchung selbst dauert meist nicht länger als 30 Minuten - und kann Jahre an Gesundheit schenken.
Wer lieber warten möchte, sollte sich trotzdem beraten lassen. Denn bei der Vorsorge gilt: lieber zu früh als zu spät. (dpa)