Bewegung macht nicht nur fit, sondern hilft auch bei Stress. Doch welche Rolle spielt das Hormon Cortisol dabei? Tipps vom Facharzt.
Stresshormon CortisonWann Sport schadet und wann und wie er hilft

Zur mentalen Entspannung tragen moderate Sportarten bei.
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Viele Menschen bewegen sich, sobald der Frühling kommt, automatisch wieder mehr. Viele gehen wieder raus, einige nehmen sich spätestens jetzt vor, mehr Sport zu machen. Bewegung hat neben positiven Effekten auf das Herz-Kreislauf-System auch Vorteile für die Stressregulation. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) erklärt, wie Sport das Hormon Cortisol beeinflusst, das eine zentrale Rolle im Zusammenhang mit Stress spielt.
Was ist Cortisol? Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert und gehört zu den wichtigsten Hormonen im menschlichen Körper. Es hilft dabei, Energiereserven zu mobilisieren, reguliert den Stoffwechsel und hat entzündungshemmende Wirkung.
Welche Symptome bei chronischem Stress?
Kurzfristig erhöhte Cortisolwerte helfen dem Körper, in stressigen Situationen schnell handlungsfähig zu sein. Problematisch wird es jedoch, wenn das Hormon dauerhaft erhöht ist, etwa durch berufliche und private Belastungen, Alkohol- oder Koffeinkonsum, erklärt Endokrinologe Prof. Matthias Kroiß von der DGE.
„Chronischer Stress führt dazu, dass der Hormonhaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht gerät. Dies kann Schlafstörungen, Bluthochdruck und sogar eine Schwächung des Immunsystems begünstigen“, so Kroiß.
Weniger Stress durch Bewegung
Bewegung wirkt hier vorbeugend: „Menschen, die sich regelmäßig bewegen, haben oft weniger Stress und eine gesündere Cortisolkurve.“ Wer regelmäßig körperliche aktiv ist, stabilisiert die Stresshormonproduktion und kann schneller entspannen.
Besonders empfehlenswert sind moderate Sportarten wie Radfahren, Spaziergänge, Schwimmen oder Yoga, die auch zur mentalen Entspannung beitragen, so Kroiß.
Zu viel Training ohne ausreichende Erholung kann hingegen das Gegenteil bewirken: „Wer sich dauerhaft überlastet, ohne ausreichend Erholungsphasen einzuplanen, riskiert einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel“, erklärt Mediziner Kroiß. „Bewegung sollte durchaus anstrengen, aber vor allem Spaß machen.“ (dpa)