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Karneval startetGlitzer auch ohne Mikroplastik umweltschädlich

Lesezeit 2 Minuten
Eine Person pinselt sich Glitzer ins Gesicht.

Glitzer ist bei vielen Jecken an Karneval nicht wegzudenken. Unbedenklich ist das aber nicht.

Es ist nicht alles Gold, was funkelt: Party-Glitzer ist zum Teil ziemlich umweltschädlich - auch die Bio-Variante. Worauf kann man achten?

Am 11. November beginnt der Karneval. Viele Kneipen in Köln sind bereit für das feierwütige Volk, das die fünfte Jahreszeit angehen möchte. Die Jecken stehen in den Startlöchern, Kostüme sind gekauft, angepasst, gebastelt, genäht. Glitzer ergänzt viele Verkleidungen perfekt. Doch mancher Glitzer ist leider auch umweltschädlich.

Darum darf seit dem 17. Oktober 2023 auch nicht mehr jeder Glitzer in Deutschland verkauft werden. Betroffen sind Produkte, die Mikroplastik enthalten. Diese winzigen Plastikpartikel können leicht in der Umwelt landen und sind nur langsam biologisch abbaubar.

Warum ist mancher Glitzer verboten?

Der Glitzer muss nicht mal vom Gesicht fallen. Auch beim Abwaschen können die kleinen Glitzerteilchen schnell im Abwassersystem landen. Die Folgen für Pflanzen und Lebewesen sind laut Naturschutzbund (Nabu) bisher nicht in voller Gänze abschätzbar.

Auch andere Inhaltsstoffe können bedenklich sein. Bei den Chemikalien in Plastik und Mikroplastik gibt es keine Transparenz, sagt Janine Korduan vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zusätzlich zu diesen schwer abbaubaren Stoffen können auch weitere unbekannte Chemikalien im Glitzer landen.

Alternative zu herkömmlichem Glitzer

Sogenannter Bio-Glitzer darf weiterhin verkauft werden. Doch: Bio muss nicht heißen, dass das Produkt gleichzeitig biologisch abbaubar und biobasiert ist, also aus natürlichen Rohstoffen wie etwa Eukalyptus und Zuckerrohr besteht. Bio-Glitzer kann auch nur eine der beiden Eigenschaften haben, so Janine Korduan. Und selbst viele bioabbaubare Produkte haben nur eine Abbaubarkeit von 90 Prozent, erklärt sie. 

Auch die mineralbasierten Alternativen sind keine Lösung. Das oft in Glitzer enthaltene Mineral Mica etwa, werde oft durch Kinderarbeit gewonnen, schreibt die Zeitschrift „Öko-Test“. 

Glitzer wieder richtig entfernen

Welche Inhaltsstoffe ein Produkt hat, zeigt die App „ToxFox“ (iOS und Android) vom BUND. So kann man sehen, ob das Produkt zum Beispiel Mikroplastik, hormonelle Schadstoffe oder andere Chemikalien enthält und man vielleicht lieber ein anderes wählt.

Geht der Griff dann doch zum Glitzer, trägt man ihn möglichst sparsam auf. Kleber sorgt für sicheren Halt. Damit er beim Abwaschen nicht ins Abwasser gerät, helfen Abschminktücher. Die umweltfreundlichste Lösung, laut Janine Korduan: keinen Glitzer verwenden. Gut kostümiert und geschminkt braucht es das extra Funkeln vielleicht gar nicht unbedingt. (dpa)