Mundspülung soll dem Mundraum eine Extra-Wäsche verpassen. Der Test zeigt: Vor Karies schützen fast alle Produkte gut. Bei Zahnfleischentzündungen zeigt sich ein anderes Bild.
Stiftung WarentestMundspülungen schneiden durchwachsen ab - eine mit sehr gut

„Stiftung Warentest“ hat 20 Mundspülungen untersucht, darunter drei Produkte für Kinder.
Copyright: Anna Hirte/dpa-tmn
Die Zahnpflegeroutine sieht für jeden Menschen anders auch, doch nicht wenige benutzen vor oder nach dem Zähneputzen eine Mundspülung. Die bunten Wässerchen sollen vor Karies und Zahnfleischentzündungen schützen. Zahnärzte empfehlen ihre Benutzung daher allen, die anfällig für diese Probleme sind, etwa weil sie eine festsitzende Zahnspange tragen.
Wie gut erledigen die Mundspülungen ihre Aufgabe? Die Stiftung Warentest hat 20 Produkte untersucht (Ausgabe 3/2025), darunter drei speziell für Kinder. „Das Ergebnis ist durchwachsen“, lautet das Fazit. Gerade einmal fünf Spülungen schneiden mit der Note „gut“ ab, eine ist „sehr gut“. Woran liegt das?
Bei Karies sind die meisten Mundwasser gut
Die gute Nachricht zuerst: Fast alle Mundspülungen schützen gut bis sehr gut vor Karies, weil sie ausreichend Fluorid enthalten. Lediglich ein Produkt im Test setzt stattdessen auf den Inhaltsstoff Hydroxylapatit. Dessen vorbeugende Wirkung gegen Karies ist „aber nach unserem Wissen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt“, bemängeln die Testerinnen und Tester. Die Mundspülung fällt mit der Note „mangelhaft“ durch.
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Doch eine gute Mundspüllösung soll noch mehr leisten als Kariesschutz, sie soll auch Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Das gelingt dem „Stiftung Warentest“-Urteil zufolge aber nur 8 von 20 Produkten zuverlässig. Nur sie enthalten ausreichend Zink und andere antimikrobiell wirksame Bestandteile.
Was ebenso in die Bewertung einfließt: die Verpackung, insbesondere deren Recyclingfähigkeit. 14 Flaschen bekommen hier Punktabzug, weil aus ihnen kein neuer Kunststoff entstehen kann. Hauptgrund ist der Klebstoff der Etiketten, von dem nach dem Zerkleinern und Waschen Reste zurückbleiben. Und: Zwei Flaschen bestehen aus undurchsichtigem, weißem PET, das sich der Stiftung Warentest zufolge mit keiner hierzulande genutzter Technik recyceln lässt.
Mundspülungen: Testsieger
Ganz vorn liegt die Mundspülung „Total Care Zahn-Schutz“ von Listerine (Note: 1,4). Sie schützt nicht nur vor Karies und beugt Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vor, sondern kommt auch in einer „sehr gut“ recycelbaren Flasche daher. Allerdings handelt es sich um eine der teuersten Mundspülungen im Test (ca. 97 Cent pro 100 Milliliter).
Den zweiten Platz teilen sich mit der Note 1,8 die „Super Clean Mundspülung Antibakteriell“ von Happybrush sowie die Spülung „Antibakteriell Pflege & Schutz“ von Odol-med3. Sie sind günstiger als der Testsieger (59 bzw. 55 Cent pro 100 Milliliter).
Die drei Kinder-Mundspülungen sind den Warentestern zufolge „nur Mittelmaß“, zwei sind „befriedigend“, eine bloß „ausreichend“. Das liegt aber nicht an ihrem Fokus auf Kinder als Zielgruppe: Die hierfür nötigen niedrigeren Mengen für bestimmte Inhaltsstoffe wurden demnach eingehalten. Grund für das durchwachsene Urteil auch hier:
Zeitgleich ein guter Schutz vor Karies und ein guter Schutz vor Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen - das kann laut den Testern keine von ihnen leisten. Allenfalls in einem der jeweiligen Bereiche sind sie «gut», eine Mundspülung ist in beiden bloß «befriedigend». Bei zwei der Kinder-Varianten gibt es außerdem eine Abwertung wegen mangelnder Recyclingfähigkeit der Flaschen. (dpa)