Der Jecken-Übermacht musste sich Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser geschlagen geben. Nun freuen sich alle auf den Straßenkarneval.
Wirkungslose GeheimwaffeKaller Jecke führen den Bürgermeister in Handschellen ab

In Handschellen wurde Bürgermeister Hermann-Josef Esser aus dem Rathaus gebracht und den Jecken präsentiert.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Auch die neu entwickelte Geheimwaffe des Bauhofs konnte am Ende nicht verhindern, dass sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser ergeben musste und von den Karnevalisten aus der Gemeinde entmachtet wurde. Die Durchschlagskraft der kleinen Kanone, die Esser als „Musterbeispiel deutscher Ingenieurkunst“ gelobt hatte, war einfach zu gering.
Der Bürgermeister und seine als Piraten verkleideten Mitarbeiter hatten sich in der alten Post verschanzt, in die Teile der Verwaltung ausgelagert sind. „Das Rathaus ist in diesem Jahr uneinnehmbar“, war sich der Verwaltungschef seiner Sache sicher. Doch schon vor dem Sturm hatte Esser ein Problem: „Die weiße Fahne, die oben auf der Fensterbank lag, ist weg.“ Das gute Stück war ihm in der Vergangenheit schon einige Male abhandengekommen und musste dann teuer ausgelöst werden.
In Kall ist die weiße Fahne des Bürgermeisters schon wieder futsch
Um kurz nach 11 Uhr marschierten dann Abordnungen der „Löstige Bröder“ aus Kall, der „Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven, der „Süetenicher Schlipse“ aus Sötenich, der „Jecke Krohe von Wahle“ aus Wahlen und der KG „Kinderkarneval“ aus Sistig mit ihren Tollitäten auf, um den Bürgermeister aus dem Rathaus zu holen. Auch das Dreigestirn der Kaller Nikolausschule mit Jungfrau Kim, Prinz Marvin II. und Bauer Jamie war gekommen.
Sie alle wurden von Simone Saßmann, der Präsidentin der Löstigen Bröder, begrüßt. Der Karnevalsverein feiert in der diesjährigen Session ein ganz besonders närrisches Jubiläum. Der Verein wird elf mal elf Jahre alt. Kalls Ortsvorsteher Stefan Kupp versorgte Gäste und Besuchern mit Schnäpsen und antialkoholischen Getränken.
In ihren Grußworten betonten die närrischen Herrscher, dass sie sich alle auf den Beginn des Straßenkarnevals freuen. Und Esser rieten sie, angesichts der großen Übermacht schnell zu kapitulieren. „Ich werde nicht aufgeben“, antwortete der Bürgermeister.
Ehe der Angriff begann, waren erst einmal die Kallbachmücken mit einem Gardetanz an der Reihe. Anschließend traten die Möhnen in Aktion. „Jetzt wird es eng“, meinte dann die Kaller Prinzessin Uschi I. in Richtung Esser. Kommandant Rico Spilles ließ dann die Möckeflitsch laden. Doch von dem ersten Schuss ließ sich der Bürgermeister nicht beeindrucken. Stattdessen ließ er mit der Kanone des Bauhofs zurückfeuern.
„Das war ja nur ein Schüsschen“, kommentierte Spilles die mangelnde Durchschlagskraft der Waffe. Nach zwei weiteren Angriffen der Karnevalisten schwenkte Esser dann doch die weiße Fahne und ließ sich in Handschellen abführen. Anschließend musste der Bürgermeister feststellen, dass die weiße Fahne schon wieder weg war.