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„Erlebniswelt Eifeltor“Stadt Mechernich investiert Millionenbetrag in Sommerrodelbahn

Lesezeit 4 Minuten
Die Erlebniswelt Eifeltor mit Sommerrodelbahn, Hotel- und Gastronomiegebäuden in Mechernich-Kommern (Drohnenaufnahme).

Die Sommerrodelbahn der „Erlebniswelt Eifeltor“ in Kommern wird ab dieser Saison von der städtischen Freizeit-GmbH betrieben.

In Kommern hat die Freizeit-GmbH der Stadt Mechernich einen Millionenbetrag in den Kauf der „Erlebniswelt Eifeltor“ investiert.

Am kommenden Wochenende geht es los: Saisonbeginn auf der Kommerner Sommerrodelbahn, deren Bahn sich auf dem Gelände der „Erlebniswelt Eifeltor“ über den Hang oberhalb des nahen Mühlenparks in weiten Kurven bergab windet. So weit, so gewöhnlich, denn nach der Winterpause startet der Betrieb traditionell jeweils Anfang April in die neue Saison.

Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr aber doch: Die Sommerrodelbahn wird ab diesem Jahr nicht mehr von einem privaten Unternehmer betrieben, sondern von der Freizeit Mechernich GmbH. In dieser Gesellschaft hat die Mechernicher Stadtverwaltung ihre Aktivitäten auf dem Freizeitsektor gebündelt.

Es war sinnvoll, dass sich die Stadt den Zugriff auf das gesamte, rund sieben Hektar große Gebiet gesichert hat.
Thomas Hambach, Geschäftsführer Freizeit Mechernich GmbH

Neben dem Betrieb der Eifeltherme Zikkurat in Firmenich gehören dazu auch einige weitere Angebote, die sich im und rund um den Kommerner Mühlenpark befinden: Der Wohnmobilhafen, das Bistro mit Minigolfanlage im Park und seit Herbst 2023 bereits das Hotel Eifeltor in direkter Nachbarschaft zur Sommerrodelbahn.

Stadt investiert siebenstelligen Betrag in Kauf der „Erlebniswelt Eifeltor“

„Die Stadt hat nach dem Hotelbetrieb zum Jahreswechsel nun auch das gesamte Gelände des Eifeltor-Freizeitparks gekauft“, sagt Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, der auch als Geschäftsführer der Freizeit-GmbH fungiert. „Es war sinnvoll, dass sich die Stadt den Zugriff auf das gesamte, rund sieben Hektar große Gebiet gesichert hat“, so Hambach weiter: „Somit haben wir in der Hand, was sich hier in Zukunft entwickelt.“

Christian Klein und Thomas Hambach (Freizeit Mechernich GmbH) stehen an der Sommerrodelbahn der Erlebniswelt Eifeltor.

Sehen dem Saisonstart am 28. März optimistisch entgegen: Betriebsleiter Christian Klein und Geschäftsführer Thomas Hambach (v.l.).

Die genaue Kaufsumme will Hambach nicht verraten. Er spricht von einem „siebenstelligen Betrag“, der jedoch angesichts der übernommenen Infrastruktur gerechtfertigt gewesen sei. Neben der 680 Meter langen Sommerrodelbahn gehören ein Gastrogebäude mit umlaufender Terrasse und Festsaal, eine zwischenzeitlich als Indoor-Spielfläche genutzte Halle, das Hotelgebäude sowie weitere Spielgeräte und Aufbauten im Außenbereich zum Gesamtareal.

SPD und FDP kritisieren Kauf des Kommerner Freizeitgeländes

Ganz ohne Kritik aus der Mechernicher Politik ist die Ausweitung der gewerblichen Aktivitäten der Freizeit-GmbH jedoch nicht abgelaufen. „Der Zukauf des riesigen Hotelareals mit den Anlagen der Sommerrodelbahn macht die Stadt zu einem direkten Konkurrenten für alle privat geführten Hotelbetriebe im Stadtgebiet“, heißt es zum Beispiel in der jüngsten Ausgabe der Zeitung des Mechernicher SPD-Ortsvereins. Auch der FDP-Stadtverband bemängelte öffentlich die Summe von 2,8 Millionen Euro, die die Stadt im Haushaltsjahr 2024 für den Ankauf des Geländes eingestellt hatte, und verweigerte daher seine Zustimmung zum Haushalt 2024.

Der Betrieb eines Hotels ist natürlich keine Kern-Aufgabe der Stadt – aber durchaus eine Kann-Aufgabe.
Thomas Hambach zur Kritik an den Aktivitäten der Freizeit-GmbH

Geschäftsführer Thomas Hambach kann die Kritik in Teilen nachvollziehen: „Der Betrieb eines Hotels ist natürlich keine Kern-Aufgabe der Stadt – aber durchaus eine Kann-Aufgabe.“ Wie bereits bei den anderen Geschäftsbereichen der Freizeit-GmbH sollen die Einnahmen dazu beitragen, die Verluste aus dem Betrieb der Eifeltherme Zikkurat zu minimieren.

Denn die allgemeine Kostensteigerung, Mehrkosten beim Personal und zwischenzeitlich gestiegene Energiekosten haben dazu geführt, dass sich das Defizit der Eifel-Therme in den vergangenen Jahren nochmals deutlich erhöht hat. „Von einem Wert von rund 1,2 Millionen Euro ist der Zuschussbedarf für die Stadt aktuell auf 1,6 bis 1,8 Millionen Euro pro Jahr angewachsen“, sagte Hambach im vergangenen Jahr anlässlich des 20. Geburtstages der Schwimm- und Saunalandschaft in Firmenich.

Zur Kommerner Sommerrodelbahn gehört auch ein Gastro-Betrieb

Zusammen mit dem Start der Sommerrodelbahn soll auch im dazugehörigen Gastrogebäude am Wochenende ab dem 28. März der Betrieb wieder aufgenommen werden. Auch hier sehen Kritiker eine Konkurrenz-Situation für bestehenden Restaurantbetriebe in der Umgebung. „Wenn ein solventer Pächter kommt, der den Betrieb hier am Eifeltor übernehmen will, dann soll er das ruhig machen“, sagt Hambach: „Aber der Personalmangel und die Kostenstruktur führen derzeit ja eher dazu, dass Gastroanbieter ihren Betrieb einstellen, statt neue Projekte anzugehen.“

Die Küche im Gastronomie-Gebäude der Erlebniswelt Eifeltor in Mechernich-Kommern. Zwei Mitarbeiter putzen Gemüse.

Das gastronomische Angebot am Eifeltor soll sich künftig auf gängige Snacks und ein Tagesgericht beschränken.

So richtig rosig sieht es auch beim Personal der Freizeit-GmbH nicht aus. „Ein Team von insgesamt acht Leuten“, so Hambach, soll die Bewirtschaftung von Sommerrodelbahn, Gastro-Bereich und Hotel in der Saison sicherstellen. „Das Hotel benötigt zum Beispiel nur Reinigungspersonal – der Check-in läuft künftig über einen Automaten und Online-Buchung komplett personallos ab“, erläutert Betriebsleiter Christian Klein, der auch Prokurist der Freizeit-GmbH ist.

Mechernich: Betrieb der städtischen Imbissbude ist eingestellt worden

Von einem Geschäftsbereich hat sich die städtische GmbH vor kurzem übrigens wieder getrennt: Das „Eifel-Snack-Mobil“, eine Imbissbude, die auf einem Anhänger aufgebaut war, ist nach einem Rangierunfall nicht mehr einsatzfähig. „Der Schaden von rund 20.000 Euro ist versichert“, informiert Hambach. „Aber die Reparatur hätte mehrere Monate gedauert. Deswegen haben wir uns entschieden, das Personal künftig hier im Eifeltor mit einzusetzen.“

Im Gastro-Gebäude am Eifeltor soll es aber trotzdem nur ein eingeschränktes kulinarisches Angebot geben. „Wir setzten auf eine kleine Snack-Karte und ein Tagesgericht“, sagt Klein. Der Saal stehe unabhängig davon jedoch für Gesellschaften, Tagungen und andere Events zur Verfügung.