Seit der Eröffnung nach der Umgestaltung finden im alten Stadtpark regelmäßig Veranstaltungen statt.
„Matschiger Platz“Bürgerliste beklagt Untergrund im alten Stadtpark Leichlingen

Das Festzekt im alten Stadtpark Leichlingen: Seit der Eröffnung nach der Umgestaltung finden im alten Stadtpark regelmäßig Veranstaltungen statt.
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Die Veranstaltungsfläche im alten Stadtpark in Leichlingen bleibt weiter in der Diskussion. Die Fraktion Bürgerliste Witzhelden/Leichlingen (BWL) ist unzufrieden damit, dass die Veranstaltungsfläche inzwischen zum „matschigen Platz“ geworden ist. Ende 2023 war der alte Stadtpark an der Montanusstraße nach umfangreichen Umbauarbeiten eröffnet worden, inklusive einer Fläche in der Mitte für Veranstaltungen.
Grammofestival, Public Viewing zur Fußball-EM, Livelingen, Obstmarkt, Bratapfelfest, Weihnachtsmarkt und zuletzt der Karneval. Fast alle größeren Veranstaltungen finden inzwischen auf der Fläche statt. Und das wirkt sich auf den Untergrund aus. „Bäume und Sträucher waren gepflanzt, auf der 1800 Quadratmeter großen für Veranstaltungen vorgesehene freie Fläche wurde Rasen gesät. Anfang Mai war der Stadtpark eine attraktive Fläche. Und so sollte es eigentlich bleiben …“, schreibt die BWL.
Schon nach dem Grammofestival im Mai „konnte man feststellen, dass eine Rasenfläche für solche Veranstaltungen ungeeignet ist“, sagt die BWL. Und nach dem Sommer sei die Grünfläche „verschwunden“ gewesen. „Kaum ein Grashalm hat die Veranstaltungen überlebt“, sagt BWL-Vorsitzender Franz Jung.
Leichlingen: Veranstaltungen könnten ins Brückerfeld verlegt werden
Inzwischen sei die Grünfläche auch durch die Witterung ein matschiger Platz. Veranstaltungen habe man „nur mit festem Schuhwerk oder in Gummistiefeln besuchen“ können. Lkw und Transportfahrzeuge, die beim Karnevalszelt involviert waren und sind, hätten die gesamte Fläche zuletzt „völlig ramponiert“. Und würde man wieder Rasen einsähen, ginge das Spiel wieder von vorne los, glaubt die BWL.
Die Fraktion will von der Verwaltung wissen, wieso der Untergrund schon nicht so geplant war, dass er stärkeren Belastungen standhalte. „Rasen ist die denkbar schlechteste Lösung“, meint die BWL. Sie schlägt vor, die Veranstaltungsfläche mit Rasengittersteinen auszulegen, so bliebe sie grün. Außerdem könnte man den Obstmarkt, das Bratapfelfest und den Weihnachtsmarkt ins Brückerfeld verlegen: „Die Atmosphäre ist dort wesentlich festlicher und angenehmer als auf einer großen Freifläche.“
Davon würden auch Einzelhändler profitieren. „Außerdem ist man witterungsbedingt unabhängig und braucht sich über einen matschigen Untergrund keine Gedanken zu machen.“ Die Veranstaltungsfläche ist nicht nur wegen der Probleme mit dem Untergrund unumstritten. Zuletzt hatte sich eine Anwohnerin über den Lärm beklagt, der durch Veranstaltungen über mehrere Stunden entstehe.
„Das, was die Bürgerliste schreibt, ist grundsätzlich richtig“, teilt Bürgermeister Frank Steffes im Gespräch mit. „Wir haben dem Rasen keine Chance gegeben, richtig anzuwachsen.“ Das habe damit zu tun, dass man wegen der Nachfrage die Fläche schnell freigeben wolle. Hinzu komme dann die Trockenheit im Sommer zur Zeit der EM. Deshalb sei die Fläche nun in diesem Zustand.
Aber: Wenn das Karnevalszelt jetzt abgebaut sei, wolle man den Rasen aufarbeiten und neu säen. Und bis Pfingsten sollen dort dann keine Veranstaltungen mehr stattfinden. „Grundsätzlich wollen wir die Veranstaltungen dort etwas entzerren. Das heißt, es sollen nicht mehr so viele Veranstaltungen stattfinden“, sagt Steffes. Vielmehr wolle man überlegen, Events in der Stadt zu verteilen, vielleicht auch mal nicht in der Innenstadt. Und einige Veranstaltungen wolle man auch hinterfragen, sagt der Bürgermeister.