Jesús Ortega Martínez hat sein erstes Konzert mit den Bayer Philharmonikern gegeben.
„Unvollendet?“Wie der neue Dirigent der Bayer Philharmoniker sein erstes Konzert erlebt hat

Dirigent Bayers Philharmoniker Jesús Ortega Martínez bei einer Orchesterprobe im Forum Leverkusen. Foto: Ralf Krieger
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Einige „erste Konzerte“ hat Jesús Ortega Martínez schon erlebt. Klar, der neue Dirigent der Bayer Philharmoniker ist Vollprofi. Trotzdem, so sagt er, sei das Konzert vom vergangenen Wochenende „wirklich besonders“ gewesen. Schon bei der Generalprobe im Forum habe sich das angedeutet. Die Akustik, die Beziehung zwischen Orchester und Dirigent – das habe gepasst.
Jesús Ortega Martínez leitet seit Anfang des Jahres die Bayer Philharmoniker. Mit dem Konzert, das unter dem Motto „Unvollendet?“ stand, gab er seinen offiziellen musikalischen Einstand. „Das Orchester hatte Lust auf Musizieren“, resümiert er. Deshalb sei er „megazufrieden“. Dennoch freue er sich, das weitere Potenzial des Orchesters auszuschöpfen. Repertoire, die Beziehung zwischen Dirigent und Orchester, zwischen Musikern und Publikum – Jesús Ortega Martínez möchte die Bayer Philharmoniker weiterentwickeln.
„Das erst Mal ist nicht immer einfach“, sagt er. Aber am Wochenende habe das funktioniert. „Es war so eine Energie auf der Bühne“, sagt der Dirigent. Das Konzert war Teil der Reihe „Farbe bekennen – Musik und Theater gegen Rassismus und Hass“. Das Programm eröffnete mit Franz Schuberts Sinfonie in h-Moll: „Unvollendete“. Darauf folgten die „Thoughts about Dachau“ des finnischen Komponisten Yoav Talmi, bevor das Orchester die Suite aus dem Wintermärchen „Der Silbersee“ auf die Bühne brachte, das letzte Werk von Kurt Weill, bevor er emigrieren musste. Die Nazis setzten das Werk 1933 nach 16 Aufführungen ab. Die Kombination dieser drei Stücke habe „eine besondere Atmosphäre“ geschaffen, blickt der Dirigent zurück.
Das nächste Konzert der Bayer-Philharmoniker mit Jesús Ortega Martínez findet am 15. März in der Johannes-Kirche in Düsseldorf statt. Auf dem Programm steht unter anderem „Aus der neuen Welt“ von Antonín Dvořák.