Geschlechtergerechte Gesundheit und ungewollte Schwangerschaften sind Thema bei Film-Aktionen des Gleichstellungsbüros Anfang März.
LeverkusenFilmvorführung will Frauengesundheit und ungewollte Schwangerschaft in Fokus rücken

Eine Schwangere bei einer Untersuchung (Symbolbild)
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Das Gleichstellungsbüro der Stadt Leverkusen beschäftigt in diesem Jahr der Themenschwerpunkt „Geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung“. Unter anderem das vom Gleichstellungsbüro koordinierte Netzwerk „Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen in Leverkusen“ wird sich gezielt mit den Folgen von Gewalt an Frauen auf ihre Gesundheit auseinandersetzen.
Als Auftaktveranstaltung läuft am Donnerstag, 6. März, in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino der Film „Das Ereignis“ um 19 Uhr im Forum, Am Büchelter Hof 9. Am Mittwoch, 12. März, wird er zur selben Zeit und am selben Ort im französischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Basierend auf der literarischen Vorlage der Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux erzählt der Film die Geschichte der Studentin Anne, die in den 1960er-Jahren für eine Abtreibung ihr Leben riskieren muss.
Das Gleichstellungsbüro koordiniert seit mehr als 20 Jahren die Arbeitsgemeinschaft Frauen und Gesundheit, in der insbesondere die psychosozialen Beratungsstellen engagiert sind, zu denen auch die beiden Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen der Pro Familia und der Arbeiterwohlfahrt gehören. Gemeinsam mit diesen hat das Gleichstellungsbüro im Jahr 2023 Leverkusener Frauenarztpraxen zur Situation im Hinblick auf die Versorgung bei einem Schwangerschaftsabbruch befragt.
Leverkusen: Jede zweite Gynäkologin führt keine Abbrüche durch
Hintergrund war gewesen, dass in den letzten Jahren die Zahl der Ärztinnen und Ärzte und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, „bundesweit drastisch zurückgegangen“ sei, haben die Organisatorinnen der Befragung geschrieben. Sie wollten wissen, wie es um den Versorgungsstand in Leverkusen bestellt sei. Man wollte erfahren, ob es noch gynäkologische Praxen gibt, die grundsätzlich bereit wären, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.
24 niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen und das Klinikum in Leverkusen wurden angeschrieben, teilt die Stadt Leverkusen mit. 17 der 25 Teilnehmenden haben den Fragebogen beantwortet, was einer Rücklaufquote von 68 Prozent entspricht. Knapp 53 Prozent (9 von 17) der Gynäkologinnen und Gynäkologen, die geantwortet haben, wollten im Bereich Schwangerschaftsabbrüche nicht tätig sein. Umgekehrt bedeutet dies: In Leverkusen gibt es nach wie vor noch Angebote für ungewollt schwangere Frauen.
Knapp 34 Prozent der Befragten (4 von den 17) stuften die Vergütung als zu gering ein und 41 Prozent hielten laut Stadtverwaltung die Anschaffungen und Anforderungen für das medizinische Verfahren zu aufwendig und kostspielig.
Bei der Filmvorführung am 6. März werden auch eine Ärztin und eine Mitarbeiterin der Pro-Familia-Beratungsstelle dabei sein und im Anschluss an den Film mit dem Publikum in den Austausch gehen. Über seine Arbeit informiert das Gleichstellungsbüro auch online.