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Kölner VereinLeverkusener Schulprojekt thematisiert Gewalt in Beziehungen

Lesezeit 2 Minuten
Ein Wandbild des Vereins „Lobby für Mädchen“.

Ein Wandbild des Vereins „Lobby für Mädchen“.

82 Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule Leverkusen nehmen an den Workshops teil.

Die 82 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 an der Sekundarschule Leverkusen nehmen im März an Workshops zum Thema „Ist das (noch) Liebe? - Gewalt in Teenager-Beziehungen“ teil. Das Projekt findet bereits zum zweiten Mal statt, es wurde vom Kölner Verein Lobby für Mädchen konzipiert, vom Zonta Club Leverkusen organisiert und durch Spenden unterstützt.

Jedes Jahr nimmt häusliche Gewalt in Deutschland zu. Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, werden alle drei Minuten Frauen Opfer von häuslicher Gewalt. Aber auch Männer sind in Partnerschaften mit Gewalt konfrontiert, wenn auch deutlich seltener.

Liebevolle und gleichberechtigte Beziehungen

„Wir stellen uns entschieden gegen Gewalt in Partnerschaften und möchten aktiv Präventionsarbeit leisten. Es ist uns wichtig, dass bereits Jugendliche für die diversen Formen von Gewalt sensibilisiert werden und positive Handlungsoptionen aufgezeigt bekommen. So können wir dazu beizutragen, dass die jungen Menschen ihre Beziehungen liebevoll, gleichberechtigt und mit gegenseitigem Respekt gestalten“, betont Zonta Präsidentin Silke Waßmuth.

Im Rahmen des Programms reflektieren die jungen Frauen erste Erfahrungen in Liebesbeziehungen. Durch einen abwechslungsreichen Methodenmix lernen sie, wie sich Gewalt anbahnen und welche Folgen diese haben kann. Dabei geht es nicht ausschließlich um körperliche Gewalt, sondern auch psychische Aspekte wie Kontrolle und Unterdrückung oder digitale Grenzüberschreitungen. Der Workshop soll zur Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls beitragen und die Solidarität der jungen Frauen untereinander fördern.

Den Teilnehmerinnen fällt es anschließend leichter, Formen von Gewalt zu erkennen und sich aktiv dagegen zu wehren. Zudem werden sie ermutigt, ihr eigenes gewaltbereites Verhalten zu reflektieren. Außerdem erfahren die jungen Frauen, wo und wie sie Hilfe bekommen können, wenn sie oder andere von Gewalt betroffen sind.

Zeitgleich besuchen die Jungen Workshops, die von männlichen Sozialpädagogen des SKM Leverkusen geleitet werden. Sie reflektieren Rollenklischees und beschäftigen sich damit, was gute von schlechten Beziehungen unterscheidet, wie Grenzen gesetzt und eingehalten werden und erfahren, wie Konflikte gewaltfrei und konstruktiv ausgetragen werden können. Zum Abschluss des Präventionsprojektes kommen alle Jugendlichen klassenweise zusammen und tauschen sich gemeinsam zu den besprochenen Inhalten aus.