Seit Anfang des Jahres ist Ralf Herrmann als neuer Förster für die Wälder in Leverkusen und Leichlingen zuständig. Seine Aufgaben sind vielfältig.
Neu im AmtRalf Herrmann ist der neue Förster in Leverkusen und Leichlingen

Der neue Förster Ralf Herrmann in einem Waldstück in Leverkusen-Rheindorf
Copyright: Violetta Gniß
Mehr als 1700 Hektar Wald gehören zum neuen Gebiet von Ralf Herrmann. Hier sorgt er für eine ausgeglichene Baumpopulation, hilft Besitzenden bei der Bewirtschaftung ihrer Waldstücke und kontrolliert, ob alle rücksichtsvoll mit der Natur umgehen. Seit Anfang Januar ist Herrmann als Förster für die Wälder in Leverkusen, Leichlingen, Solingen und Monheim zuständig.
Ursprünglich kommt der gelernte Forstwirt aus Ennepetal. Dort sei er in Waldnähe aufgewachsen und immer schon gerne und häufig im Wald gewesen, sagt er. „Ich habe mich gerne draußen bewegt, Neues entdeckt und ich hatte, glaube ich, schon immer einen guten Orientierungssinn“, erzählt der 54-Jährige. Also absolvierte er eine Ausbildung zum Forstwirt und arbeitet mittlerweile seit über 30 Jahren in diesem Beruf.
Hier reizt mich das Aufgabenfeld
Zuletzt war er vier Jahre bei der Stadt Neuss beschäftigt, davor 17 Jahre für den Kommunalwald in Lohr am Main zuständig. „In Neuss waren Baumbepflanzungen in der Stadt das Hauptthema, Wald spielte da nur am Rande eine Rolle“, berichtet Herrmann. Aus diesem Grund freut er sich besonders auf seine Tätigkeit in Leverkusen und Leichlingen. Er habe wieder vermehrt im Wald arbeiten wollen, was in Neuss nicht gegeben war. „Ich wollte aber auch in der Region bleiben. Hier reizt mich das Aufgabenfeld: Die Gegend am Rhein entlang ist schön und es ist ein großes Gebiet mit verschiedenen Waldstandorten. Ich freue mich auf die abwechslungsreiche Arbeit“, so Herrmann.
Dabei sei das Bild des Försters, der den ganzen Tag im Wald unterwegs ist, allerdings eine Illusion. „Man ist zu 50 Prozent im Büro, weil Termine mit den Waldbesitzern vorbereitet und nachher alles dokumentiert werden muss“, erklärt Ralf Herrmann. Und trotzdem freut er sich auf seine Arbeit, denn es sei besonders schön, im Wald die Ergebnisse der Mühen zu sehen, findet der Förster. Seine Aufgabe sei schließlich die Waldpflege. „Wir wollen dicke Bäume mit guten Qualitäten erwirtschaften, deswegen greifen wir sanft in den Wald ein und fällen Bäume, damit andere wiederum mehr Kraft haben“, erklärt Herrmann.
Gesamtsituation in Leverkusener Wäldern sei „in Ordnung“
Das Beste sei, wenn ein Wald verschiedene Baumarten in verschiedenen Dimensionen, also Höhen und Breiten, vereine. Außerdem helfe er den Waldbesitzenden bei der Vermarktung von Holz und der Beschaffung von Jungbäumen. „Waldbesitzer haben oft nicht das Know-how, aber sie können diese Leistung durch eine Mitgliedschaft in einer Forstbetriebsgemeinschaft einkaufen“, sagt Herrmann, der auch Ansprechpartner für die Forstbetriebsgemeinschaften ist.
Was Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker im Wald angeht, hat der 54-Jährige eine entspannte Einstellung: „Solange man sich rücksichtsvoll verhält und nichts zerstört wird, ist das vollkommen in Ordnung“, findet er. Generell wünscht sich Herrmann von den Bürgerinnen und Bürgern nur, dass sie achtsam mit dem Wald umgehen und er sauber hinterlassen werde. Zur Situation bezüglich des Bürgerbuschs möchte sich Herrmann nicht äußern, dafür sei er noch nicht lange genug in seiner neuen Funktion. Die aktuelle Gesamtlage in den Leverkusener Wäldern schätzt er aber als „in Ordnung“ ein. Aber Ralf Herrmann sagt auch: „Man muss dranbleiben, Wald verändert sich über die Jahre, da ist kein Stillstand.“
Und genau das ist es schließlich auch, was er an seiner Arbeit so schätzt: Dass es eben keinen „Stillstand“ gibt, sondern sein Beruf abwechslungsreich bleibt.