Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Gezielte Fahrt in MenschengruppeGericht verurteilt Leverkusener zu Haftstrafe

Lesezeit 2 Minuten
Ein Mann, der sich einen Aktendeckel vors Gesicht hält, setzt sich im Landgericht Düsseldorf.

Der Angeklagte mit seinen Verteidigern vor dem Düsseldorfer Landgericht

Überraschendes Geständnis: Der Leverkusener muss nach seiner gezielten Fahrt in eine Gruppe von Menschen in Haft.

Fünf Monate nach einer gezielten Fahrt in eine Menschengruppe in Düsseldorf hat das Landgericht Düsseldorf den angeklagten Autofahrer zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach den 38-jährigen Mann aus Leverkusen am Mittwoch des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Die 1. Strafkammer blieb damit unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sieben Jahren Haft. Der Vorsitzende Richter Rainer Drees hielt dem Mann mit serbischen Wurzeln zugute, dass er zuletzt doch gestanden habe. So hatte der vierfache Vater zugegeben, in der Nacht zum 5. November 2022 vor einer Eventhalle in Düsseldorf nach einer Massenschlägerei mit seinem Wagen in die gegnerische Gruppe gefahren zu sein. Zu Beginn des Prozesses war mit einer langen Beweisaufnahme gerechnet worden. Weit mehr als zehn Verhandlungstage waren bereits vorgesehen.

Autofahrer verletzte sechs Männer

Sechs Männer waren damals verletzt worden. Drei weitere konnten sich retten. Bei der Polizei hatte der Angeklagte zunächst noch angegeben, er sei nach den Streitigkeiten in sein Auto gestiegen und nach Hause nach Leverkusen gefahren. Die Kollision und die Menschen auf seiner Motorhaube habe er nicht bemerkt.

Anlass für die Massenschlägerei soll ein Streit mit dem Sicherheitspersonal gewesen sein. Schließlich sei es am frühen Morgen vor der Halle zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen. Zwei Anwohner hatten die Schlägerei und die Fahrt in die Menschenmenge von ihrem Balkon aus gefilmt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte eine maßvolle Bestrafung gefordert. (dpa)