Tatort GummersbachWipperfürtherin veröffentlicht ersten Krimi

Anne Schmitz hatte Freude beim Schreiben ihres ersten Krimis – es soll nicht ihr letzter bleiben.
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Gummersbach – Wer hätte gedacht, dass das dörfliche Leben im Oberbergischen so lebensgefährlich sein könnte? Die Idylle des kleinen Weilers nahe Gummersbach, die Anne Schmitz in ihrem Krimi „Weilertod“ beschreibt, ist jedenfalls nur Fassade und bröckelt sehr schnell, zumal auf den ersten brutalen Mord zügig der zweite folgt.
„Ich mag solche Widersprüche wie den Bruch zwischen beschaulichem Dorfleben und den Abgründen in den Menschen“, sagt die Wipperfürther Autorin. Bisher hat sie sich in der Fantasy für Jugendliche getummelt, „Weilertod“ ist ihr erster Krimi. Und nicht der letzte, wie sie betont, denn das Schreiben hat der 43-Jährigen große Freude gemacht.
Dabei hat Ehemann Uwe Schmitz sich regelmäßig amüsiert, wenn er Passagen probelesen durfte. Nicht etwa, weil die Handlung komisch ist, sondern, weil die Autorin normalerweise, von anderen Autoren erdachte, brutale oder blutrünstige Szenen nur sehr ungern liest.
Kurzgeschichte in Sebastian Fitzeks "Identität 1142" veröffentlicht
Im Wechsel des Genres von Fantasiewelten zu handfester Kriminologie bestärkt wurde Anne Schmitz durch die Aufnahme ihrer Kurzgeschichte „Frei Tod“ in Sebastian Fitzeks Anthologie „Identität 1142“. „Ich hatte damals die Ausschreibung gelesen, gleich eine Idee und wurde zu meiner Freude genommen“, erinnert sie sich. Diese Freude allerdings war nichts im Vergleich zu dem Gefühl, als sie die ersten Exemplare von „Weilertod“ in Händen hielt. Es habe vollkommen irreal gewirkt, blickt sie auf diesen besonderen Moment zurück, dem viel Arbeit und eine genaue Planung vom ersten Satz bis zum überraschenden Finale vorausging.
Aufgrund der Corona-Pandemie verlief die Recherche fast ausschließlich über das Internet, telefonisch und mit Landkarten des Oberbergischen, um sich über Orte, Fahrtwege und Schauplätze klar zu werden. „In Gummersbach zum Beispiel bin ich gar nicht so häufig“, gibt die Autorin lachend zu. Da aber der zweite Mord in einer Villa am Hexenbusch stattfindet, hat sie sich per Karte ortskundig gemacht und anschließend die ältere Dame hingemeuchelt.
Eigene Vorstellungen trotz Lokalbezug
Den Besuch im Bergneustädter Heimatmuseum möchte sie aber auf jeden Fall nachholen, denn der Kontakt zu Museumsleiter Walter Jordan sei „so nett und informativ gewesen, dass er eines der Bücher bekommen sollte“. Walter Jordan selbst taucht im Buch nicht auf. Der Museumsleiter im Krimi ist eine freie Erfindung der Autorin.
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Auch das war ihr wichtig – die Leser sollen zwar anhand des Lokalkolorits das Buch verorten können, aber Raum für eigene Vorstellungen empfindet Anne Schmitz als unabdingbar für Romane. Vielleicht fühlt sich deshalb in der Fantasy genauso heimisch wie im Krimi. Mit „Die Mystiks von Köln“, einem 2019 entstandenen Buch für junge Leser, ist sie tief in die Legenden, Sagen und Geschichten der Domstadt eingedrungen und hat diese bunte Geschichte nun ebenfalls veröffentlicht.
„Weilertod“ ist im Bergischen Verlag erschienen. Es kostet 14 Euro.
www.anne-schmitz.com