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Neues AngebotEine Ausbildung während des TH-Studiums

Lesezeit 3 Minuten
Von links: Michael Sallmann, Dirk Kölschbach (beide IHK), Rainer Gottschlich (Kaufmännisches Berufskolleg Oberberg), Prof. Dr. Roman Bartnik (Studiengangleiter Wirtschaftsingenieurwesen) und Stefan Mitzschke, Bildungsgangleiter Industriekaufleute am KBKO.

Freuen sich über das neue Angebot: Michael Sallmann (v.l.), Dirk Kölschbach (beide IHK), Rainer Gottschlich (KBKO), Prof. Dr. Roman Bartnik (Studiengangleiter Wirtschaftsingenieurwesen) und Stefan Mitzschke, Bildungsgangleiter Industriekaufleute am KBKO.

Ein Wirtschaftsingenieur-Studium mit eingebetteter Ausbildung für angehende Industriekaufleute - das gibt es ab Sommer im Oberbergischen. 

Ab Sommer gibt es in Oberberg ein neues Ausbildungsangebot: ein Studium zum Wirtschaftsingenieur, kombiniert mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau bzw. zum Industriekaufmann. Dafür haben sich die IHK Köln, Geschäftsstelle Oberberg,   das Kaufmännische Berufskolleg Oberberg (KBKO – „Am Hepel“ in Gummersbach) und die Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften der TH Köln am Campus Gummersbach zusammengetan, um das Konzept zu entwickeln.

Leistung ist gefragt

Bei der Vorstellung des Angebots , bei einem Pressegespräch in Gummersbach, wurde am Mittwoch schnell deutlich, dass sich das Angebot durchaus an künftige Leistungsträger richtet, denn der Anspruch ist, sich das geforderte Wissen in TH, Berufskolleg und Ausbildungsbetrieb anzueignen und überall die Prüfungen zu bestehen. Und das, obwohl die Ausbildung von drei auf zwei Jahre verkürzt wird, in denen nicht nur die Inhalte verdichtet gelernt werden, sondern parallel auch noch zwei Semester absolviert werden müssen. „Das muss man wollen und können“, sagt Dirk Kölschbach, Ausbildungsberater der IHK in Gummersbach.

Es stellt hohe Ansprüche auch an die Ausbildungsbetriebe, die Berufsschule und den Campus Gummersbach.
IHK-Ausbildungsberater Dirk Kölschbach

Die ersten beiden Jahre sind also von einer Doppelbelastung geprägt, die erst mit Abschluss der Ausbildung endet. Das Konzept verlange aber auch den anderen Beteiligten einen Mehraufwand ab, sagt er: „Es stellt hohe Ansprüche auch an die Ausbildungsbetriebe, die Berufsschule und den Campus Gummersbach.“

Rainer Gottschlich, Schulleiter des Kaufmännischen Berufskollegs Oberberg, betont die besondere Bedeutung einer engen Integration, die das KBKO den dual studierenden Azubis bieten will: „Sie profitieren von einem speziell abgestimmten Stundenplan, der es ihnen ermöglicht, ähnliche Inhalte in Studium und kaufmännischer Ausbildung sowie Betrieb parallel zu erlernen.“ Er rechnet im ersten Durchgang des Angebots ab August mit zehn bis 15 studierenden Azubis, die dann in einer eigenen Berufskolleg-Klasse am KBKO unterrichtet werden.

Prof. Dr. Roman Bartnik, Studiengangleiter Wirtschaftsingenieurwesen am Campus Gummersbach, sagte, dass eine hohe Wirksamkeit dualer und praxisnaher Studienmodelle für bessere Berufseinstiegschancen wissenschaftlich belegt sei. Er wies darauf hin, dass das ausbildungsintegrierte Konzept ein sonst obligatorisches separates Praxissemester überflüssig macht. Die Bachelorarbeit könne oft in Kooperation mit dem ehemaligen Ausbildungsunternehmen erstellt werden – „auch dies erleichtert den Einstieg ins Berufsleben spürbar“, so Bartnik.

Einige Betriebe haben Teilnahme schon zugesagt

Ein Ziel des neuen Programms ist natürlich auch, gute Leute in Zeiten des Fachkräftemangels vor Ort zu binden. Junge Leute, die sonst mangels Angebots eines solchen dualen Studiums unter Umständen einem Lockruf nach Süddeutschland gefolgt wären, können künftig also ein Angebot in der Region wahrnehmen. Denn, so hatte es Michael Sallmann, Geschäftsführer der oberbergischen IHK-Geschäftsstelle, gesagt: Oft höre man auf Messen, dass es die jungen Leute im Gegensatz zu früher heute gar nicht mehr unbedingt in die Ferne ziehe.

Zugesagt haben ihre Kooperation als Ausbildungsbetriebe des neuen Programms bereits Rüggeberg, BPW Bergische Achsen, Jokey, WSM – Walter Solbach Metallbau und Voss Automotive. Mit weiteren Ausbildungsbetrieben laufen Gespräche. Alle interessierten Betriebe sind jederzeit angehalten, sich mit der IHK in Verbindung zu setzen.


Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich ab sofort bei den kooperierenden Ausbildungsunternehmen bewerben für den Start der Ausbildung im August. 

Nähere Informationen zu den Studieninhalten, Zulassungsvoraussetzungen und kooperierenden Betrieben finden sich online hier.